Ein Heimchampionat, Gold zum Abschluss, eine Ehrenrunde voller Emotionen – schöner hätte sich Anna Weidenauer ihr Karriereende kaum ausmalen können. Mit gerade einmal 21 Jahren sagt die zweifache Welt- und zweifache Europameisterin (Junioren und Young Vaulter) dem Spitzensport Adieu. Der Sieg bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften in Sighartstein 2025 wurde zum letzten Kapitel, das Heimchampionat Anfang August in Stadl-Paura zum goldenen Schlusspunkt.
„Es fühlt sich erleichternd, sentimental und gleichzeitig sehr emotional an“, beschreibt Weidenauer ihr für viele überraschendes Karriereende. „Als ich nach meinem letzten Durchgang in Stadl-Paura beim Heimchampionat vom Pferd gestiegen bin, wusste ich sofort: Das war’s. Ich bin stolz, dass ich so cool damit abschließen konnte.“ Nachsatz: „Heute war es für mich nicht mehr so einfach. Ich habe nicht mehr so viel trainiert und bin vom Kopf her nicht mehr 100 Prozent da gewesen.“
Der Entschluss zum Rücktritt
Die Niederösterreicherin hatte sich schon länger damit beschäftigt, den richtigen Zeitpunkt für das Ende zu finden. Der Sport war für sie nie mehr als „ein Hobby auf höchstem Niveau“ – der Spaß musste im Vordergrund stehen. Und sie wusste: Sollte der irgendwann verloren gehen und sich die Prioritäten im Leben verschieben, sei es Zeit, aufzuhören.
„Die Uni war mir immer extrem wichtig“, erzählt die Jus-Studentin, die mittlerweile im vierten Jahr ihres Studiums steht. „Ich wollte auch Zeit haben, einfach Studentin zu sein und das normale Leben zu genießen.“ Der Plan reifte im Frühjahr 2025: Wenn das Heimchampionat gelingt, dann soll Schluss sein. „Es war mein erstes Championat in Österreich seit 2017 – diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ich plane sehr gerne im Leben, und ich kann jetzt mit voller Überzeugung sagen: Dieser Plan ist mir voll aufgegangen.“
Text- und Bildquelle: Österreichischer Pferdesportverband





