Für die U20-Weltmeisterschaften werden nur die Top-8 Athlet:innen der Netto-Weltrangliste nach Eugene entsendet. Das finale Ranking wird morgen Montag mit dem Stand der Weltbestenlisten (Top Lists) um 12:00 Uhr erstellt werden.
U23 Frauen
Tabea Schmid (ULC Riverside Mödling) hatte gestern bereits die 800m sowie die 5.000m souverän gewonnen, auch heute war die U20-EM-Teilnehmerin des Vorjahres über die 1500m nicht zu schlagen und darf sich jetzt Dreifach-Meisterin nennen. 4:33,46min lautete ihre Siegerzeit, in ihrem Windschatten schafften Flora Heiml (LAC BMD Amateure Steyr) mit 4:36,76min und Emma Hainzer (Union Salzburg LA) mit 4:37,73min jeweils neue PB.
Tabea Schmid: „Ich habe auf drei Titel gehofft, aber man weiß nie ob es auch aufgeht. Ich freu mich riesig über die Siege und freue ich auch schon auf die Staatsmeisterschaften, das werden sicher coole Rennen.“
U20-WM-Kandidatin Lenia Standfest (ATSE Graz) musste sich über 100m steigern, wurde sie doch gestern von 400m-Hürden-Sieger Max Baxa vom 8. Platz im Qualifikations-Ranking verdrängt. Im Vorlauf legte die Steirerin mit 10,64s (2,4) schon einmal eine schnelle Zeit vor, im Finale lief es für sie dann aber weniger gut und sie musste sich mit 11,85s (0,4) sogar Christiane Krifka (SVS LA) geschlagen geben, die mit 11,75s PB erzielte.
Christiane Krifka: „Das war sicher unerwartet, denn den harten Tag von gestern habe ich richtig in den Beinen gespürt. Auch beim Vorlauf heute war viel Gegenwind, das ist anstrengender als man glaubt, daher überrascht mich die PB doch sehr.“
Über 400m war ein Zweikampf zwischen Elisabeth Golger (KLC) und U20-WM-Kandidatin Amelie Kofler (TIROLER SprintChampion) erwartet worden und die beiden enttäuschten die Zuseher nicht. Nur 8/100s trennten sie im Ziel, die Kärntnerin hatte mit 55,07s am Ende einen hauchdünnen Vorsprung vor der Tirolerin, die ihre Position für die U20-WM damit nicht verbessern konnte.
Im Duell der Mehrkämpferinnen hatte Olivia Benesch (PSV Wels Leichtathletik) im Weitsprung mit 5,84m (2,2) die Nase knapp vor Christiane Krifka (SVS LA), die heute auf 5,79m (1,2) kam, das Podest vervollständigte Selina Müller (ULC Riverside Mödling) mit 5,53m (1,2). Im Speerwurf feierte Madeleine Huber (IAC) anschließend ihren ersten U23-Titel, sie kam heute auf eine Weite von 40,96m.
Die abschließende 4x100m Staffel gewann SU Leibnitz 1 in 47,55s.
U23 Männer
Ein „Battle Royal“ war über 400m erwartet worden, hatten doch mehrere Athleten Bestzeiten unter 48 Sekunden zu bieten. Nationalstaffelläufer Michael Gantner (ULC Dornbirn) war am Ende mit einer stark gelaufenen Zielgerade und 47,79s (PB) knapp vorne, Samuel Lengauer (TGW Zehnkampf-Union) mit 47,88s und Markus Locsmandy (LT Bgld Eisenstadt) mit 47,89s (PB) machten dem Vorarlberger aber bis zur Ziellinie das Leben schwer.
Michael Gantner: „Ich war etwas nervös und bin daher verhalten angelaufen, aber nach 200m habe ich gemerkt, dass noch was geht und habe Gas gegeben. In den nächsten Jahren haben wir sowohl in der U23 als auch bei den Erwachsenen sicher eine gute 4x400m Staffel.“
Laut seinem Trainer Gottfried Lammerhuber muss Österreichs aktuell bester 800m-Läufer Niklas Kainrath (Union St. Pölten) einmal im Jahr die 1500m laufen, und heute in Rif schaffte der Niederösterreicher wie schon letztes Jahr das Double über die Mittelstrecken. 4:00,64min benötigte er heute und war damit um 98/100s schneller als Hindernisspezialist Damian Eror (LAC Waidhofen/Ybbs) und weitere 34/100s als Elias Pölzl (KSV Alutechnik).
Niklas Kainrath: „Es war ein tolles Wochenende. Ich hätte das Rennen heute schneller erwartet, aber für mich war es besser, dass es langsamer war. Auch war heute weniger Wind als gestern, das war angenehmer zu laufen.“
Sogar Windstille herrschte beim Finale über 100m, wo Michael Margayan (DSG Wien) mit 10,84s deutlich voran lag. Dahinter wurde es knapp, vier Sprinter finishten innerhalb von 6/100s, 200m-Meister Maximilian Graff (ATSE Graz) mit 10,93s und sein Vereinskollege Jonathan Wieser mit 10,94s wurden Zweiter und Dritter.
Im Speerwurf übertraf Lokalmatador Jakob Grubmüller (Union Salzburg LA) mit 60,04m als einziger die 60m-Marke und hatte fast 6 Meter Vorsprung auf die Konkurrenten. Knapper ging es im Weitsprung zu, wo Florian Simmer (TGW Zehnkampf-Union) nach einem spannenden Duell mit 6,95m (-1,5) nur um 19cm weiter sprang als sein härtester Gegner Leopold Nguyen (SU IGLA long life), der PB aufstellte.
In die Steiermark ging der letzte Titel dieser Meisterschaften, denn ATSE Graz 1 gewann nicht unerwartet die 4x100m Staffel in 41,77s.
WU18
Kugelstoßerin Sophia-Maria Thoma (Raiffeisen TS Bludenz) fehlten nur mehr 6/100cm auf das U18-EM-Limit von 14,40m, sie war also die heißeste Kandidatin auf eine weitere Norm am heutigen Tag. Mit 13,51m und Silber wurde daraus aber leider nichts, überraschend schaffte dies aber die neue Meisterin Marie Schrittwieser (Union St. Pölten), die mit 14,42m (PB) um 2cm weiter als gefordert stieß und somit in Rieti mit einem Doppelstart Kugel/Diskus planen darf. Den Diskuswurf konnte die Niederösterreicherin anschließend doch etwas überraschend aber nicht gewinnen, sie holte mit 33,90m „nur“ Silber, Gold sicherte sich Ricarda Braun (ULC Dornbirn) mit 37,16m.
Gleich sechs Sprinterinnen lagen nach den Vorläufen über 100m innerhalb von 21/100s, es kündigte sich also ein sehr knappes Finale an. Dort legte Favoritin Alina Glasner (SU IGLA long life) aber noch einen Zahn zu und war mit 12,33s (0,0) dann klar die Schnellste vor Neo-6m-Weitsprinngerin Deborah Achleitner (ATSV Innsbruck) mit 12,50s. Jasmin Ungersböck (ULC Riverside Mödling) hatte sich gestern schon die 200m gesichert, heute wurden auch die 400m eine Beute für sie. Mit 55,98s blieb die Niederösterreicherin nur knapp über ihrer PB und hatte mehr als eine Sekunde Vorsprung auf 800m-Meisterin Magda Karall (LT Bgld Eisenstadt), die mit 57,11s neue PB aufstellte.
Jasmin Ungersböck: „Es war ein sehr schönes Wochenende für mich, jetzt freue ich mich schon sehr auf Italien, wo ich über 200m und 400m starten werde. Langfristig ist der Traum einmal bei Olympia starten zu können.“
Nicht weniger als gleich die Top-7 über 1500m schafften eine persönliche Bestleistung, allen voran die nunmehrige Doppelmeisterin Magda Karall (LT Bgld Eisenstadt), die in 4:51,37min die Schnellste war. Nur um 14/100s dahinter holte Eulalie Martin (UAB Athletics) Silber, Bronze ging in 5:53,98min an Nina Holzknecht (TS Innsbruck).
Im Dreisprung durfte sich Dalia Friscic (ATSV OMV Auersthal – Athletics 22) über Gold freuen, sie schaffte erst im letzten Durchgang mit 11,51m (0,0) und PB die größte Weite des Tages und fing so gerade noch die Jahresbeste Deborah Achleitner (IAC) ab, die mit 11,28s (-0,4) ebenfalls PB aufstellte. Noch knapper verlief der Hochsprung, gleich drei Athletinnen übersprangen 1,64m, nur auf Grund der geringeren Fehlversuche bekam Clara Ladstätter (TGW Zehnkampf-Union) Gold überreicht, Christina Marta Kropf (ATSE Graz) und Vanessa Janis (HSV Bruck Kaisersteinbruch) teilten sich Rang 2. Im Speerwurf war die bereits für die U18-EM qualifizierte Lea Grubmüller (ATSV Linz LA) mit 48,23m eine Klasse für sich.
Die 4x100m Staffel gewann die ULC Riverside Mödling 1 mit einer Zeit von 49,07s.
MU18
Über 100m war Rekordhalter Marco Glinz (UVB Purgstall) eine Klasse für sich, auch wenn die Dichte an guten Sprintern in Österreich in dieser Altersklasse aktuell sehr hoch ist. Mit 10,54s (0,4) blieb der Niederösterreicher nur um 5/100s über seiner ÖLV-Bestleistung und zeigt sich in toller Form für die U18-EM. Lucas Gschier (ULC Riverside Mödling), der in Rieti nur im Zehnkampf am Start sein wird, mit 10,70s (PB) und Nicolas Schwendt (DSG Wien) mit 10,89s standen mit ihm auf dem Podest. Letzterer wird in Italien über 100m und im Weitsprung starten.
Marco Glinz: „Die 200m von gestern habe ich schon noch in den Beinen gespürt, aber daran muss ich mich im Hinblick auf die U18-EM sowieso gewöhnen. Sonst habe ich mich gut gefühlt und bin mit der Zeit sehr zufrieden. Bei der EM will ich, wenn möglich, wieder PB laufen.“
Lucas Gschier: „Ich wollte mich vor der EM von Marco noch einmal zu einer schnellen Zeit ziehen lassen und es hat geklappt. Ziel im Zehnkampf ist mindestens acht von zehn Bewerbe besser zu machen als zuletzt, das will ich in Italien schaffen.“
Über die 1500m doppelte Sebastian Kofler (LC Villach) nach seinem gestrigen Sieg über 800m in 4:16,08min nach, dahinter platzierten sich Jonas Mesi (SU IGLA long life) in 4:17,17min und 3.000m-Meister Matteo Xaver Jost (LC Villach), er benötigte 4:17,53min. Drei U18-EM-Limiterbringer waren dann über 400m zu Gange, und Multitalent Sebastian Kofler (LC Villach) konnte sich mit deutlichem Vorsprung in 48,74s seinen dritten Titel an diesem Wochenende holen. Zsombor Klucsik (TS Egg) sprengte mit 49,19s das Kärntner Duo, denn Matthias Altenberger (LC Villach) wurde für seine 49,79s mit Bronze belohnt.
Sebastian Kofler: „Drei Bewerbe zu laufen und auch zu gewinnen war schon sehr schwer. Mit dem Titel über die 400m hätte ich gar nicht mehr gerechnet. Aber über diese Distanz möchte ich heuer noch den österreichischen U18-Rekord angreifen, ich weiß ja noch gar nicht wie man 400m richtig läuft.“
Den Speerwurf gewann Lokalmatador Raffael Vent (Union Salzburg LA) mit 58,47m und mehr als 7 Metern Vorsprung, ebenso klar siegte Ezel Yazici (Pro Team Vienna) im Hochsprung, er hatte mit übersprungenen 1,99m gleich 7cm mehr in der Wertung als die Konkurrenz. An Dramatik kaum zu überbieten war hingegen der Diskuswurf, am Ende trennten die Top-3 nur 63cm. Philipp Schwarhofer (ATSE Graz) mit 42,93m (PB) vor Simon Url (MLG Sparkasse) mit 42,88m und Samuel Auinger (ULC Hirtenberg) mit 42,30m (PB) lautete das Endergebnis. Schwarhofer konnte sich wenig später auch den Kugelstoß sichern, 14,41m lautete hier seine Siegesweite. Und schließlich gewann der als Jahresbeste angetretene Nico Hollaus (TGW Zehnkampf-Union) den Dreisprung mit 13,14m (0,0).
Die 4x100m Staffel von ULC Riverside Mödling 1 machte es ihren Vereinskolleginnen nach und holte mit 44,06s Gold.
Links
Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | @amri.sports






