Bianca Frysak führt Österreichs Turnerinnen mit Erfahrung zur EM

Keine andere Athletin im österreichischen EM-Aufgebot bringt so viel Erfahrung mit wie Bianca Frysak. Die 27-jährige Wienerin hat bereits vier Weltmeisterschaften und fünf Europameisterschaften geturnt, hinzu kommen unter anderem vier Finalteilnahmen bei der Universiade 2023 und zwei Weltcup-Finali. Bei der EM in Zagreb nimmt Frysak damit auch innerhalb der Mannschaft eine besondere Rolle ein: als Leistungsträgerin an den Geräten und als wichtige Bezugsperson für die jüngeren Teamkolleginnen.

Der Weg zu einer der erfahrensten Kunstturnerinnen Österreichs begann bereits im Kindesalter. „Ich bin eigentlich immer überall hinaufgeklettert, kopfüber heruntergehangen und habe auf der Wiese Überschläge probiert“, erinnert sich Frysak an ihre Anfänge. Mit fünf Jahren begann sie schließlich im Verein, später führte ihr Weg über den Wiener Landeskader und den Nachwuchsnationalkader in den Spitzensport.

Nach ihrer Schulzeit wechselte sie zum Training und Studium (Sportmanagement) nach Innsbruck, 2022 folgte der Schritt an den Bundesstützpunkt in Linz. Seit 2024 trainiert die Athletin des ÖTB Langenzersdorf wieder in Innsbruck.

Universiade als Karriere-Highlight

Ihre lange Karriere führte Frysak auf einige der größten internationalen Bühnen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr die Universiade 2023 in China, bei der sie überraschend vier Finaleinzüge schaffte. „Das war der coolste Wettkampf meiner bisherigen Karriere und darauf bin ich auch sehr stolz“, erzählt die merhfache Staatsmeisterin. Ein weiterer Höhepunkt gelang ihr im selben Jahr mit dem Einzug ins EM-Mehrkampffinale und Rang 21. 2023 wurde Frysak zudem zu Österreichs Turnsportlerin des Jahres gewählt.

Von dieser Erfahrung sollen in Zagreb auch ihre jüngeren Teamkolleginnen profitieren. Frysak bezeichnet sich selbst mit einem Augenzwinkern als „Team-Mama“. Vor Testwettkämpfen versammelt sie die Mannschaft, spricht motivierende Worte und bietet sich den Jüngeren als Ansprechpartnerin an. „Ich möchte mich nirgendwo aufdrängen, aber ich bin schon so ein bisschen die Team-Mama. Ich möchte einfach ein Safe Space oder eine Ansprechperson sein – egal, ob es ums Turnen oder um etwas Persönliches geht.“

Bei der EM verfolgen Frysak und ihre jungen Teamkollegin eine übergeordnete Mission: „Ganz klar, dass wir mit dem Team die Top 13 schaffen. Das ist für uns alle das größte und wichtigste Ziel.“ Damit würde Österreich gleichzeitig das Ticket für die Weltmeisterschaft im Oktober lösen. Für die erfahrenste Turnerin im Team geht es aber auch darum, die großen Momente ihrer Karriere weiterhin bewusst mitzunehmen: „Man möchte das alles wirklich genießen, sein Bestes geben und fürs Team einfach da sein.“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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