Am Sonntag gingen in Santiago de Chile die 122. Bahn-Weltmeisterschaften zu Ende. Der Wiener verpasste damit nur knapp die Top Ten. Wenig später fuhren Raphael Kokas und Maximilian Schmidbauer im Madison auf Rang 14. Damit schloss das rot-weiß-rote Team die Titelkämpfe in der chilenischen Hauptstadt mit gemischten Gefühlen ab.
“Wir haben einige Sachen neu ausprobiert. Manches hat gut funktioniert, manches weniger. Das Madison zum Abschluss war gut, was für uns auch sehr wichtig ist, da wir einen großen Schwerpunkt darauf gelegt haben wegen der anstehenden Olympiaqualifikation“, schilderte Nationaltrainer Andreas Graf nach dem finalen Rennen der Weltmeisterschaften. In einem Jahr, bei den Titelkämpfen in Shanghai in China beginnt dann die Jagd nach den Olympiatickets, die aufgrund der Verringerung der Teilnehmerplätze auf der Bahn sich noch härter gestalten wird als wie für Paris 2024, wo das heimische Athletentrio im Omnium als auch im Madison am Start stand.
“Wir wissen nicht ganz genau, warum es in den Einzeldisziplinen hier nicht so gut lief. Jetzt gilt es die Daten durchzusehen, um an den richtigen Schrauben für das nächste Jahr zu drehen“, meinte Graf. Auffallend in Chile war, dass die Rennen im Vergleich zu den Titelkämpfen 2024 noch einmal schneller wurden. “Die Technik wird besser und die Verbände investieren viel in die Forschung. Wir probieren da mitzuhalten im Rahmen unserer Möglichkeiten“, erklärte Graf, der aber auch ansprach, dass aus rot-weiß-roter Sicht die fehlende Heimbahn nach dem Abriss des Velodroms in Wien die größte Herausforderung ist.
“Im Vergleich zu allen Ländern bei den Weltmeisterschaften ist die fehlende Bahn das größte Handicap für uns. Wollen wir Dinge ausprobieren, dann müssen wir uns teuer im Ausland einmieten. Außerdem können wir keinen regelmäßigen Trainingsbetrieb gewährleisten, müssen all unsere Trainings blocken, auch aus Kostengründen. Eine Bahn in der näheren Umgebung von Wien wäre natürlich ein Game-Changer für uns“, so Graf, der weiterhin Österreichs letzter Medaillengewinner bei Elite-Weltmeisterschaften bleibt.
Mit dem 12. Rang in der Elimination holte Wafler das beste rot-weiß-rote Ergebnis. „Es war nicht katastrophal, aber es ist auch kein Geheimnis, dass ich mir mehr erwartet habe. Die ersten Ausscheidungen lief es gut und ich konnte mich behaupten. Wenn es um die Plätze 12 – 8 geht, da hatte ich mich zuletzt immer gut gefühlt, konnte Kräfte sparen. Hier habe ich einmal zu viel rausgenommen und dann war ich raus“, schilderte der 23-Jährige, der in diesem Jahr beim Weltcup in Konya am Podium stand. Das Scratch-Rennen am Donnerstag schloss er auf Rang 13 ab.
„Ich denke, ich war so gut vorbereitet, so stark und hatte die besten körperlichen Werte wie noch nie. Aber ich konnte es nicht auf die Bahn bringen, irgendwie hat es nicht gezündet. Vielleicht ist es auch besser jetzt Fehler gemacht zu haben und nicht im kommenden Jahr, wo dann die Olympiaquali beginnt“, meinte Wafler abschließend.
“Das gute Madison-Rennen war ein versöhnlicher Abschluss“, meinte Schmidbauer, der im Punkterennen nicht über Platz 17 hinausgekommen war. “Wir wussten, dass wir kein allzu offensives Rennen fahren können und viele Paarungen deutlich stärker einzuschätzen waren. Wir haben keine Runde verloren und waren immer an den Topteams dran. Das ist ein weiterer kleiner Schritt für uns gewesen“, fügte Kokas an. Der 20-Jährige und damit jüngste Fahrer des Trios war im Omnium am Tag zuvor auf Rang 15 gelandet.
Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband





