Die erste Europameisterschaft als österreichische Nationaltrainerin ist für Lara van Dyck Geschichte. Im Turnsport-Austria-Interview zieht die Belgierin eine erste Bilanz über die Auftritte in Zagreb, spricht über die Entwicklung von Charlize Mörz und richtet den Blick bereits auf die im Oktober stattfindende Weltmeisterschaft in Rotterdam.
Lara, dein erstes Großereignis als österreichische Nationaltrainerin ist Geschichte. Wie fällt dein Fazit aus?
„Es war eine sehr wertvolle Erfahrung für uns alle. Natürlich gab es Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie wir uns das vorgestellt haben, und wir haben gesehen, in welchen Bereichen wir uns noch verbessern müssen. Gleichzeitig nehmen wir sehr viel aus dieser Europameisterschaft mit und wissen jetzt noch besser, woran wir in den kommenden Wochen und Monaten arbeiten müssen.“
Das sportliche Highlight war sicherlich der sechste Platz von Charlize Mörz am Sprung. Wie bewertest du ihre Leistung und ihre Entwicklung?
„Ich bin sehr zufrieden mit Charlizes Europameisterschaft. Sie hat hier einmal mehr gezeigt, dass sie am Sprung mit den Besten mithalten kann, und im Finale zwei saubere Sprünge gezeigt. Natürlich wissen wir, dass noch Potenzial vorhanden ist und sie es noch ein bisschen besser kann. Aber Rang sechs bei einer Europameisterschaft ist ein sehr gutes Ergebnis und bestätigt, dass wir mit ihr auf dem richtigen Weg sind.“
Das angestrebte Ziel in der Teamwertung wurde verpasst. Wo siehst du nach dieser EM Verbesserungspotenzial?
„Wir müssen vor allem daran arbeiten, unsere Trainingsleistungen auch im Wettkampf konstant abzurufen. Die Turnerinnen müssen noch stärker daran glauben, dass sie unter Druck genau das zeigen können, was sie jeden Tag im Training leisten. Technisch gibt es natürlich ebenfalls Bereiche, in denen wir uns weiterentwickeln und unsere Übungen verbessern können, aber für mich geht es vor allem darum, mehr Stabilität und Selbstvertrauen in die Wettkämpfe mitzunehmen.“
Du bist seit mehr als sieben Monaten Nationaltrainerin in Österreich. Wie blickst du auf diese Zeit zurück?
„Am Anfang war vieles neu. Für mich, aber natürlich auch für die Turnerinnen. Meine Arbeitsweise unterscheidet sich teilweise von dem, was sie zuvor gewohnt waren, deshalb mussten wir uns erst kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Mittlerweile verstehen wir uns gegenseitig viel besser und die Athletinnen wissen, was ich von ihnen erwarte. Ich sehe eine positive Entwicklung, aber das ist erst der Anfang. Mir ist wichtig, langfristig ein starkes Team aufzubauen und gemeinsam Schritt für Schritt besser zu werden.“
In zwei Monaten wartet bereits die Weltmeisterschaft. Wie sieht der Fahrplan Richtung Rotterdam aus?
„Jetzt geht es darum, die Erkenntnisse aus dieser Europameisterschaft mitzunehmen und weiter an unseren Übungen zu arbeiten. Mit Charlize und Leni (Bohle, Anm.) werden zwei starke Athletinnen bei der WM dabei sein, die wir in den kommenden Wochen in bestmögliche Form bringen wollen. Wir werden versuchen, die Übungen noch einmal zu verfeinern, Details zu verbessern und, wo es sinnvoll und möglich ist, auch den Schwierigkeitsgrad weiter zu steigern. Entscheidend wird sein, dass sie an ihre Fähigkeiten glauben und es schaffen, im Wettkampf genau jene Leistungen abzurufen, die sie auch im Training zeigen.“
Text- und Bildquelle: Turnsport Austria






