U18-EM: Unfassbare Finali mit Silber für Karall und Bronze für Klucsik

Magda Karall mit sensationellem Rennen zu 800-m-Silber

Es war DAS Rennen von Magda Karall (LT Bgld Eisenstadt) im „Stadio Raul Guidobaldi“ in Rieti. Die erst 15-Jährige lief sensationell zu Silber bei der U18-EM über 800 m und das mit tollen 2:05,88 min. Sie teilte sich das Finale perfekt ein, hielt sich zu Beginn des Rennens hinten auf, ehe sie nach zirka 550 Metern das Feld von hinten aufrollte. Zirka 150 Meter vor dem Ziel lag Karall schon auf Rang 3 und legte dann auf der Zielgerade nochmals zu. Das Ergebnis: U18-Vize-Europameistertitel für die junge Burgenländerin, die von Ursula Bredlinger gecoacht wird. Gold in Rieti über 800 m holte die Slowenin Ziva Remic mit einem Meisterschaftsrekord von 2:03,77 min und Bronze Isabelle Gaffney (2:06,10 min ) aus Irland.

„Ich habe mir überlegt, dass ich am Anfang nicht gleich vorne mitlaufen werde, weil ich Angst hatte, dass ich eingehen werde hinten. Ich konnte, dann am Ende aber gut nach vorne laufen und Tempo aufbauen“, schilderte Karall, die heute, wie sie auch selbst im Interview bestätigte, das beste Rennen ihrer jungen Karriere ablieferte. „Ich habe hier taktisch sehr viel gelernt, also wie Rennen ausschauen können und wie man sich am besten seine Taktik überlegt. Ich möchte in der Zukunft weiterhin meine Zeiten verbessern und bei Großereignissen dabei sein,“ sagte Magda im Interview mit European Athletics. Heute Abend wird auf jeden Fall mit dem österreichischen Team gefeiert werden!

Mit iher Silbermedaille ist Magda Karall, nach Sarah Lagger (2016, Siebenkampf) und Stefan Schmid (2000 m Hindernis, 2016), die dritte U18-Vize-Europameister:in Österreichs. In der 10-jährigen U18-EM-Geschichte waren insgesamt vier weibliche 800-m-Läuferinnnen für Österreich am Start. Beste bisher war Cornelia Wohlfahrt, die bei der Premiere dieses Großereignisses 2016 in Tiflis (GEO) im Halbfinale stand und 2:13,93 min lief. Bei den Burschen erreichte Paul Seyringer 2018 mit Platz 9 die beste Platzierung für den ÖLV über 800 m.

Zsombor Klucsik stürmt zu 400-m-Hürden-Bronze

Von Beginn weg drückte Zsombor Klucsik (TS Egg) im 400-m-Hürdenfinale auf Bahn 7 ordentlich aufs Tempo. Ein Blick auf die Anzeigetafel im Ziel zeigte das, was auf der Ziellinie schon recht deutlich war: Bronze mit Österr. U18-Rekord für Klucsik! Mit 51,27 s steigerte sich der Vorarlberger gegenüber dem Semifinale nochmals um starke 28 Hundertstel. Dort stellte er bereits einen neuen nationalen Rekord auf, jetzt war er nochmal schneller. „Ich glaubs ned, ich glaubs ned“, so die ersten Worte des strahlenden Zsombors im Ziel. Gold und Silber ging durch Mauro Seguín (50,62 s) und Tristan Luño (50,62 s) nach Spanien, der Viertplatzierte aus Lettland hatte zwei Zehntel Rückstand auf Klucsik.

„Ich bin glücklicher als ich mir jemals hätte erwarten können. Ich hätte nie geglaubt, dass ich irgendwann mal hier stehen werde mit der Fahne um mich herum und so eine Medaille um den Hals bekomme. Schon seit klein auf träume ich davon und auch vom National Record und ich hab beides, mehr hätte ich mir nicht wünschen können.“ Auf die Frage von European Athletics, wie schwer es heute war, antwortete er: „Es ging, es war mental sehr schwer für mich, weil ich seitdem wir hier sind drei Mal auf dem linken Fuß umgeknickt bin. Heute beim Aufwärmen dachte ich, ich kann nicht rennen und wollte schon aufgeben. Dann hab ich mir gedacht, ich darf nicht aufgeben, wenn ich schon so weit gekommen bin – und es hat funktioniert.“

Der von Sven Benning betreute Athlet stand bereits im letzten Jahr beim EYOF im Finale und wurde dort Achter. Heute lief er fast drei Sekunden schneller als damals und sicherte sich die Bronzemedaille in einem stark besetzten Feld. Im Jahr 2018 gewann Lena Pressler (Union St. Pölten) schon einmal Bronze für Österreich bei einer U18-EM in dieser Disziplin. Bei den Burschen über 400 m Hürden war bis jetzt ein zehnter Platz von Leo Köhldorfer (ULC Linz Oberbank) ebenfalls 2018 die beste Platzierung gewesen. Dieser lief eine Zeit von 52,84 s.

Emotionaler zweiter Tag beim Zehnkampf für Gschier

Der zweite Tag beim Zehnkampf startet für Lucas Gschier (ULC Riverside Mödling) so gut, wie der erste Tag gestern mit einer 400-m-PB aufgehört hat. Er lief die 110 m Hürden mit 13,97 s (+1,0) schneller als je zuvor im Mehrkampf. Danach steigerte der Niederösterreicher seine Diskuswurf-PB auf 42,31 m und war damit sogar der Viertbeste im Feld. Im Stabhochsprung, der vermeintlich schwierigsten Disziplin, folgte dann ein Rückschlag – No Mark. Bei seiner Einstiegshöhe von 3,60 m scheiterte er drei Mal und so kamen leider 0 Punkte in die Wertung.

Gschier kämpfte sich trotzdem zurück und ließ im Speerwurf, der vorletzten Disziplin, eine Saisonbestleistung folgen. Er warf den 700-g-Speer auf 53,02 m.

Ein Update zum Zehnkampf folgt nach Ende des 1500-m-Laufes …

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Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | Coen Schilderman

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