Zeitfahrauftakt mit Anna Kiesenhofer im Land der 1.000 Hügel

Am Sonntag eröffnet die Olympiasiegerin auf der Straße von 2021 in Tokio die Weltmeisterschaften für Österreich. Zum sechsten Mal steht dabei Anna Kiesenhofer in Kigali im Trikot von Cycling Austria am Start. Ihr bestes Ergebnis war ein zehnter Rang bei den Titelkämpfen 2022 in Australien. Nun warten 31,2 Kilometer, gespickt mit 460 Höhenmeter, auf sie in der ruandischen Hauptstadt.

“Das WM-Zeitfahren ist für mich noch so eine unerledigte Angelegenheit“, meinte die in der Schweiz lebende Niederösterreicherin vor ihrem Wettkampf. Zu gerne will sie in ihrer Lieblingsdisziplin, dem Kampf gegen die Uhr im Einzelzeitfahren ein absolutes Topergebnis einfahren. Ob das in Kigali schon funktioniert, weiß sie aber nicht.

Denn obwohl der Kurs im Land der 1.000 Hügel sehr gut auf die Österreicherin zugeschnitten ist, so kämpfte sie in den vergangenen Monaten mit einer hartnäckigen Knieverletzung. “Die Vorbereitung war dadurch ziemlich beeinträchtigt und es hat sich lange gezogen, aber das Problem ist nun gelöst. Leider ist mir viel Trainingszeit dadurch entgangen, weshalb ich mit dem WM-Start auch etwas gezögert habe. Von der Form her gibt es viele Fragezeichen, aber ich hoffe, dass ich dennoch das Beste daraus machen kann“, erklärte die 34-Jährige.

Seit Anfang dieses Jahres fährt sie für kein Team auf der WorldTour mehr, arbeitet aber nun mit Picnic – PostNL für eines. Kiesenhofer ist dort als Trainerin tätig für das Frauenteam, analysiert die Leistungsdaten ihrer Schützlinge und macht Pläne. Ein Ende ihrer sportlichen Karriere stellt dies aber nicht da.

“Für mich war das ein wenig ein Schritt zurück an meine Wurzeln. Ich bin aber immer noch hauptberuflich eine Radfahrerin, habe aber bewusst jetzt Abstand genommen von den Straßenrennen. Ich weiß, dass im Zeitfahren meine Stärken liegen und fühle mich wohl und glücklich dabei. Da kommt noch einiges in den nächsten Jahren“, meinte sie.

In dieser Saison startete sie nur bei den Nationalen Meisterschaften, wurde dort Zweite im Einzelzeitfahren hinter Christina Schweinberger, die die Weltmeisterschaften zu Gunsten der Europameisterschaften auslassen wird. Somit ist die Niederösterreicherin die einzige Teilnehmerin im Elite-Zeitfahren in Kigali.

“Ich freue mich antreten zu können nach der langen Verletzung. Erwartungen habe ich keine, weil für mich der Sport sowieso immer noch größer ist als nur die Zahl auf der Ergebnisliste. Ich bin auf jeden Fall bereit, alles zu geben“, blickte sie voraus.

 

Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband

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