Zwei Monate vor der EM: Nationaltrainer ziehen positive Bilanz

Noch sind’s mehr als zwei Monate bis zur Kunstturn-Europameisterschaft in Zagreb (CRO/Frauen: 13. – 16.08., Männer: 19. – 23.08.). Die letztwöchigen Titelkämpfe in Dornbirn galten als erster Qualifikationswettkampf, im Juli fließt dann noch – als zweiter Test – ein Ländervergleichskampf in die Beurteilung mit ein. Danach wird Turnsport-Austria-Sportdirektor Fabian Leimlehner das rot-weiß-rote EM-Team nominieren.

Die Frauen – rund um Charlize Mörz und Selina KIckinger – treffen am 11. Juli in der Sport Arena Wien auf die Schweiz, Slowakei und Tschechien, die Männer bekommen es eine Woche später, am 18.07., im Winterhafen Linz mit Deutschland, Slowakei, Tschechien und Ungarn zu tun.

Danach wird Turnsport-Austria-Sportdirektor Fabian Leimlehner – in Abstimmung mit dem Technischen Komitee – das EM-Team für Zagreb – jeweils fünf Aktive bei Frauen wie Männern – nominieren.

Turnsport Austria bat Österreichs Nationaltrainer, Lara Van Dyck und Michael Fussenegger, nach Dornbirn um eine erste Zwischenbilanz.

Welche Erkenntnisse nehmt ihr von den Titelkämpfen mit?

Lara Van Dyck: „Allgemein gesprochen: Mir war auch bei den Meisterschaften wichtig, dass die Olympia-Kader- und Nationalkader-Turnerinnen als Team gut funktionieren. Ich habe meine ersten Österreichischen Meisterschaften sehr positiv erlebt, wir hatten Spaß und das Niveau der gezeigten Übungen war hoch, die Anzahl der Stürze am Schwebebalken hat sich in Grenzen gehalten. Wo wir noch Nachholbedarf haben, ist natürlich am Stufenbarren, das war uns auch schon vor Dornbirn klar. Da besteht – punkto Schwierigkeitsgrad – noch viel Luft nach oben und das geht bekanntlich nicht von heute auf morgen. Der Stufenbarren gilt nicht umsonst als schwierigstes Gerät. Was mir gefallen hat: Selina Kickinger wollte vor zwei Wochen am Stufenbarren noch gar nicht antreten, weil sie nach ihrer langen Verletzungspause noch keine Übung einstudiert hatte. Dann hat sie im Mehrkampf und im Gerätefinale zwei sehr starke Übungen abgeliefert. Leni Bohle hat am Boden endlich den Tsukahara präsentiert – das gibt ihr sicher Auftrieb. Am Sprung hat sie bei den Staatsmeisterschaften für die Höchstnoten an diesem Wochenende gesorgt. Wir liegen jedenfalls auf Kurs, würde ich sagen. Die gezeigten Leistungen machen mir Hoffnung.“

Michael Fussenegger: „Mein Highlight war natürlich, dass Askhab Matiev nach einjähriger Pause in dieser Form zurückkommt und sich gleich den Mehrkampftitel holt. Es ist schön, dass seine Leidensgeschichte so ein Ende findet – einen verlässlichen Turner wie ihn können wir gerade jetzt, wo wir drei Verletzte zu beklagen haben, mehr als gut gebrauchen. Gino hat im Mehrkampf teilweise gepatzt, in den Gerätefinale, dann seine Klasse gezeigt. Seine Pferdübung hat mich beeindruckt. Auch Vincent Lindpointner hat Moral bewiesen und in den Gerätefinali einen guten Eindruck hinterlassen. Im Mehrkampf hat er einen schwarzen Tag erwischt, aber zwei Monate vor der EM kann so etwas passieren. Ab sofort arbeiten wir an der Ausführung und am Feinschliff.“

Charlize Mörz hat zugunsten der Matura-Vorbereitung auf einen Antritt verzichtet. Lara, wie zufrieden bist du mit ihren Trainingsleistungen?

Van Dyck: „Charlize hat beim Weltcup in Osijek schon aufgezeigt und einmal mehr bewiesen, dass sie – am Boden und am Sprung – mit der Weltklasse mithalten kann. Uns ist wichtig, dass sie jetzt auch als Mehrkämpferin aufzeigt und ihre Leistungen an allen vier Geräten stabilisiert. Das Zeug dazu hat sie.“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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