In Huntsville in Alabama in den Vereinigten Staaten finden von 4. – 7. September die Straßen-Weltmeisterschaften im Paracycling statt. Das heimische Team besteht aus einer Athletin und vier Athleten, von denen Thomas Frühwirth und Franz-Josef Lässer als Titelverteidiger in die Zeitfahren gehen. Vor einem Jahr in Belgien konnte das heimische Team eine fantastische Bilanz von acht Medaillen einfahren.
Mitverantwortlich waren dafür auch Svetlana Moshkovich, die im Zeitfahren der H4-Frauen Gold holte, aber auch der oberösterreichische Tricyclist Wolfgang Steinbichler, die aufgrund einer Baby- sowie Verletzungspause nicht im Aufgebot für Huntsville stehen. Mit Cornelia Wibmer ist die zweifache Vizeeuropameisterin mit dabei, auch der Tiroler Alexander Gritsch gewann in diesem Jahr schon EM-Bronze. Zum allerersten Mal bei einer WM am Start steht der Vorarlberger Daniel Ganahl.
“Ich möchte in Huntsville an meine Leistungen anknüpfen von den Europameisterschaften. Ich will in der ersten Hälfte im Klassement abschließen, denn die WM ist Neuland für mich und zum ersten Mal messe ich mich mit der gesamten Weltelite“, blickte Ganahl voraus. Der 30-Jährige aus dem Montafon war Rennradprofi und Skibergsteiger, nach einem schweren Unfall bei einer Trainingsausfahrt führte ihn sein Weg nun in den Parasport. Den Jetlag hat er nach der Anreise schon gut verkraftet: “Mittlerweile ist alles normal, ich bin das erste Mai in den USA. Es gefällt mir echt gut hier, auch wen es um einiges weitläufiger ist, als von wo ich herkomme.“
Ganahl tritt wie der frisch gebackene Stundenweltrekordler Franz-Josef Lässer in der C5-Klasse an. Der 25-jährige Steirer gewann vor einem Jahr den Zeitfahrtitel. “Es wird aber ein hartes Pflaster diesen zu verteidigen“, meinte der aus Stattegg bei Graz stammende Sportler. Denn nach seinem Stundenweltrekord, kam er in Prag bei einem Bahnmeeting zu Sturz. “Da hat es mich mit einem 50er auf den Asphalt geklescht und nach wie vor spüre ich noch die Wunden. Ich würde mich schon über ein Podium freuen“, meinte Lässer vor den Wettkämpfen in Alabama.
Den Kurs für das Zeitfahren und das Straßenrennen kennt er vom letzten Weltcup, der vor drei Jahren ausgetragen wurde. “Bis jetzt haben wir uns ganz gut zurechtgefunden und gemeinsam mit Daniel hatten wir auch schon einige gute Fahrten gehabt“, fügte der Steirer an. Auch sein Landsmann Frühwirth ist als Titelverteidiger am Start und der Handbiker visiert erneut die Regenbogenstreifen an: “Es wäre schön, das dritte Mal in Folge den Titel im Zeitfahren zu gewinnen. Ich war in letzter Zeit richtig richtig gut in Form von meinen Werten her.“
Der mittlerweile 45-Jährige zählt zu Österreichs erfolgreichsten Para-Sportlern und hat vor allem zu den Vereinigten Staaten eine besondere Beziehung. So holte er 2014 seine erste Medaille im Paracycling, als die Weltmeisterschaften in Greenville ausgetragen wurden. Außerdem bestritt er schon erfolgreich das Race Across America und die Paralympischen Spiele in Los Angeles sind ein weiteres großes Ziel des Steirers.
2021 in Tokio stand er mit dem Tiroler Alexander Gritsch im Zeitfahren gemeinsam am Podest, als das Duo Zweiter und Dritter im Paralympischen Rennen wurden. Gritsch holte heuer, obwohl er seine Saison als mäßig bezeichnete, schon eine Bronzemedaille bei den Europameisterschaften. Der Tarrenzer peilt die Top sechs an, hat in seiner Karriere aber schon einige Medaillen erringen können und gilt als gefährlicher Außenseiter.
Die einzige Frau im rot-weiß-roten Aufgebot, die Salzburgerin Cornelia Wibmer ist keine Außenseiterin mehr. In den letzten Jahren hat sie sich in die absolute Weltelite gefahren, zahlreiche Medaillen geholt. Der Titel der Weltmeisterin geht ihr aber noch ab. “Die Strecken in Huntsville sind echt cool. Die Watt für die Rennen habe ich, jetzt muss ich sie auch, wenn es darauf ankommt, durchdrücken“, erklärte sie. Die Wettbewerbe beginnen am Freitag mit den Zeitfahren der Handbiker. Die beiden C-Fahrer Lässer und Ganahl sind dann am Samstag im Zeitfahren im Einsatz, am Sonntag und am Montag folgen dann die Straßenrennen.
Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband






