Als die kriegsbedingt aus der Ukraine vertriebene Serafyma Sytnikova 2024 offiziell Staatsmeisterin der Rhythmischen Gymnastik wurde, war die Aufregung groß. Denn damals war sie noch keine österreichische Staatsbürgerin.
Infolge wurden die Regeln geändert und heuer 2025 musste Sytnikova außer Konkurrenz antreten (Foto). Doch seit 7. August 2025 ist Serafyma Sytnikova nun Österreicherin – im Interesse der Republik.
Serafyma Sytnikova hatte 2023 und 2024 bzgl. der österreichischen Meisterschafts-Teilnahmen Terminglück gehabt. Sie war 2022 genau rechtzeitig in Österreich eingetroffen, um bei der Österreichischen Juniorinnen-Meisterschaft 2023 bereits mehr als ein Jahr lang ihren Lebensmittelpunkt hierzulande gehabt zu haben.
Das erfüllte die ÖM-Startberechtigung für Nachwuchsbewerbe (diese Passage wurde/wird übrigens durchaus häufig in allen Verbands-Sparten angewendet) – und sie gewann den Titel.
Für die ÖM-Startberechtigung in der Elite galt und gilt, dass man mindestens drei Jahre lang seinen Lebensmittelpunkt in Österreich gehabt haben muss – außer, es wurde vorher bereits die 1-Jahres-Nachwuchs-Regel in Anspruch genommen. Also erfülte Sytnikova auch diese Bestimmung.
Nach vielen internen Diskussionen führte dies schließlich dazu, dass die Teilnahme-Regeln unverändert blieben, man in österreichischen Meisterschafts-Bewerben gemäß FIG-Wertungsbestimmungen der Elite und Juniorinnen seit 2025 allerdings nur außer Konkurrenz antreren kann, wenn man die Staatsbürgerschaft (noch) nicht besitzt.
Für Serafyma Sytnikova ist dies ab nun alles obsolet. Gemeinsam mit 24 anderen Persönlichkeiten aus Kunst, Wirtschaft und Sport erhielt sie auf Beschluss des Ministerrats die besondere „Staatsbürgerschaft aus Interesse der Republik“, da von ihr gemäß § 10 Abs. 6 StbG „außerordentliche Leistungen für Österreich“ zu erwarten sind.
Sportlich stehen damit für Sytnikova nun auch jene Wettkämpfe offen, für die man eine Aktiven-Lizenz des Weltverbandes FIG benötigt – also WM, EM, Weltcups, Grand Prix usw. Denn mit dem österreichischen Pass kann Serafyma Sytnikova die FIG-Lizenz „für Österreich“ erhalten.
Text- und Bildquelle: Turnsport Austria





