Silber, WM-Tickets und klare Erkenntnisse: Österreichs Bilanz von Zagreb

Zwei intensive EM-Wochen in Zagreb liegen hinter Österreichs Kunstturner*innen: Von historischen Erfolgsmomenten über starke Premieren bis hin zu Ergebnissen unter den eigenen Erwartungen. Turnsport-Austria-Sportdirektor Fabian Leimlehner zieht entsprechend ein gemischtes Fazit: „Wir haben in Zagreb viele Höhen und Tiefen erlebt. Unter dem Strich nehmen wir großartige Erfolge, aber auch viele Erkenntnisse und klare Arbeitsaufträge für die kommenden Monate mit.“

Für den emotionalen Höhepunkt sorgten Österreichs Junioren. Samuel Wachter krönte eine herausragende Europameisterschaft mit Silber am Sprung und Rang neun im Mehrkampf, Jeremy Balazs erreichte ebenfalls das Mehrkampffinale. Rang acht im Team unterstrich den starken rot-weiß-roten Auftritt. „Was unsere Junioren gezeigt haben, war für mich eines der absoluten Highlights dieser Europameisterschaft. Sammy hat mit seiner Medaille und seiner Nervenstärke außergewöhnlich abgeliefert. Dazu kommen zwei Top-Platzierungen im Mehrkampf und Rang acht im Team. Das zeigt, welches Potenzial in dieser Generation steckt.“

Auch bei den Frauen gab es Grund zum Jubeln. Charlize Mörz erreichte erstmals in ihrer Karriere ein EM-Finale und belegte am Sprung den starken sechsten Platz. Dazu lösten Mörz und Leni Bohle ihre Tickets für die Weltmeisterschaft im Oktober. Bei den Männern schaffte Gino Vetter ebenfalls die WM-Qualifikation, während Mateo Fraisl nur fünf Monate nach seinem schweren Oberschenkelbruch sein Comeback auf internationaler Bühne feierte. „Charlize hat eine richtig starke Europameisterschaft geturnt und ihre Leistungen in der Qualifikation und im Finale auf den Punkt gebracht. Auch die drei WM-Tickets und Mateos unglaubliches Comeback sind Dinge, die wir aus Zagreb sehr positiv mitnehmen.“

Richtige Schlüsse ziehen

In den Teambewerben hatte sich Turnsport Austria indes mehr vorgenommen. „Natürlich sind wir mit höheren Erwartungen nach Zagreb gekommen. Wir haben bei beiden Teams gesehen, dass wir international nur dann weiter nach vorne kommen, wenn möglichst alle gesund zur Verfügung stehen und wir unsere Leistungen am Tag X konstant abrufen. Das ist uns diesmal nicht durchgehend gelungen.“ Genau daraus gelte es nun, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Die Richtung für die kommenden Monate ist damit vorgegeben. Im Oktober wartet mit der WM in Rotterdam bereits der nächste internationale Höhepunkt, gleichzeitig soll die Entwicklung mit Blick auf die kommenden Jahre und die Olympischen Spiele Los Angeles 2028 konsequent fortgesetzt werden.

„Wir wissen, dass wir an einigen Geräten bereits international vorne mitmischen können. Diese Stärken müssen wir weiter forcieren und gleichzeitig unsere Schwächen so verbessern, dass sie uns nicht mehr so viele Punkte kosten. Zagreb hat uns gezeigt, dass viel Potenzial vorhanden ist. Jetzt geht es darum, dieses Schritt für Schritt noch besser auszuschöpfen.“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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