Turner Paul Schmölzer zurück im Training

Seit ein paar Tagen lässt sich Olympia-Kader-Turner Paul Schmölzer wieder am Trainingsstützpunkt im Linzer Winterhafen blicken, also an jenem Schauplatz, wo er sich vor einem knappen Monat einen Riss des Außenmeniskus im rechten Knie zuzog und operiert werden musste. „Ich bin nach einem Vorwärtssalto mit zweifacher Schraube, einem Routine-Element, schlecht gelandet, habe sofort einen Stich verspürt und konnte das Knie nicht mehr ganz abbiegen. Mir war schnell klar, dass da was kaputt war.“

Nächste Woche, wenn in Dornbirn die Turn-Staatsmeisterschaften in Szene gehen, darf der 22-jährige Vöcklabrucker beim Heimtraining in Linz langsam seine Krücken weglegen. „Es geht mir schon ganz gut: Die Schwellung ist abgeklungen, die Schmerzen sind verflogen und auch die Narbe sieht mittlerweile gut aus. Alles läuft nach Plan, sagen die Physios“, erzählt Paul in einer kurzen Trainingspause. Im Juni kann er langsam wieder daran denken, die Beine schrittweise mehr zu belasten. „Ich habe das Nichtstun und Herumsitzen zuletzt nicht mehr ausgehalten. Oberkörper- und Krafttraining sind ja möglich. Das versuche ich bestmöglich zu nutzen.“

Eigentlich wollte er 2026, im Zwischenjahr vor Beginn der Olympia-Qualifikation, so richtig durchstarten. Nach dem 31. Rang im WM-Mehrkampf in Jakarta im November letzten Jahres stand fest: „Bei den nächsten Großereignissen will ich den Finaleinzug – der Top-24 – schaffen. Das ist absolut realistisch, schließlich hatte ich in Indonesien nicht meinen besten Tag.“

Jetzt ist ein Alternativprogramm gefragt. „Es gibt keinen guten Zeitpunkt für eine Verletzung, aber natürlich hätte ich mir gewünscht, der Trainingssturz wäre nach der EM in Zagreb oder noch besser nach der WM in Rotterdam passiert.“ Der neue Sommerplan lautet: „Ich will mich an den Geräten verbessern, wie an den Ringen und am Barren, wo ich noch den größten Nachholbedarf im Vergleich zur internationalen Spitze habe.“ Das erste neue Übungselement steht bereits fest: „Ich werde die Schwalbe, ein Kraftelement an den Ringen, in mein Programm aufnehmen. Dazu muss ich mein lädiertes rechtes Knie nicht belasten. Das passt perfekt.“

An ein Wettkampf-Comeback kann Paul Schmölzer frühestens Ende des Jahres denken. „Vielleicht nutze ich die Bundesliga oder einen kleinen internationalen Wettkampf, um erste Wettkampf-Erfahrung zu sammeln.“

Die nach Jakarta gesetzten Zukunftsziele, WM-Mehrkampf-Finale, Olympia-Qualifikation, sind aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. „Bei der WM 2027 geht’s um die Los-Angeles-Tickets. Da will jeder von uns in Topform sein. Das gilt natürlich auch für mich.“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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