Lagger und Voss mit jeweils viertem Mehrkampf-Staatsmeister-Titel

Frauen – Siebenkampf
In der Staatsmeisterschaftswertung ging Sarah Lagger (TGW Zehnkampf-Union) als Führende in den zweiten Wettkampftag und verteidigte den Platz an der Spitze auch souverän. Im Weitsprung hatte sie aber eine knifflige Situation zu überstehen, als sie nach zwei ungültigen Versuchen erst in Durchgang drei mit 5,78m (2,7) einen Wert zu Buche stehen hatte. Beim Speerwurf herrschte sehr unangenehmer Seitenwind, die Kärntnerin machte mit starken 48,57m aber alles klar und lief über 800m den deutlichen Sieg dann in 2:18,22min nach Hause. Zum vierten Mal nach 2017, 2018 und 2021 darf sich die 26-Jährige nun Siebenkampf-Staatsmeisterin nennen, 5.950 Punkte brachte sie insgesamt auf ihr Konto und hat mit den Bonuspunkten für den Titel weiter eine kleine Chance auf eine EM-Teilnahme.Chiara-Belinda Schuler (TS Hörbranz) konnte sich mit dem besten Weitsprung des Tages auf 5,92m (1,3) auf Rang 2 in der Gesamtwertung vorschieben. Hochspannung war dann vor dem abschließenden 800m-Lauf angesagt, denn um die weiteren Podestplätze hinter Lagger kämpften noch drei Athletinnen. Die Vorarlbergerin kam mit 2:18,83min ganz knapp an ihre PB heran und schaffte somit insgesamt 5.769 Punkte und wurde mit Silber belohnt. Auch U23-Athletin Christiane Krifka (SVS LA) zeigte bei ihrem ersten Siebenkampf eine starke Leistung und finishte mit 5.558 Zählern, wodurch die 20-Jährige in der gemeinsamen Staatsmeisterschaftswertung Rang 3 und damit Bronze holte. Dritte in der isolierten Wertung der allgemeinen Klasse wurde Angela Förster (Union Salzburg LA), die nach mehreren persönlichen Bestleistungen und 5.459 Punkten mit einem neuen SLV-Rekord nach Hause fahren darf.

Sarah Lagger: „Beim Weitsprung war sehr böiger Rückenwind, darum war es so schwierig heute, aber die Sprünge selber waren sehr gut, alle um die 6 Meter, das ist positiv. Beim Speerwurf habe ich den ganzen Ärger rausgelassen, da bin ich richtig zufrieden und happy. Beim 800er in Führung laufend war es auf der Gegengerade wie gegen eine Wand laufen, so arg war der Wind. In Summe bin ich aber zufrieden, fast 6000 Punkte und mir tut nach dem Wettkampf nichts weh, das ist das Wichtigste. Jetzt gilt es gut zu regenerieren und dann in 4 Wochen in Polen noch einmal im Siebenkampf richtig anzugreifen.“

Hinter U23-Siegerin Krifka, die erst seit einem halben Jahr Mehrkampf trainiert und mit neuem NÖLV U23-Rekord auf einem guten Weg zur U23-EM im nächsten Jahr ist, holten in dieser Klasse Maxima Sperr (ULC Linz Oberbank) mit 4.618 Punkten (PB) und Franziska Pichler TGW Zehnkampf-Union) mit 4.280 Punkten (PB) Silber und Bronze.

Christiane Krifka: „Das Mehrkampftraining macht mir richtig Spaß, ich bin mit viel Freude dabei und habe mich jetzt auch auf den ersten Siebenkampf gefreut. Das Mehrkampf-Feeling hat mich jetzt gepackt, ich bin voll motiviert. Es ist in allen Disziplinen noch viel drinnen, alle sind noch ausbaufähig. Aber für den Anfang sind mehr als 5500 Punkte schon mehr als ordentlich und ich traue mir zu im Mehrkampf noch weit nach oben zu kommen.“

Die U20-Klasse verlief auch weiterhin sehr spannend. Die U18- Meisterin des Vorjahres Sarah Daxböck (Union St.Pölten) konnte sich mit PB im Weitsprung auf 5,76m (1,1) die Führung von Titelverteidigerin Olivia Benesch (PSV Wels Leichtathletik) zurückerobern und im anschließenden Speerwurf leicht ausbauen. So musste die Entscheidung im 800m-Lauf fallen, und hier war die Niederösterreicherin mit 2:26,59min (PB) die Schnellste und holte mit insgesamt 5.113 Punkten und neuer Siebenkampf-Bestleistung ihren ersten Titel bei den Juniorinnen. Benesch erzielte mit 4.743 Punkten ebenfalls PB, Rang 3 ging mit 2.920 Punkten (PB) an Ronja Reichel (ULC Riverside Mödling).

In der U18-Klasse setzte Clara Ladstätter (TGW Zehnkampf-Union) ihren Erfolgslauf fort und darf sich nach Hallen-Fünfkampf-Meisterin jetzt auch Freiluft-Siebenkampf-Meisterin nennen. Weitere zwei Bestleistungen im Speerwurf und im 800m-Lauf brachten ihr insgesamt 5.034 Punkte (PB) ein, womit sie wie schon in der Halle Lea Grubmüller (ATSV Linz LA) mit 4.840 Punkten (PB) und Marie Schrittwieser (Union St.Pölten) mit 4.514 Punkten (PB) auf die weiteren Plätze verwies.

Männer – Zehnkampf

Gestern hatten sich Stephan Pacher (VST Lass) und Niklas Voss (Sparkasse SG Götzis) einen tollen Zweikampf an der Spitze der Zehnkampf-Staatsmeisterschaftswertung geliefert, heute nahm sich der Kärntner mit einem Sturz über die 110m Hürden selbst aus dem Rennen um den Sieg und musste aufgeben. So wurde der restliche Bewerb zu einem Solo für den Vorarlberger, für den es neben dem Sieg auch um eine neue Zehnkampf-Bestleistung ging, die bislang bei 7.119 Punkten stand. Seinen 15,47s (0,1) über die 110m Hürden ließ er 40,00m im Diskuswurf, 4,70m (PB) im Stabhochsprung und 47,91m (PB) im Speerwurf folgen, womit er auf einem sehr guten Weg zu seinen beiden Zielen Titel und Bestleistung war. Nach dem 1500m-Lauf war es auch Gewissheit, mit total 7.398 Punkten hatte der 25-Jährige beide Vorhaben umgesetzt und seinen bereits vierten Zehnkampf-Titel nach 2022, 2023 und 2024 fixiert.

Knapp blieb der Kampf um Silber, hier lautete der Zweikampf Mika Voss (Sparkasse SG Götzis) gegen Jakob Hangen (DSG Wien). Den entscheidenden Unterschied zu seinen Gunsten konnte der Vorarlberger im Speerwurf realisieren, als er mit 49,75m die Tageshöchstweite erzielte und sich so entscheidend absetzte. 6.748 Punkte hatte er am Ende gesammelt, was Silber vor dem Wiener, der auf 6.479 Punkte (PB) kam, bedeutete.

Niklas Voss: „Ich habe ungefähr mit 7200 Punkten gerechnet, damit wäre ich schon happy gewesen. Aber ich habe während des Wettkampfes nie gerechnet und habe jede Disziplin einzeln genommen. Etwas Besonders waren die 4,70 im Stabhochsprung, die lange Flugzeit wieder runter zur Matte war ein einfach unbeschreibliches Gefühl. Fast 7400 Punkte, davon bin ich doch fast etwas überrascht aber überglücklich. Ich habe mich mit jedem Zehnkampf heuer verbessert, das zeigt die gute Arbeit die ich mit meinem Trainer mache. Wichtig ist aber auch die ausgezeichnete Arbeit, die meine Physiotherapeuten-Mama leistet, ohne die würde es nicht gehen, ihre Betreuung ist einfach Gold wert.“

Spannend verlief der reine TGW Zehnkampf-Union-vereinsinterne Kampf um die U23-Krone. Simon Hummer hatte die Führung zwar zwischenzeitlich an Moritz Töpfl abgeben müssen, mit einem starken Endspurt und 5.750 Punkten wurde er aber am Ende mit Gold belohnt. Töpfl bekam mit 5.571 Punkten Silber umgehängt, mit Bronze wurde mit 5.084 Punkten Andreas Brandner dekoriert.

Mit ganzen 512 Zählern Vorsprung war der große Favorit Lorenz Wirth (TS Lauterach) in den zweiten Tag der U20-Klasse gestartet, und diesen baute er bis zum Ende noch deutlich aus. Mit weiteren persönlichen Bestleistungen im Hürdenlauf mit 14,97s (0,6) und 1500m-Lauf mit 5:05,79min kam er auf neue PB von 7.134 Punkte (VLV U20 Rekord) und knackte damit erfreulicherweise als bereits elfter ÖLV-Athlet das Limit für die U20-WM im August in Eugene (USA), das bei 7.100 Punkten steht. Nach seinem Sieg im Hallen-Siebenkampf darf sich der junge Vorarlberger nun auch Zehnkampf-Meister bei den Junioren nennen. Mit ihm auf dem Treppchen standen Florian Simmer (TGW Zehnkampf-Union) mit 6.178 Punkten (PB) und Garris Sebac-Henry (TS Lustenau) mit 5.609 Punkten.

Lorenz Wirth: „Das WM-Limit war schon im Hinterkopf, aber ich hätte es nicht wirklich erwartet. Wir haben vor allem an der Ausdauer gearbeitet, das hat sich im 400er und über 1500 ausgezahlt und viele Punkte gebracht, da hatte ich deutliche Schwächen. Das Gefühl jetzt ist unbeschreiblich, jetzt wird gefeiert.“

Bei den U18-Athleten setzte Lucas Gschier (ULC Riverside Mödling) seine ausgezeichnete Serie von Top-Resultaten fort. Über die 110m Hürden erbrachte er mit neuer PB von 14,11s (0,9) erneut das Limit für die U18-EM, wird sich dort aber voraussichtlich ganz auf den Zehnkampf konzentrieren. Der Niederösterreicher stellte heute zudem neue Bestleistung im Diskuswurf mit 40,08m und über 1500m mit 4:45,38min, womit er seine Zehnkampf-PB auf 7.067 Punkte steigerte und sich mit neuem ÖLV-U18-Rekord in der U18-Europarangliste auf Rang 7 nach vorne schob, gute Aussichten also für die im Juli stattfindende U18-EM in Rieti (ITA). Silber und Bronze sicherten sich am Ende Philipp Schwarhofer (ATSE Graz) mit 6.578 Zählern und Linus Oblak (TS Lauterach) mit 5.983 Zählern.

Lucas Gschier: „Ich hatte mir kein konkretes Ziel vorgenommen, aber schon auf die 7.000 Punkte gehofft, das ist jetzt schon ein Meilenstein. Es war eine gute Generalprobe für die EM, ich bin ready und möchte dort vorne mitkämpfen.“

Ergebnisse

TV-Beiträge von den Meisterschaften in Linz gibt es am Sonntag, 21.6. um 12:10 auf ORF 1 in der Sendung Sportbild und am Montag, 22.6. um 19:30 auf ORF Sport+.

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | Alfred Nevsimal

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