Überraschend stark besetztes ÖLV-Hallenmeeting am Samstag in Wien
Im Anschluss an die österr. Masters-Meisterschaften findet am Samstag, 7. März 2026, in der Sport Arena Wien ein kleines, aber sehr gut besetztes Hallenmeeting statt. Zwischen 16:15 und 19:00 Uhr warten einige hochkarätige Bewerbe. Zuschauer:innen sind herzlich willkommen, der Eintritt ist kostenlos möglich. Keine Anmeldung erforderlich. Die Idee zu diesem Meeting stammt von ÖLV-Trainer Philipp Unfried, der für dieses Wochenende noch eine Wettkampfmöglichkeit für seine Athletinnen zur Vorbereitung auf die Hallen-WM in Torun (POL), 20.-22. März 2026, suchte. Da sich international nichts finden ließ, sprang der ÖLV als Veranstalter ein.
Österreichs Top-Sprinterinnen Magdalena Lindner (Union St. Pölten, PB: 7,21 s)) und Isabel Posch (TS Lustenau, PB: 7,26 s) treten eine Woche nach den Hallen-Staatsmeisterschaften neuerlich zum 60-m-Duell an. Sie werden auf die starke Irin Molly Scott (PB: 7,20 s) und die Slowakin Ema Bendova (PB: 7,34 s) treffen. 60-m-Hürdensprinterin Karin Strametz (SU Leibnitz, PB: 7,99 s) wird von Ungarns Rekordhalterin Luca Kozak (7,92 s), der Slowenin Nika Glojnaric (PB: 7,98 s) und der Tschechin Tereza Corejova (8,07 s) gefordert.
Über 60 m der Männer führen der ehemalige Hallen-Europameister Jan Volko (SVK, PB: 6,55 s), Österreichs Top-Sprinter Markus Fuchs (Union St. Pölten, PB: 6,58 s) und der Schwede Jean-Christian Zirignon (PB: 6,68 s) das Feld an. Ein Highlight verspricht auch der Weitsprung der Damen zu werden, wo die Serbin Milica Gardasevic, die mit ihrer Saisonbestleistung von 6,66 m noch außerhalb der Hallen-WM-Quotenplätze liegt, eine neue Bestweite anpeilt.
- Zeitplan und Nennungen
- Startlisten und Live-Results ab 16:15 Uhr
- Livestream (unkommentiert) ab 16:10 Uhr
Österreichische Masters-Meisterschaften
Am Samstag finden in der Sport Arena Wien ab 9:00 Uhr die österreichischen Masters-Hallenmeisterschaften statt. Mehr als 270 Athlet:innen werden dabei um Edelmetall in den diversen Altersklassen kämpfen. Der älteste Athlet dieser Veranstaltung ist Dr. Hermann Andrecs (SU Leibnitz), der vor wenigen Tagen seinen 95. Geburtstag feierte und im Hochsprung, Weitsprung und Kugelstoß der M95-Klasse antreten wird. Seine Ehefrau Katharina Andrecs ist mit 92 Jahren die älteste weibliche Teilnehmerin. Sie wird das 1500-m-Bahngehen in der W90-Klasse bestreiten. Zahlreiche Masters-WM- und -EM-Medaillengewinner:innen der letzten Jahre werden ebenfalls in der Sport Arena Wien antreten und so die Meisterschaften zu einem Fest der Senioren:innen-Leichtathletik machen.
Die Startlisten und Live-Ergebnisse sind am Samstag unter diesem Link auf der Seltec-Website zu finden.
Julia Mayer hat ihre „Mission LA28“ gestartet
Über 200 Gäste feierten am Montag im Haubenlokal „Bevanda“ im niederösterreichischen Gloggnitz den Startschuss für Julia Mayers Olympiakampagne, die sie 2028 nach Los Angeles (USA) führen soll. Die 33-jährige Langstreckenläuferin startete erst 2017 mit dem Laufsport und belegte in ihrem ersten Rennen, dem Vienna Night Run um die Wiener Ringstraße, den dritten Platz. Mittlerweile hält die von Vincent Vermeulen betreute Olympia- und WM-Teilnehmerin die österreichischen Rekorde im Halbmarathon und Marathon.
Mit ihrem Auftreten, ihrem hohen Bekanntheitsgrad und bestens begleitet durch ihren Lebenspartner Richard Schmied hat sich Mayer mittlerweile einen Marktwert von 3.0 Mio. Euro erabeitet, wie im Zuge des offiziellen Teils bekanntgegen wurde. Zahlreiche Unterstützer:innen und Sponsoren kamen dabei ebenfalls zu Wort, der bekannte britische Sänger James Cottriall sorgte live für die musikalische Untermalung. ÖLV-Generalsekretär Helmut Baudis nützte die Gelegenheit, um ihr vor Ort die ÖLV-Rekordplakette für den aktuellen Marathonrekord (2:26:08 Std., Valencia/ESP, 07.12.2025) zu überreichen.
Unter den Gästen in Gloggnitz waren u.a. Linz-Marathon-Organisator Günther Weidlinger, die Frauenlauf-Organisatoren Ilse Dippmann und Andreas Schnabl, Vienna-Night-Run-Chef Hannes Menitz, Journalist Olaf Brockmann, ÖLV-Delegationsleiter für die EM in Birmingham Hannes Gruber und viele andere mehr. Im Zuge der Veranstaltung gab Julia Mayer bekannt, dass sie ihren nächsten Marathon bei den österreichischen Staatsmeisterschaften im Zuge des Oberbank Linz Marathons, am 12. April 2026, laufen wird.
„Starke Frauen – Starker Sport“
Unter diesem Motto fand vergangenen Montag eine Networking-Veranstaltung in Wien statt. Frauen aus allen Bereichen des Sports konnten ihre Perspektiven und Erfahrungen einbringen – Schwerpunkte und Impuls für die weitere sportpolitische Arbeit konnten gesetzt werden. Der ÖLV war dabei durch Präsidentin Mag. Sonja Spendelhofer, Dr. Beate Taylor (High Performance-Coordinator) sowie die erfolgreiche 800-m-Läuferin Caroline Bredlinger vom Lt. Bgld. Eisenstadt vertreten. Österreichs Spitzenpolitik nahm mit Sportstaatssekretärin MMag. Michaela Schmidt sowie die beiden Ministerinnen Dr. Anna Sporrer (Justiz) und Eva-Maria Holzleitner, BSc (Frauen, Wissenschaft und Forschung) an der Veranstaltung teil.
Nachtrag aus den USA
Pauline Schedler (TS Egg) verbesserte sich bei den Missouri Valley Conference Championships in Indianapolis über die Meile auf 4:40,61 min und kam damit auf Platz 2. Dies ist die schnellste jemals gelaufene Hallenzeit einer heimischen U20-Athletin und somit eine neue ÖLV-U20-Bestleistung.
Österreichs Leichtathletik trauert um Sepp Schopf
Josef „Sepp“ Schopf ist gestern im Alter von 72 Jahren überraschend verstorben. Er war der Entdecker von Diskuswurf-Star Lukas Weißhaidinger und sein erster und langjähriger Trainer. Schopf führte den Nachwuchswerfer Weißhaidinger zu unzähligen ÖLV-Nachwuchsrekorden im Kugelstoß, Diskuswurf und Hammerwurf, zwei EYOF-Goldmedaillen 2009 (Diskuswurf, Hammerwurf), dem vierten Platz bei der U18-WM im Kugelstoß 2009 mit einer Weite von 20,19 m sowie zum Junioren-Europameistertitel (63,83 m, 1,75kg) im Diskuswurf in Tallinn (EST) im Jahr 2011. Schopf bildete sich dabei als Trainer laufend weiter und suchte den Kontakt zu deutschen Top-Trainern und Trainingsgruppen.
Nachdem Gregor Högler die Hauptbetreuung von Lukas Weißhaidinger im Herbst 2025 übernahm, blieb Schopf dem Duo Weißhaidinger/Högler stets eng verbunden, unterstützte im Hintergrund und auch bei Heimtrainings Weißhaidingers in Taufkirchen. Sepp Schopf war auch immer wieder als Vortragender bei Trainer:innen-Ausbildungen der diversen Stufen im Einsatz. Er konnte authentisch den Werdegang bei den technischen Fertigkeiten und den athletischen Parametern vom vielseitigen Nachwuchswerfer zu einem internationalen Top-Athleten referieren.
Josef Schopf erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Leistungen als Trainer. Besonders stolz war er auf den „Leo“, einer speziellen Auszeichnung, die nach Journalisten Leo Strasser benannt ist, und alljährlich im Zuge der ÖON-Sportler:innenwahl an verdiente Persönlichkeiten vergeben wird. Im Jahr 2018 wurde diese Ehre Josef Schopf zu teil (Foto: GEPA-Pictures).
Wir werden Sepp Schopf immer ein ehrendes Andenken bewahren und drücken an dieser Stelle unser Mitgefühl gegenüber seiner Familie und den Hinterbliebenen aus. Danke Sepp, wir werden dich nie vergessen! Informationen zum Begräbnis folgen, sobald sie vorliegen.
Korrektur: Medaillenspiegel vom Wochenende
Der vom Wettkampfprogramm automatisch Medaillenspiegel der ö. Hallen-Staatsmeisterschaften und ö. U18-Meisterschaften war leider nicht ganz korrekt. Die Zahlen wurden daher bei der Latest-News-Ausgabe am Montag nicht korrekt wiedergegeben, daher möchten wir folgende Korrektur anmerken: Die TGW Zehnkampf-Union beendete das Staatsmeisterschafts- und ÖM-U18-Wochenende mit 5 Gold, 3 Silber- und 6 Bronzemedaillen auf dem zweiten Platz des Medaillenspiegels.
Der ULC Wildschek
In den Latest News vom 5.1.2026 haben wir über die Geschichte des WAC geschrieben. 1968 verließ fast die gesamte Leichtathletiksektion den Traditionsverein im Wiener Prater. Mit einigem Risiko, denn sie hatten weder einen Sponsor noch eine Trainingsanlage.
Egon Wildschek stellte sich mit seiner Firma als Sponsor hinter den Verein, für den sein Sohn Erich als Weitspringer aktiv war. Und die Gemeinde Wien stellte dem ULC Wildschek als erstem Verein Räumlichkeiten im Praterstadion als Heimstätte zur Verfügung. In diesen wurde dann eine Kraftkammer eingerichtet und sogar eine überdachte Tartan-Trainingsbahn. Das Praterstadion selbst bekam erst 1976 eine Kunststoffbahn. Bereits 1970 konnte der neue Verein dann die österreichischen Vereinemeisterschaften der Frauen gewinnen, 1972 dann auch erstmals bei den Männern. 1971 und 1973 gewannen sie den ÖLV-Cup.
Die bekanntesten Athet:innen des ULC Wildschek waren Ilona Gusenbauer, Christiane Wildschek, die Sprintstaffel der Männer (Georg Regner, Axel Nepraunik, Gerd Nöster, Helmut Lang), Gottfried Gassenbauer, Alfred Stummer und viele mehr. Der Verein bestand bis 1992. Dann wurde er aufgelöst, da sein Sponsor wegfiel. Einen Nachfolgeverein gab es diesmal nicht, die Athlet:innen verteilten sich auf verschiedene andere Vereine.
Bozhidar Sarâboyukov als vielseitiger Springer
Der 21-jährige Bulgare führte bereits vor dem letzten Wochenende mit 8,45 m die Jahresweltbestenliste im Weitsprung an. Bei den Bulgarischen Meisterschaften in Sofia verbesserte er sich im Dreisprung auf 16,61 m und im Hochsprung auf 2,28 m. Im Hochsprung hätte er sich jetzt ebenfalls für die Hallen-Weltmeisterschaften qualifiziert.
Falsch abgebogen
In Atlanta fanden am Sonntag die US-Meisterschaften im Halbmarathon statt. Einen unglücklichen Zwischenfall gab es bei den Frauen. Ein Verkehrsunfall nahe einer Kreuzung der Laufstrecke sorgte dort laut Veranstalter für Verwirrung. Der Fahrer des „Führungsautos“ bog daraufhin an der Kreuzung falsch ab. Die drei führenden Athletinnen Jess McClain, Emma Grace Hurley und Ednah Kurgat folgten ihm in der Endphase des Rennens bei ca. 1:04 Std. Nachdem der Irrtum bemerkt wurde, drehten die Athletinnen nach zirka 400 Metern wieder um und liefen zurück. Zu spät, um noch um den Sieg mitlaufen zu können. Molly Born gewann in 1:09:43 Std. Jess McClain kam dann als Beste der Trios als 9. in 1:11:27 Std. ins Ziel. Interessant ist, wie der US-Verband jetzt bezüglich der Entsendung zur Halbmarathon-WM entscheidet.
Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | Helmut Baudus, Michael Gstöttner, Bernhard Rauch und Robert Katzenbeißer





