Die Vorfreude steigt, die Koffer sind gepackt: Für Maria Katharina Strigl beginnt mit der Reise zu den Olympischen Jugendspielen in Dakar der bisherige Höhepunkt ihrer Turnkarriere. Nach dem Europäischen Olympischen Jugendfestival (EYOF) und der Junioren-EM wartet auf die Tirolerin nun erstmals die weltweite olympische Bühne. Diese betritt die Tirolerin mit immenser Vorfreude und einer vergoldeten Extra-Motivation.
„Ich freue mich riesig auf Dakar. Das EYOF war schon ein besonderes Erlebnis, aber die Olympischen Jugendspiele werden sicher noch einmal eine ganz andere Dimension“, blickt Strigl gespannt auf die kommenden Tage. Sportlich will sie sich dabei nicht von Platzierungen unter Druck setzen lassen: „Ich möchte meine Übungen so sauber wie möglich durchturnen, mein bestes Turnen zeigen und das ganze Erlebnis genießen.“
Goldene Extra-Motivation
Optimal Eingestimmt hat sich Strigl auf die Olympischen Jugendspiele beim zweitägigen Kick-Off in Spital am Phyrn. Neben der Einkleidung standen diverse Workshops sowie ein ganz besonderes Treffen auf dem Programm. Kite-Olympiasieger Valentin Bontus stattete den „Stars von Morgen“ einen Besuch ab und gewährte spannende Einblicke in seine olympischen Erfahrungen. „Es war ein sehr besonderer Moment, einen Olympiasieger zu treffen“, freut sich Strigl. Ein gemeinsames Foto samt Goldmedaille durfte natürlich nicht fehlen.
Dass die Tirolerin überhaupt nach Dakar reisen darf, war lange keine Selbstverständlichkeit. Nach der Junioren-EM in Zagreb, bei der Strigl für das beste österreichische Juniorinnen-Ergebnis im Mehrkampf gesorgt hatte, rückte der olympische Traum in greifbare Nähe. Bei der anschließenden nationalen Qualifikation in Linz machte sie mit 44.750 Punkten schließlich alles klar und sicherte sich das begehrte Ticket.
Feinschliff statt Risiko
In den vergangenen Wochen stand für die Tirolerin vor allem eines im Mittelpunkt: Sicherheit. An der Schwierigkeit ihrer Übungen wurde bewusst nicht mehr geschraubt. Stattdessen ging es darum, jedes Detail zu perfektionieren. Mehr Höhe bei den Doppelsalti, sauber gestreckte Elemente und stabile Landungen sollen in Dakar den Unterschied machen. „Jetzt geht es nicht mehr darum, noch schwierigere Elemente einzubauen. Ich will das, was ich kann, möglichst sauber und sicher zeigen“, erklärt Strigl.
Besonders wohl fühlt sie sich am Boden. Dort kann sie ihre Stärken ausspielen und mit Selbstvertrauen an den Start gehen. Etwas mehr Respekt verlangt ihr dagegen der Schwebebalken ab. „Der Balken ist immer ein bisschen ein Zittergerät“, schmunzelt die Tirolerin. Auf der nur zehn Zentimeter breiten Turnfläche können schließlich schon kleinste Unsicherheiten große Auswirkungen haben.
Von Europa auf die Weltbühne
Internationale Großereignisse sind für Strigl kein Neuland. Beim EYOF 2025 in Skopje sammelte sie bereits wertvolle Erfahrungen im olympischen Umfeld. Doch Dakar ist noch einmal eine andere Größenordnung. „Beim EYOF waren die besten Turnerinnen Europas dabei. Jetzt kommen die besten Nachwuchsturnerinnen aus der ganzen Welt zusammen. Das wird sportlich sicher noch einmal eine größere Herausforderung“, weiß Strigl.
Mindestens genauso groß wie die sportliche Motivation ist die Vorfreude auf alles, was abseits der Turnhalle wartet. Das gemeinsame Leben im Olympischen Dorf, die Begegnungen mit Athlet*innen anderer Sportarten und die besondere Atmosphäre machen die Reise für die Tirolerin zu etwas Außergewöhnlichem. „Ich glaube, dass die Stimmung richtig cool wird. Mit dem ganzen österreichischen Team dabei zu sein und dieses olympische Feeling zu erleben, darauf freue ich mich besonders.“
Die Kunstturn-Bewerbe in Dakar starten am kommenden Wochenende (7. und 8. November) mit den Qualifikationen, die Medaillenentscheidungen steigen am 10. und 11. November.
Text- und Bildquelle: Turnsport Austria






