Mountainbike-WM: Gold durch Laura Stigger im Short Race, Junior Michael Hettegger holt Silber im Cross-Country

In Val Di Sole finden die Mountainbike-Weltmeisterschaften 2026 statt. 777 Athlet:Innen aus 52 Ländern haben für das Saisonhighlight im Cross-Country und Downhill gemeldet, ermitteln die Medaillengewinner:Innen in 17 Bewerben von Mittwoch den 26. bis zum Sonntag den 30. August. Gleich am Auftakttag gab es die ersten Medaillen zu bejubeln. Anna Spielmann verteidigte im E-MTB ihren Titel aus dem Vorjahr und Tamara Wiedmann sauste zur Bronzemedaille. Den Medaillensatz komplettierte am zweiten Tag Michael Hettegger mit Silber im Cross-Country der Junioren. Am frühen Abend sorgte dann Laura Stigger für den nächsten rot-weiß-roten Jubel. Die Tirolerin entschied das Short Race der Elitefrauen für sich.

Tag 2: Cross Country Junior:Innen, Short Race Elite + U23

Laura Stigger holt sich im Short Race den Weltmeistertitel

In einem unglaublich spannenden Rennen spurtete Laura Stigger auf den letzten Metern ins Regenbogentrikot. Die 25-Jährige aus Haiming in Tirol gewann das Short Race der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Val Di Sole. Nachdem sie bei den Juniorinnen schon zwei Titel am Mountainbike und einen auf der Straße gewinnen konnte, wurde sie nun erstmals in der Elite auch Weltmeisterin.

„Es ist unglaublich, mehr als nur ein Traum. Es bedeutet mir extrem viel“, strahlte die Tirolerin nach dem Rennen, welches sie nur äußerst knapp vor der Britin Evie Richards für sich entscheiden konnte. „Es ist auf dem Kurs extrem schwierig das Richtige zu machen. Ich wusste, dass die Zielgerade lange ist, ich einen guten Kick noch habe und genauso ist es aufgegangen“, fügte Stigger an, die auf den letzten 100 Metern noch vom vierten auf den ersten Platz sauste: “Ich musste noch einmal alles gegeben auf den letzten Metern. Die anderen sind auch Sprinterinnen auf höchsten Niveau und ich habe sie noch überflügelt.“

Gute Short Races zeigten auch Maks Alfred Barret Maunz bei den U23-Männern mit Platz 12 und Maximilian Foidl in der Männer-Elite als 20ster. „Ich wusste, dass es richtig schnell wird, weil der Kurs ziemlich flach ist ohne viel Hindernisse und wir sind vollgepresst von Beginn an. Ich war immer in der Verfolgergruppe, wurde dann Zweiter im Sprint daraus. Ich bin sehr happy, weil es meinen Leistungsstand gut widerspiegelt“, schildete Barret Maunz, der vor einem Jahr noch als Junior an den Weltmeisterschaften teilnahm und in seiner ersten U23-Saison bei den Weltmeisterschaften sich im Spitzenfeld wiederfand.

Für seinen Elite-Teamkollegen Foidl hatte er dann auch noch die ersten Tipps parat vor dessen Einsatz. „Ich bin angekommen und die U23-Fahrer haben mir berichtet, wie es ist. Ich wusste, was mich erwartet, aber habe trotzdem gehofft, dass es irgendwo zusammenläuft. Bei Start-Ziel sind wir jede Runde mit 45 km/h vorbeigebolzt. Da komme ich halt nicht mehr an einem anderen Fahrer vorbei“, schilderte Foidl zu dem verdammt schnellen Rennen auf dem fast flachen Parcours in Val Di Sole.

Im Gegensatz zum Olympischen Cross-Country findet der Short Track auf einem verkürzten Parcours statt, die Runde ist gerade einmal zwei Minuten lang. „Da kannst du dir gar nichts erlauben. Wenn du innen wo reinstichst, dann kommst du sofort zum Stehen. Es war wie ein Formel-1-Rennen. Du fährst an deiner Position gleich schnell wie die Spitze, das Feld ist aufgefädelt wie eine Perlenkette und somit kommst du trotz geringen Abstand nicht wirklich nach vorne“, resümierte Foidl. Der Weltmeistertitel in der Elite ging an den Franzosen Adrien Boichis, in der U23 siegte der Schweizer Nicolas Halter, kurz zuvor hatte dessen Schwester Monique das Short Race der U23-Frauen gewonnen. Dort landete Katrin Embacher auf Platz 22.

ERGEBNIS Short Race Elite Frauen:
1. Laura Stigger (AUT) 20:50 Minuten
2. Evie Richards (GBR) + 0:00
3. Sina Frei (SUI) + 0:01

ERGEBNIS Short Race Elite Männer:
1. Adrien Boichis (FRA) 20:32 Minuten
2. Charlie Aldridge (GBR) + 0:00
3. Luca Martin (FRA) + 0:02
20. Maximilian Foidl (AUT) + 0:16

ERGEBNIS Short Race U23 Frauen:
1. Monique Halter (SUI) 19:55 Minuten
2. Bethany-Ann Jackson (GBR) + 0:00
3. Makena Kellerman (USA) + 0:01
22. Katrin Embacher (AUT) + 0:46

ERGEBNIS Short Race U23 Männer:
1. Nicolas Halter (SUI) 20:54 Minuten
2. Paul Schehl (GER) + 0:00
3. Rens Teunissen van Manen (NED) + 0:03
12. Maks Alfred Barret Maunz (AUT) + 0:24
. Anatol Friedl (AUT) DNF

Michael Hettegger stürmt zur Silbermedaille im Cross-Country der Junioren

Schon am zweiten Tag der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Val Di Sole komplettiert Michael Hettegger den Medaillensatz für das rot-weiß-rote Team. Auf Gold und Bronze im E-MTB durch Anna Spielmann und Tamara Wiedmann legte der 17-Jährige mit Silber im Cross-Country der Junioren nach. Hinter dem Australier Connor Wright fuhr er auf Rang zwei, sein Teamkollege Michael Ortner rundete als Achter ein starkes Teamergebnis der Österreicher ab.

“Ich bin heuer ziemlich oft Zweiter geworden, aber vielleicht kann ich das ja bei anderen Titelkämpfen noch nachholen. Heute war Connor stärker, da gibt es nichts zu diskutieren“, berichtete Hettegger, der von Beginn an sich an den vordersten Positionen einordnen konnte und als letzter verbliebener Begleiter schlussendlich den Australier ziehen lassen musste. Schon die erste Runde sorgte für die ersten Lücken im Feld der über 100 Starter. “Die Startrunde war extrem schnell, zum Glück haben sie dann etwas nachgelassen und ich konnte mich gut positionieren“, meinte Hettegger dazu.

Während Hettegger aus der zweiten Reihe das Rennen aufnehmen konnte, musste sich sein Teamkollege Ortner von Startplatz 30 ins Feld einordnen. Der Tiroler schaffte überholte zahlreiche Kontrahenten und arbeitete sich von Platz 15 sogar noch in die Top Ten vor. “Der Start war etwas blöd, weil ich rechts eingezwickt und aufgehalten wurde. Dann bin ich in meinen Rhythmus gekommen und hatte bis zum Ende starke Beine. Ich freue mich, dass es noch so weit nach vorne gereicht habe“, schilderte Ortner. Im Rennen der Juniorinnen musste Johanna Piringer leider vorzeitig aufgeben. Dort holte die Schweizerin Anja Grossmann die Goldmedaille.

ERGEBNIS Cross-Country Juniorinnen:
1. Anja Grossmann (SUI) 57:57 Minuten
2. Barbora Bukovska (CZE) + 0:48
3. Agathe Vauchamp (FRA) + 1:26
. Johanna Piringer (AUT) DNF

ERGEBNIS Cross-Country Junioren:
1. Connor Wright (AUS) 1:00:09 Stunden
2. Michael Hettegger (AUT) + 1:16
3. Marwan Barhoumi (SUI) + 1:43
8. Michael Ortner (AUT) + 2:37

Tag 1: E-MTB und Mixed-Relay

Gold und Bronze zum Auftakt für Anna Spielmann und Tamara Wiedmann im eMTB

Gleich im ersten Bewerb der Mountainbike-Weltmeisterschaften in Val Di Sole gab es zwei Medaillen für das österreichische Team. Anna Spielmann verteidigte im E-MTB Cross-Country ihren Titel und Tamara Wiedmann landete bei ihrer E-Premiere als Dritte auch am Podium und gewann Bronze.

Das Duo startete gut ins Rennen, zunächst bildete sich um die beiden eine Vierergruppe, die sich im Kampf um die Medaillen absetzen konnte. Spielmann übernahm dann am Ende der zweiten Runde die Führung und löste sich. Dahinter fuhr die Schweizerin Kathrin Stirnemann und Wiedmann positionierte sich als Dritte. Die Tirolerin rückte zwar zwischenzeitlich nah an die Schweizerin ran, konnte sie aber nicht mehr abfangen.

Erst am vergangenen Sonntag hatte sich Wiedmann zu einem WM-Start entschieden, da ihre Cross-Country-Saison von gesundheitlichen Problemen geplagt war. “Vorbereitung hat es für mich keine gegeben. Wir haben in Les Gets noch das Rad aufgebaut, sind am Montag angereist und gestern bin ich das erste Mal am Rad gesessen. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, aber es war eine coole Erfahrung“, erklärte die 25-Jährige.

Dennoch zeigte sich die Haimingerin stark bei ihrem Debüt auf dem Mountainbike mit elektrischer Energieunterstützung. „Es ist eigentlich alles anders als beim klassischen Cross-Country. Ich wusste, es wird nicht einfach, weil vor allem das Bergauffahren sehr anspruchsvoll ist. Du hast zwar eine Unterstützung mit dem Motor, aber wenn dieser dann ausgeht bei 25 km/h und mehr dann musst du das schwere Rad selbst bewegen. Am Ende hat es für die Medaille gereicht und das ist megacool“, erzählte sie.

Vor einem Jahr in der Schweiz konnte Spielmann zum ersten Mal das Regenbogentrikot gewinnen. In Val Di Sole gelang ihr die erfolgreiche Titelverteidigung. Früh im Rennen konnte sich die 28-Jährige von ihren Gegnerinnen absetzen, vor allem an den Anstiegen schien sie eine Klasse für sich zu sein. „Es war super hart, weil vor allem die Abfahrten nicht so technisch waren. Dadurch hat sich alles im Uphill entschieden. Du musst so gut berghoch fahren im E-MTB, denn genau dort machst du den Unterschied, erklärte die frischgebackene Weltmeisterin.

Ihre Gefühlswelt war allerdings etwas gefasst als wie noch vor einem Jahr, wo sie ihre erste Goldmedaille erringen konnte. „Der erste Titel ist sehr speziell, aber die Bestätigung mit der Titelverteidigung war mir sehr wichtig. Für meine Ausrüster ist es sehr relevant, dieses Rennen zu gewinnen. Sie investieren viel mit uns, da ist es schön auch etwas zurückgeben zu können“, fügte sie an.

ERGEBNIS eMTB Cross-Country Elite-Frauen:
GOLD: Anna Spielmann (AUT) 48:26 Minuten
SILBER: Kathrin Stirnemann (SUI) + 0:11
BRONZE: Tamara Wiedmann (AUT) + 0:44

Cross-Country-Staffel landet nach vielen Führungskilometern auf Rang sechs

Auf Rang sechs schloss die heimische Mountainbike-Staffel den Mixed-Bewerb am ersten Tag der Weltmeisterschaften in Val Di Sole ab. Das Sextett bestehend aus Alexander Hammerle, Mario Bair, Michael Hettegger, Mona Mitterwallner, Johanna Piringer sowie Antonia Grangl lag nicht nur lange in den Medaillenrängen, sondern führte über die Hälfte des Rennens den Wettbewerb an. Die Strategie, mit den drei Männern und der stärksten Frau zu beginnen, ging voll auf, am Ende fehlte ein bisschen mehr als eine Minute auf die Vereinigten Staaten, die den Bronzerang hinter Italien und der Schweiz belegten.

“Wir wussten, dass wir mit unserer Taktik am Ende etwas Zeit verlieren werden, aber mit dem Ergebnis können wir gut leben“, meinte Mario Bair. Der Tiroler war der zweite Athlet, der für Österreich ins Rennen ging. Von Startfahrer Alexander Hammerle wurde er als Vierter ins Rennen geschickt. Der U23-Fahrer zeigte eine starke Leistung, ließ einige der Elitefahrer hinter sich. Die Staffel setzt sich aus drei Athletinnen und drei Athleten zusammen, die aus den drei verschiedenen Altersklassen zusammengesetzt werden.

“Es war richtig hart im ersten Anstieg vorzufahren. Das musste ich, weil dann der Kurs verdammt eng wird. Ich habe versucht bis zum Ziel alles rauszuhauen, habe mich dann lange mit den Tschechen duelliert. Es war meine erste Staffel, von dem her war es eine neue Erfahrung. Ich bin sehr happy mit meinem Rennen“, berichtete Hammerle, der knapp hinter Italien, der Schweiz und Tschechien an Bair übergab.

“Ich habe versucht mir die Runde gut einzuteilen, bin auf Platz drei vorgefahren. Dann habe ich attackiert und konnte einen ersten Vorsprung herausfahren. Als Erster zu übergeben, macht mich stolz“, erzählte Bair, der Junior Michael Hettegger mit einem kleinen Vorsprung von wenigen Sekunden auf die Strecke schickte. Der Oberösterreicher legte dann gleich richtig los und baute den Abstand auf die Konkurrenz auf fast eine Minute aus.

“Es war eine geile Runde. Die Jungs haben so eine gute Vorarbeit geleistet und ich konnte es richtig genießen als Erster alles zu befahren“, freute sich Hettegger, der am Donnerstag im Cross-Country seiner Altersklasse zu den Kandidaten auf eine Topplatzierung zählt. Er schickte Mona Mitterwallner ins Rennen. Die Tirolerin baute die Führung kontinuierlich aus. 1:35 Minuten auf die Schweiz und Italien betrug der Vorsprung, mit dem sie dann die jüngste Athletin im Team, die Vorarlbergerin Johanna Piringer ins Rennen schickte.

“Ich bin schon lange keine Staffel mehr gefahren und die Atmosphäre als Team ist schon einzigartig. Die Taktik war gut, wir wussten, dass wir nicht um den Sieg fahren werden, aber lange vorne mithalten so. Du willst keine Fehler machen, wenn du mit fünf anderen gemeinsam fährst. Jeder hat alles gegeben und hat echt Spaß gemacht. Ein guter Start in die WM-Woche“, schilderte Mitterwallner.

“Ich hatte ein richtig gutes Gefühl beim Fahren und die Stimmung war gut. Ich wusste, dass ich mir keinen Druck machen muss. Wir haben die Taktik gewählt, mit der wir die beste Chance hatten“, fügte Piringer an, die gegen die starke Italienerin Valentina Corvi Zeit einbüßte, die heimische Staffel aber noch als Zweite an Schlussfahrerin Antonia Grangl übergab. Die Steirerin hatte aber gegen teilweise Elite- und U23-Männer schwer zu kämpfen und büßte im Finale noch ein paar Positionen ein. Österreich rutschte noch hinter die Schweiz, USA, Kanada und Dänemark zurück.

“Bei mir hat die Vorfreude über die Nervosität gesiegt. Es war ein Erlebnis als Schlussfahrerin zu starten und die Staffel zu beenden. Es war extrem hart, aber die Fans am Rand haben uns gut angefeuert. Wir können mit unserem Rennen echt zufrieden sein“, resümierte die Steirerin abschließend.

ERGEBNIS Mixed-Team-Relay Cross-Country:
1. Italien 1:08.06 Stunden
2. Schweiz + 0:51
3. USA + 1:31
6. Österreich (Piringer/Grangl/Mitterwallner/Hettegger/Hammerle/Bair) + 2:53

 

Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner