„Wir müssen Runs wegstecken, sonst ist die Partie gelaufen“ – Güttl über Comeback und Gmundner Schlüsselspiel

Vier Lions-Siege in Serie, ein 107:62-Statement gegen BC Vienna – und endlich ist auch Kapitän Benedikt Güttl wieder mit an Bord: Der Anführer des Löwenrudels ist zurück am Court, und das Timing könnte kaum besser sein. Nach monatelanger Verletzungspause feierte der Routinier im Lions Dome ein emotionales Comeback. Rechtzeitig, denn im Kampf um die Top 6 der win2day Basketball Superliga wartet mit den Raiffeisen Swans Gmunden bereits der nächste „Must-Win“.

Nach einem verhaltenen Saisonstart liegen die druck.at Traiskirchen Lions aktuell auf Rang acht (7–9). Doch seit einigen Wochen läuft es: vier Siege in Folge, endlich ein Rhythmus, erstmals wieder ein kompletter Kader. Das Duell in Gmunden gegen den Tabellensechsten (9–7) ist nun bereits richtungsweisend, verrät Benedikt Güttl im Gespräch mit Basketball Austria.

Basketball Austria: Das Comeback hätte mit dem dominanten Sieg gegen Wien besser nicht sein können. Du hast auch bereits wieder eine gute Figur gemacht. Wie hast du selbst das erste Spiel zurück empfunden?
Benedikt Güttl: Es hat sehr Spaß gemacht, nach längerer Pause wieder auf dem Feld zu stehen. Vor allem zuhause vor den eigenen Fans aufzulaufen und das Comeback mit einem Sieg zu krönen, war schön. Allerdings sollte man den deutlichen Sieg nicht überinterpretieren, denn Wien hatte gleichzeitig ein ABA-Liga-Spiel und somit nicht den vollen Kader zur Verfügung.

Wo hinkst du momentan noch hinterher – wenn überhaupt?
Es gibt noch einige Baustellen, besonders konditionell tue ich mir schwer, über einen längeren Zeitraum die hohe Intensität zu gehen. Da wird es noch einige Trainings und Spiele brauchen, um auf das gewohnte Niveau zurückzukommen.

Eure Saison ist bisher nicht nach Wunsch verlaufen. Wie bitter war es für dich als Führungsspieler, zuschauen zu müssen und nicht aktiv eingreifen zu können? Wie geht man als Profi mit so einer Situation um?
Als Spieler ist es immer schwer zu akzeptieren, dass es gerade einfach nicht geht. Wichtig war für mich die offene Kommunikation und der Austausch mit unserer Sportpsychologin. Dadurch habe ich es nach und nach geschafft, mich auf die kleinen Erfolge im Heilungsprozess zu konzentrieren und weniger verpassten Spielen und Chancen nachzutrauern.

Am Samstag seid ihr endlich komplett. Was ist jetzt noch möglich – bleibt die Top-6 euer Ziel?
In der Theorie ist das Erreichen der Top 6 noch möglich. Mit diesem Wissen gehen wir in die letzten Runden und werden alles Mögliche daran setzen, das zu schaffen.

Das Sonntagsspiel gegen die Swans könnte bereits ein Schlüsselspiel sein. Worauf kommt es gegen die Oberösterreicher an?
Um in Gmunden zu bestehen, muss man vor allem mental stark sein und in der Lage, kleine Runs der Gastgeber schnell wegzustecken – sonst kann die Partie gleich gelaufen sein. Gelingt uns das und wir können das Spiel lange offen halten, traue ich uns einen Sieg zu.

Ende Februar spielt das Nationalteam wieder. Ist das für dich nach der langen Zwangspause eine Option oder ein Ziel?
Dazu kann ich aktuell noch keine Prognose liefern. Einerseits muss man sehen, ob das Knie bei der höheren Belastung mitmacht, andererseits gibt es aktuell viele Spieler, die in Topform sind und sich über die Monate einen Platz im NT-Kader verdient haben. Momentan liegt mein voller Fokus auf den letzten Spielen der Rückrunde. Alles Weitere wird man dann sehen.

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Basketballverband

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