Straßenlauf-WM Kopenhagen: Mayer mit ÖLV-Rekord auf Platz 38

Mayer glänzte mit Platz 38 und österreichischem Rekord

Zweiter Tag der Straßenlauf-WM, zweiter österreichischer Rekord. Nach Lisa Redlinger gestern über die 5 km legte heute Julia Mayer (DSG Wien) im Halbmarathon nach. Die 33-Jährige startete um 9:10 Uhr gemeinsam mit 110 Konkurrentinnen auf die 21,0975 km lange Strecke, die durch die Kopenhagener Innenstadt und mehrere Stadtviertel führte. Mayer startete etwas defensiv und lag nach 5 km auf Position 69, investierte dann aber mehr und schob sich Stück für Stück nach vorne. Nach 10 km lag die Wienerin auf Rang 57, eine starke und sogar etwas schnellere zweite Rennhälfte brachte Julia Mayer am Ende noch deutlich weiter nach vorne. Im Ziel blieb die Zeit bei 1:10:54 h stehen – Platz 38 und neuer österreichischer Rekord. Mayer verbesserte sich damit im Vergleich zur Entry List um 21 Plätze und beendete das Rennen als zehntbeste Europäerin. Den WM-Titel holte sich die Kenianerin Agnes Ngetich, die in 1:05:15 h einen neuen Women-only-Weltrekord aufstellte.

Julia Mayer: „Ich bin zunächst in einer Gruppe gelaufen, musste dann aber ab Kilometer sieben alleine im Wind arbeiten. Die Bedingungen waren extrem schwierig, so etwas habe ich in einem Rennen eigentlich noch nie erlebt. Ab Kilometer zehn waren wir zu viert unterwegs, aber niemand wollte wirklich vorne laufen, dadurch wurde es sehr taktisch. Umso mehr freue ich mich über die Bestzeit und den österreichischen Rekord – gerade bei diesen Bedingungen. Das stimmt mich sehr positiv, was bei perfekten Bedingungen noch möglich sein könnte. Auch Platz 38 ist für mich ein gutes Ergebnis. Dass ich innerhalb einer Woche zwei Rennen mit jeweils starken Leistungen laufen konnte, freut mich besonders.“

Hinterndorfer mit Platz 57 knapp an U23-Rekord vorbei, Gruen belegte Rang 83

35 Minuten nach den Frauen starteten dann auch die Männer in ihren WM-Halbmarathon. WM-Debütant Timo Hinterndorfer (DSG Wien) startete ambitioniert in das Rennen, passierte die 5 km nach 14:39 min und die 10 km in 29:33 min. Damit lag der Wiener zur Rennhälfte auf Platz 72, arbeitete sich in weiterer Folge aber Stück für Stück nach vorne und beendete bei windigen Bedingungen den Halbmarathon auf Platz 57. Mit einer Endzeit von 1:02:44 h blieb Timo Hinterndorfer nur zehn Sekunden über seinem eigenen österreichischen U23-Rekord und verbesserte sich im Vergleich zur Meldeliste um sieben Plätze. Gold ging an Andreas Almgren aus Schweden, der in 58:06 min seinen eigenen Europarekord um 35 Sekunden verbesserte.

Timo Hinterndorfer: „Ich habe gemischte Gefühle. Mit der Platzierung bin ich sehr zufrieden, vor allem weil ich mich gegenüber der Meldeliste deutlich verbessern konnte. Mit der Zeit bin ich nicht ganz zufrieden, weil ich das Gefühl hatte, dass mehr möglich gewesen wäre. In unserer Gruppe wollte aber niemand so richtig aufs Tempo drücken und ich musste selbst oft gegen den Wind arbeiten. Dadurch haben wir vor allem im Mittelteil viel Zeit verloren. Trotzdem war es sicher kein schlechtes Rennen und insgesamt bin ich mit meiner Saison und auch mit der Vorbereitung auf diese WM sehr zufrieden. Jetzt mache ich erst einmal ein bisschen Pause und dann beginnt die Vorbereitung auf das nächste Jahr.“

Aaron Gruen (ProTeam Vienna) erwischte hingegen keinen optimalen Tag. Der US-Student reiste erst von Mittwoch auf Donnerstag aus den USA direkt nach Kopenhagen und hatte im heutigen Rennen schon von Beginn an zu kämpfen. Die ersten 5 km absolvierte der 27-Jährige noch in 14:39 min, danach wurden seine Durchgangszeiten jedoch langsamer und Gruen fiel auch im Gesamtklassement zurück. Schlussendlich beendete Aaron Gruen seine WM-Premiere im ÖLV-Dress auf Platz 83. Seine Endzeit von 1:04:16 h lag deutlich über seinem Leistungsvermögen und seinem eigenen österreichischen Rekord von 1:01:14 h.

Aaron Gruen: „Das war heute leider kein gutes Rennen. Ich habe mich eigentlich schon von Anfang an nicht richtig gut gefühlt und hatte einfach keine Power in den Beinen. Woran es genau gelegen hat, kann ich im Moment schwer sagen. Die Anreise ein paar Tage davor war sicher nicht ideal und auch das Medizinstudium ist natürlich fordernd, aber ich möchte dafür keine Ausreden suchen. Heute hat mir einfach die Energie gefehlt, um richtig zu kämpfen und das Ergebnis zu bringen, das ich mir vorgenommen hatte. Das ist natürlich enttäuschend, gerade weil die Vorbereitung eigentlich sehr gut gelaufen ist. Jetzt muss ich das Rennen in Ruhe analysieren und schauen, woran es gelegen haben könnte.“

Links / Infos

World Athletics Straßenlauf-WM Homepage

Ergebnisse

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | DECA

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner