Tim Wafler holt sich Sensationserfolg bei Straßenmeisterschaften in Illmitz

Immer wieder für eine Überraschung gut sind die Staatsmeisterschaften auf der Straße im Burgenland. Gewann 2020 mit Valentin Götzinger in Mattersburg zuletzt ein Fahrer eines österreichischen Teams den begehrtesten Titel im heimischen Radsport, zog nun Tim Wafler nach. Der Fahrer vom Tirol KTM Cycling Team setzte sich nach einer langen Flucht im Sprint einer Dreiergruppe gegen die arrivierten WorldTour-Fahrer Felix Großschartner und Tobias Bayer durch.

“Es war mit Abstand das härteste Rennen, welches ich je gefahren bin“, schnaufte Wafler im Ziel, der sich in der zweiten von fünf Runden schon gemeinsam mit Bayer aus dem Feld gelöst hatte. Gemeinsam erfuhren sie sich einen Vorsprung von über drei Minuten, ehe dann eine Runde vor dem Ende der am Freitag frischgebackene Zeitfahrmeister Felix Großschartner nachsetzte und noch zu dem Duo nach vorne fuhr.

Trotz mehrerer Attacken kam es nach 172 Kilometern zum Dreiersprint, in dem sich der Wiener durchsetzte vor den beiden Oberösterreichern. “Als wir zu zweit unterwegs waren, dachte ich maximal kann ich Zweiter werden, weil einfach Tobi um so viel stärker ist als ich“, erzählte der 23-Jährige, der Mühe hatte, als Großschartner das Ausreißerduo erreichte, überhaupt noch zu folgen.

“Ich bin am Hinterrad fast abgerissen. Am Ende haben sie sich aber beobachtet, ich zog 500 Meter vor dem Ziel an und keiner kam mehr vorbei. Ich wusste, dass ich schnell bin, aber ich war auch schon unendlich müder. Österreichischer Meister, ich verstehe das noch überhaupt nicht“, schilderte er weiter. Mit seinem Sieg sorgte der Wiener für die Überraschung schlechthin bei den Meisterschaften 2025 im Burgenland.

“Ich habe mich richtig gut gefühlt, war schon früh einmal draußen im Rennen und dann auf einmal waren Tim und ich vorne. Ich bin mit ihm gefahren, wollte sehen, wie es sich entwickelt und der Vorsprung ist größer geworden“, sagte Bayer, der gemeinsam mit Wafler über 125 Kilometer an der Spitze des Rennens fuhr.

“Er ist ein tolles Rennen gefahren, war clever im Finale und ich und Felix haben uns zu viel angeschaut. Ich wusste, ich darf ihm keinen Meter an Vorsprung geben. Er ist einer der weltbesten Rennfahrer, unglaublich wie er die Lücke zu uns geschlossen hat“, fügte Bayer an, der im Sprint dann auf dem dritten Platz landete.

Sein Landsmann Großschartner sorgte mit seiner fulminanten Aufholjagd schlussendlich für den Dreiersprint, nachdem er wie in einem Einzelzeitfahren als Solist zur Spitze des Rennens auffuhr. “Ich hatte auf mehr Wind gehofft heute, aber es war ziemlich unkontrolliert im Feld. Ich erwischte einen guten Moment, bin losgefahren, hatte aber nicht mehr gerechnet ganz vorne zu kommen“, schilderte der Oberösterreicher, der wusste, dass dann viel Verantwortung auf seinen Schultern legen wird. “Ich hatte am Ende aber auch schon mit Krämpfen zu kämpfen. Natürlich hätte ich gerne das Trikot gewonnen, aber nun ist es halt Platz zwei geworden“, so der 31-Jährige, der sich mit der Goldmedaille im Zeitfahren, welche er am Freitag errang, trösten kann.

Für den großen Favoriten, den Kärntner Marco Haller, gab es Rang vier im Sprint einer Verfolgergruppe. 1:53 Minuten lagen sie am Ende hinter den Medaillengewinnern. Lokalmatador Patrick Konrad wurde Fünfter vor dem Tiroler Emanuel Zangerle.

 

Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband

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