Gleich drei starke rot-weiß-rote Athletinnen drücken dem Mountainbike-Weltcup in diesem Jahr den Stempel auf. Neben den arrivierten Laura Stigger und Mona Mitterwallner, die vor zwei Wochen in Nove Mesto gewann, arbeitete sich auch Tamara Wiedmann unter die absoluten Topfahrerinnen im Cross-Country nach vorne. Das Tiroler Trio wohnt nur wenige Kilometer voneinander entfernt am Fuße des Ötztals und beim Heimweltcup am Sonntag im Cross-Country war Wiedmann als Fünfte die beste Österreicherin.
Die 23-Jährige egalisierte im Salzburger Land ihr bestes Weltcupergebnis und wurde wie schon Araxa zum Saisonauftakt Fünfte. Nach einer etwas verkorksten Startrunde, bei dem sie auf Platz 29 zurückfiel, war sie in den letzten drei Runden die absolut schnellste Fahrerin des Tages. Ein Sturz in der Schlussrunde ließ die Schweizer Olympiasiegerin Jolanda Neff noch einmal an Wiedmann vorbeiziehen, aber nach anfänglichem Ärger überwog die Freude über die starke Leistung vor heimischen Publikum,
“Vielleicht habe ich ein wenig zu früh die Nerven verloren im Kampf gegen Jolanda“, meinte die Tirolerin nach dem Rennen und ergänzte: “Die Woche war jetzt nicht die Einfachste für mich. Ich habe den Druck vom Heimweltcup gespürt, den Start auch nicht gut erwischt. Aber ich habe nicht aufgegeben und mich Runde für Runde vorgekämpft.“
Mit dem Ziel, vor allem vor dem heimischen Publikum zu glänzen, drehte Wiedmann zur Bestleistung auf. “Es motiviert extrem, wenn du deinen Namen im Rennen so oft hörst“, meinte sie angesprochen auf die zahlreichen Fans, die vor allem die Lokalmatadorinnen besonders anfeuerten. “Aber natürlich ist es schön, auch vor den Eltern, Freunden, meinen Trainern so abgeliefert zu haben“, freute sie sich. Und damit bereitete sie auch ihrem Vater zum Vatertag ein besonderes Geschenk: “Er ist sicher mein größter Unterstützer und ich bin so stolz, mit ihm an meiner Seite, so ein Resultat abzuliefern.“
Ihre Teamkollegin Mona Mitterwallner war nach ihrem Sieg in Nove Mesto mit großen Hoffnungen nach Leogang angereist, doch ein platter Hinterreifen warf die mehrfache Weltcupsiegerin zurück, weshalb nach einem guten Rennen und Platz zehn eher die Enttäuschung überwog: “Es wäre das Podium drinnen gewesen, rein von der körperlichen Verfassung her. Aber ich habe im Schlamm einen Stein übersehen. Irgendwie ist es wie verhext für mich hier“, meinte die Silzerin.
Mit Laura Stigger schaffte es noch eine weitere Österreicherin in die Top 15. Die Haimingerin erwischte beim Heimweltcup nicht ihren besten Tag, kämpfte sich aber auch durch die schweren Bedingungen, auch Dank der Unterstützung der Fans: “Es macht viel aus, wenn die Familie und Freunde hinter dir stehen. Sie pushen dich an den Anstiegen, wo mir die Power fehlte. Bergab kam dann wieder die Motivation“, schilderte Stigger, die sich für die Anfeuerungsrufe bedankte: “Es ist nicht selbstverständlich, wenn das Wetter so schlecht ist, dass wir so fantastisch und frenetisch angefeuert werden. Aber es hilft immens, vor allem wenn es richtig hart ist.“
Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband





