Starke Premiere unter Europas Besten: Charlize Mörz ist in ihrem ersten EM-Finale in Zagreb auf Rang sechs gesprungen. Die 20-jährige Burgenländerin zeigte am Samstagnachmittag in einer hochklassigen Medaillenentscheidung erneut zwei saubere Sprünge und erzielte mit 13.633 Punkten das beste EM-Ergebnis ihrer Karriere.
Zur Europameisterin kürte sich wie schon im Mehrkampf die Russin Angelina Melnikova (14.166) vor der deutschen Titelverteidigerin Karina Schönmaier (14.066) und der Belgierin Lisa Vaelen (13.983).
„Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit Platz sechs. Es war ein super Finale vor einer unglaublich tollen Kulisse“, sagte Mörz. Vor tausenden Zuschauern in der prall gefüllten Arena Zagreb erreichte die Burgenländerin exakt dieselbe Punktzahl wie in der Qualifikation. „Der erste Sprung ist mir nicht ganz so gut gelungen wie in der Quali, dafür konnte ich mich im zweiten steigern.“
Nächstes Ziel: WM
Für ihre beiden Versuche erhielt Mörz 13.566 bzw. 13.300 Punkte. Hinzu kamen 0.2 Bonuspunkte, da sie erneut zwei Sprünge aus verschiedenen Sprunggruppen präsentierte. „Charlize hat gezeigt, dass sie auch im Finale unter Druck performen kann. Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Leistung, auch wenn es noch ein bisserl besser gegangen wäre“, resümierte Nationaltrainerin Lara van Dyck.
Das nächste Ziel – auch im Hinblick auf die WM im Oktober – sei laut Mörz, die Schwierigkeitsgrade der Sprünge zu erhöhen. „Das steigert die Chancen, um die Medaillen mitzuspringen, natürlich enorm.“ In naher Zukunft will sie an einem Sprung mit Überschlag und eineinhalb Schrauben feilen. Denn bereits in zwei Monaten steht mit der Weltmeisterschaft in Rotterdam (17. bis 25. Oktober 2026) das nächste Großereignis auf dem Programm.
Gemischtes EM-Fazit
Mit dem Finalauftritt von Mörz ging die 36. Europameisterschaft der Frauen aus rot-weiß-roter Sicht zu Ende. Turnsport Austria-Sportdirektor Fabian Leimlehner zog ein gemischtes Fazit: „Charlize hat eine richtig starke Europameisterschaft geturnt und sowohl in der Qualifikation als auch im Finale ihre Leistung auf den Punkt gebracht. Rang sechs ist ein hervorragendes Ergebnis. Insgesamt haben wir aber viele Höhen und Tiefen erlebt, hatten verletzungsbedingt etwas Pech und konnten auch in den Wettkämpfen nicht immer unser Potenzial abrufen. Platz 13 mit dem Team ist aber keineswegs außer Reichweite – genau das muss 2027 unser Ziel sein.“
Präsidentin Gabriela Jahn ergänzte: „Wir sind mit großen Ambitionen nach Zagreb gekommen und haben unser Ziel in der Teamwertung leider klar verfehlt, wobei uns die verletzungsbedingten Ausfälle natürlich geschwächt haben. Gleichzeitig haben unsere jungen Debütantinnen und die Juniorinnen auf der großen internationalen Bühne teilweise gute Leistungen gezeigt und wichtige Erfahrungen für die Zukunft gesammelt. Mit Charlize haben wir zudem gesehen, dass wir eine Athletin haben, die endgültig in der Weltspitze angekommen ist.“
Text- und Bildquelle: Turnsport Austria






