Die ersten beiden Tage der U19/U23-Bahneuropameisterschaften 2026, welche im Lausitz-Velodrom von Cottbus ausgetragen werden, brachten für das heimische Team gleich zwei Medaillen. Am Eröffnungstag eroberte Heimo Fugger Silber im Ausscheidungsrennen, am Mittwoch gelang Raphael Kokas der Europameistertitel im Scratch.
“Es war ein superschnelles Rennen und ich bin die letzten Runden All-Out gegangen“, erinnerte sich Kokas, in dessen Scratch-Rennen der Belgier Witse Bertels sich vom Feld löste. Dahinter sorgte Kokas für die Nachführarbeit und auf der Zielgeraden stellte er noch den Ausreißer und sauste zu seinem bereits dritten Europameistertitel in der U23 seiner Karriere.
“Ich habe an mich geglaubt, auch wenn ich zwischenzeitlich Angst hatte, dass ich den Belgier nicht mehr holen könnte. Doch es hat geklappt und jetzt habe ich den Titel“, freute sich der Wiener, der 2023 und 2024 zweimal schon Gold im Madison gewann, 2023 an der Seite von Maximilian Schmidbauer in Portugal und 2024 gemeinsam mit Tim Wafler auf eben jener Bahn in Cottbus, wo er sich am Mittwochabend erneut vergoldete.
“Das Trikot des Europameisters bedeutet mir sehr viel, denn es ist mein letztes Jahr in der U23 und der Winter und das Frühjahr waren alles andere als leicht“, so Kokas, der nach einem Ermüdungsbruch lange pausieren musste und im März in Australien mit seinem ersten Weltcuppodium in der Elite gleich ein perfektes Comeback feierte.
Heimo Fugger holt Silber im Ausscheidungsrennen
Schon am ersten Tag hatte der Kärntner Fugger den rot-weiß-roten Medaillenregen eröffnet. Hinter dem Italiener Matteo Fiorin sicherte er sich nach einem von mehreren Stürzen mehrmals unterbrochenen Ausscheidungsrennen die Silbermedaille. “Die Gefühle während und nach dem Rennen waren ein wenig gemischt. Ich bin sehr stolz auf die Medaille und ich bin erleichtert, dass es gleich im ersten U23-Jahr mit einem solchen Erfolg geklappt hat, aber das Rennende hat mir nicht gefallen“, erzählte der 18-Jährige.
Denn eine Runde zu früh läuteten die Offiziellen den Finalsprint ein, wo noch drei anstatt zwei Fahrer im Rennen waren. Normalerweise bedeutet auch ein falsches Signal das Rennende in der folgenden Runde ein, doch nachdem Fugger auf der 333,33 Betonbahn den Dreiersprint gewann, ertönte das Schlusssignal erneut. Den finalen Spurt verlor er gegen seinen italienischen Kontrahenten, weshalb der Kärntner sauer war: “Ich habe alles gegeben, weil ich eben dachte, es wäre die letzte Runde für uns. Dann haben mir im Finale die Körner gefehlt.“
Einen guten WM-Einstand gab auch die Steirerin Sophie Walcher als Achte im Ausscheidungsrennen der U23-Frauen, wo Gold an die Belarussin Palina Konrad ging. Lea Sophie Unterköfler landete auf Rang 13 im Scratch der Juniorinnen und für den Oberösterreicher Niklas Wiesmayr gab es nach einem offensiven Rennen, wo er lange in Front lag aber wieder eingeholt wurde, Rang 18 im Scratch. Wiro Grill verpasste bei den Junioren die Qualifikation für das Ausscheidungsrennen.
Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband | Peter Maurer | Arne Mill






