In exakt einem Monat, von 4. bis 7. Juni, gehen zum bereits dritten Mal in Folge in der Messehalle 6 in Dornbirn die österreichischen Kunstturn-Staatsmeisterschaften 2026 in Szene. Neu ist, dass – gemeinsam mit der Elite- und Juniorenklasse – auch die Jugendmeisterschaften ausgetragen werden.
„Wir sind ein kleines, aber sehr eingespieltes Team, organisieren fast alles selbst. Die Jugendmeisterschaften bringen uns pro Tag rund 200, 300 Zuschauer mehr in die Halle. Gleichzeitig hält sich der organisatorische Mehraufwand in Grenzen“, weiß Vorarlbergs Sportdirektor Marc Brugger. Die Turnsport-Austria-Redaktion bat den Ex-Fußballer (FC Lustenau, SCR Altach) sowie EYOF-2015-Marketingdirektor zum Vorschau-Interview.
Marc, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt?
Marc Brugger: „Als ich vor fünf Jahren zu Turnsport Vorarlberg kam und wir mit der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten, haben wir die komplette Wettkampf-Organisation selbst in die Hand genommen. Angefangen haben wir mit Offenen Landesmeisterschaften, bald wurden daraus die ersten Staatsmeisterschaften. Um zu deiner Frage zurückzukommen: In der Vorbereitung sind wir meistens nur zu dritt – und ich bin der einzige Vollzeitangestellte. An den Wettkampftagen werden uns rund 100 freiwillige Helfer:innen zur Verfügung stehen. Unser OK-Team weiß, was zu tun ist, wir sind über die Jahre von Veranstaltung zu Veranstaltung abgeklärter und auch effizienter geworden.“
Was beschäftigt dich in diesen Tagen – vier Wochen vor Beginn der Veranstaltung?
Brugger: „Aktuell arbeiten wir an der Einkaufsliste fürs Catering an den vier Wettkampftagen. Um nur ein paar Zahlen zu nennen: Wir benötigen 900 kg Nudeln, 800 kg Sugo-Hackfleisch-Sauce, 600 Liter Fruchtsäfte und 500 Liter Wasser.“
Wie lange dauert der Aufbau?
Brugger: Da wir am Wochenende davor die Kunstturn-Landesmeisterschaften durchführen, werden die Geräte schon am Donnerstag, also eine Woche vor dem ersten Wettkampf der Staatsmeisterschaft aufgebaut. Die Turn-Geräte samt Wertungssystem werden aus Stuttgart mit LKW’s angeliefert. Der Warenwert beträgt rund 200.000 Euro. Für den Aufbau haben wir mit der Turnerschaft Egg ein erfahrenes Team, das mit dem Aufbau beschäftigt ist. Die 12 – 15 Helfer:innen werden nicht länger als 14 Stunden brauchen. Zusätzlich zum Leih-Equipment benötigen wir noch insgesamt 12 Betonklötze, um die Geräte in der Halle fixieren zu können. Bohren ist ja verboten. Jeder dieser Klötze wiegt eine Tonne, die muss man auch erst richtig positionieren.“
Mit wie vielen Zuschauer:innen rechnet ihr?
Brugger: „Insgesamt erwarten wir an den vier Wettkampftagen mehr als 2.000 Besucher– d.h. pro Tag bis zu 600. Unser Erfahrungswert zeigt: Die Jugend-Entscheidungen locken erfahrungsgemäß mehr Fans an als in der Elite-Klasse. Beim Nachwuchs kommt die Familie mit, bei der Elite meistens nur mehr die Coaches.“
Im letzten Jahr erreichte Turnsport Vorarlberg mit insgesamt 31 Medaillen, 16 davon in Gold, die beste Meisterschaftsbilanz aller Zeiten und stellte mit Gino Vetter, 18, den jüngsten Mehrkampf-Goldmedaillengewinner der Geschichte. Mit welchen Superlativen ist heuer zu rechnen?
Brugger: „Kampfansagen sind nicht unser Ding – außer, dass wir auf den dritten Teilnehmer:innen-Rekord in Folge hoffen. Wir freuen uns auf die Gastgeber-Rolle und die Tatsache, dass praktisch alle heimischen Top-Asse am Start sein werden (vom verletzten Mateo Fraisl einmal abgesehen). Für die Nationalkader-Athlet:innen dienen die Titelkämpfe als Generalprobe für die EM in Zagreb. Je besser sie turnen, desto besser die Stimmung in der Halle.“
Text- und Bildquelle: Turnsport Austria






