Die World Climbing European Youth Series im portugiesischen Soure wurde für das österreichische Team zum vollen Erfolg.
Mit Gold durch Jakoba Rauter und Silber durch Adrian Kathan in der U19-Kategorie setzte der Nachwuchs ein starkes internationales Boulder-Ausrufezeichen. Auch dahinter präsentierte sich das Team geschlossen und kämpferisch.
„Das war ein richtig starker Auftritt unseres Teams – nicht nur wegen den beiden Podestplätzen, sondern vor allem wegen der Entwicklung und des Zusammenhalts“, ordnet Trainerin Celina Schoibl den Wettkampf ein.
Rauter glänzt bei U19-Premiere
Ein Einstand nach Maß: Jakoba Rauter feierte in Soure ihren ersten Start in der U19-Kategorie – und sicherte sich auf Anhieb den Sieg. Mit 58,8 Punkten und zwei Tops im Finale ließ sie die Konkurrenz hinter sich und bewies Nervenstärke in einem anspruchsvollen, neuen Finalformat.
„Es war mein erster U19-Bewerb, ich hatte hohe Erwartungen, wusste aber nicht genau, was mich erwartet. Ich habe mir selbst ein bisschen Druck gemacht, das hilft mir“, erzählt Rauter. Besonders die langen Finalrunden verlangten ihr alles ab: „Man muss viel länger konzentriert bleiben. Die Boulder waren generell sehr schwer.“
Trotz eines Rückschlags am dritten Boulder behielt sie die Ruhe: „Ich habe keine Zone gemacht, aber einen kühlen Kopf bewahrt.“ Der entscheidende Moment folgte im letzten Versuch: „Ich war richtig glücklich, dass ich toppen konnte. Ich wusste, ich habe alles gegeben – und dann ist es sich ausgegangen. Ich bin stolz und freue mich auf alles, was kommt.“
Hinter Rauter belegten Louise Puech Yazid (FRA) und Paula Mayer-Vorfelder (GER) die Plätze zwei und drei. Auch die weiteren Österreicherinnen sammelten wertvolle internationale Erfahrung: Anja Wimmer kletterte auf Rang 24, Marie-Sophie Mailänder belegte Platz 40.
Kathan holt Silber im starken Finale
Bei den U19-Burschen sorgte Adrian Kathan für die nächste Medaille. Der Österreicher kletterte mit 69,7 Punkten auf Rang zwei und musste sich nur dem Italiener Giovanni Bagnoli geschlagen geben. Ausschlaggebend waren zwei Tops im Finale – und eine taktisch kluge Leistung.
„Die Qualifikation war solide und gut durchgezogen. Im Finale waren richtig coole Boulder“, analysiert Kathan. Besonders am zweiten Boulder setzte er ein Ausrufezeichen: „Da habe ich mit guten ersten Versuchen viel rausholen können. Als ich getoppt habe, wusste ich, dass es ein wichtiges Top ist.“
Auch den vermeintlich leichteren dritten Boulder meisterte er souverän, ehe er am letzten Problem knapp scheiterte: „Ich bin immer von einem Griff runtergeschmiert.“ Trotzdem überwog die Zufriedenheit: „Wirklich cooler Wettkampf und starker Zusammenhalt im Team.“
Hinter Kathan komplettierte Mattis Eisenkolb (GER) als Dritter das Podium. Auch die weiteren österreichischen Starter zeigten Einsatz: Matthäus Kathan qualifizierte sich ebenfalls für das Finale und erreichte Rang neun, Alexander Narr wurde 35., Simon Tauber belegte Platz 46.
Weitere Ergebnisse
In der U17-Kategorie unterstrich der österreichische Nachwuchs seine Breite. Bei den Burschen qualifizierte sich Jakob Burtscher beim Sieg von Pietro Franzoni für das Finale und belegte dort den starken zehnten Platz. Dahinter folgten Felix Mayer-Tollinger auf Rang 29, Nikolaus Öckher auf Platz 35 sowie Julian Leitner und Raphael Hubmann, die sich ex aequo Rang 42 teilten.
Bei den U17-Mädchen landeten Anja Mair und Louisa Haid dicht beieinander auf den Plätzen 24 und 25. Isabella Herzgsell wurde 34., Ella Graf belegte Rang 41, Fenia Tscherner kam auf Platz 59.
Text- und Bildquelle: Kletterverband Österreich





