Am vierten Tag der Juniors- und U23-Europameisterschaften auf der Bahn in Anadia gab es keinen weiteren Medaillenzuwachs. Der Europameister im Ausscheidungsrennen Heimo Fugger kam am nächsten dran, musste sich im Omnium der Junioren aber mit Rang fünf begnügen. Raphael Kokas wurde im Punkterennen der U23-Männer Neunter. Leila Gschwentner und Sophie Walcher beendeten ihren Tag außerhalb der Top Ten.
Bereits von Beginn an war zu spüren, dass der Freitag nicht unbedingt Fuggers Tag werden sollte. Im Scratch und im Temporennen, die bereits am Vormittag ausgetragen wurden, belegte der Kärntner die Plätze sechs und sieben.
„Es war ein akzeptabler Start in das Omnium. Ich habe mich im Feld recht weit vorne eingefunden, nichts Spezielles gemacht und etwas auf Sicherheit gespielt“, erklärte Fugger. Die Chance auf eine Medaille war zu diesem Zeitpunkt aber durchaus noch intakt, denn er ging mit Zwischenrang sechs in die Abendsession.
Dort wurde zunächst das Ausscheidungsrennen gefahren. Als amtierender Europameister in dieser Disziplin waren die Erwartungen groß. Der 17-Jährige hatte aber zunächst auch hier zu kämpfen und schaffte es nur durch viel Kampf und einige enge Entscheidungen zugunsten des Klagenfurters unter die letzten fünf. Am Ende zeigte er aber, dass er diese Disziplin beherrscht. Er wurde nur von einem Kontrahenten geschlagen und schob sich damit in der Gesamtwertung vor dem abschließenden Punkterennen auf den vierten Zwischenrang. Gerade einmal 18 Zähler fehlten auf Gold.
„Im Ausscheidungsrennen habe ich ein paarmal etwas gepokert, das sage ich ehrlich. Es ist dann mit dem zweiten Platz noch ganz gut aufgegangen. Besonders gut habe ich mich vor dem Punkterennen nicht gefühlt. Das Ziel war aber schon zu gewinnen“, schilderte der 17-Jährige die Situation im Nachhinein.
Das Punkterennen verlief dann nicht nach Wunsch. Die besten fünf Fahrer neutralisierten sich beinahe die ganzen 80 Runden über. So holte Fugger keine weiteren Zähler und musste am Ende mit dem fünften Gesamtrang vorliebnehmen.
„Im Punkterennen war der Sieger eindeutig der Stärkste. Mehrere andere Fahrer schafften es anzuschreiben und ich leider nicht. Der fünfte Platz ist so, wie er ist“, zeigte er sich durchaus enttäuscht nach seiner Leistung.
Walcher mit durchwachsenem Tag
Sophie Walcher, die im Omnium der Juniorinnen an den Start ging, erwischte von Anfang an keinen Sahnetag. Platz zwölf und elf in Scratch und Temporennen mit einigen taktischen Fehleinschätzungen bedeuteten Zwischenrang elf. Auch im darauffolgenden Ausscheidungsrennen konnte sie nicht ihr volles Können unter Beweis stellen. In einem hektischen Rennen mit vielen Remplern und brenzligen Situationen wurde sie bereits als Vierte eliminiert. Ein 19. Rang war alles andere als zufriedenstellend.
„Im Scratch waren die Beine ganz gut, aber es war ein sehr hektisches Rennen inklusive eines Sturzes, an dem ich gerade noch so drumherumgekommen bin. Im Temporennen war es ähnlich. Leider konnte ich keine Punkte sammeln. Ich bin mit viel Respekt in das Ausscheidungsrennen gegangen und somit schnell ausgeschieden“, beschrieb die Steirerin die Situation.
Dementsprechend konservativ ließ es die 17-Jähriger im abschließenden Punkterennen angehen, wurde unglücklicherweise aber auch noch in einen Sturz verwickelt. Weitere Punkte konnte auch sie nicht herausfahren, womit sie sich an einem rabenschwarzen Tag in der Gesamtwertung des Omniums auf Rang 13 klassierte.
„Im Punkterennen wollte ich es ruhig angehen. Dann bin ich auch noch gestürzt. Im Endeffekt hat es aber keinen großen Unterschied gemacht, weil ich sowieso nicht mehr auf Angriff gehen wollte. Es war ein sehr durchwachsener Tag“, fasste sie ihr Omnium zusammen.
Keine perfekten Punkterennen für Gschwentner und Kokas
Leila Gschwentner und Raphael Kokas waren in den Punkterennen der U23 im Einsatz. Im Rennen über insgesamt 25 Kilometer auf 100 Runden versuchte die Tirolerin immer wieder Akzente zu setzen. Den idealen Zeitpunkt für Attacken fand sie aber nicht. Damit kam kein Rundengewinn zustande. Sie beendet das Rennen mit insgesamt zwei Punkten auf dem elften Platz und schrammte gerade einmal um einen Zähler an den Top Ten vorbei.
„Ich wollte es sehr aggressiv angehen und habe gleich nach dem ersten Sprint versucht weiterzufahren. Leider habe ich, als wir eingeholt wurden, den Winning Move verpasst. Ich wäre dort in der Lage gewesen, mitzufahren, habe aber darauf gepokert, dass es nicht aufgeht. Es nervt mich ein bisschen, dass ich diesen Angriff verpasst habe. Ich fokussiere mich jetzt auf morgen. Da habe ich eine weitere Möglichkeit“, meinte die Tirolerin.
Auch für Kokas lief es ähnlich. Auf 160 Runden versuchte er stets aktiv zu fahren, verpasste aber meist den richtigen Zug, um Rundengewinne herauszuarbeiten. Nach 40 Kilometern hatte er mit einer Runde plus insgesamt 28 Punkte gesammelt. Dies reichte für Platz neun. Zufriedenheit kam nach diesem Ergebnis aber keine auf.
„Ich habe leider anfangs zu viel investiert, bin aber auch nicht wirklich weggekommen, weil immer jemand an meinem Hinterrad war. Ich habe dann auch etwas die Nerven verloren und es mit der Brechstange probiert, was nur sehr selten funktioniert. Für das morgige Omnium bin ich trotzdem motiviert und ich glaube noch immer an ein Top-Ergebnis“, fasste der Wiener sein Rennen zusammen.
Damit gilt für das Team, um Chefcoach Andreas Graf, sich am Samstag zu steigern. Erneut ist dasselbe Quartett am Start. Es werden nur die Rollen getauscht. Während die Juniors ihre Punkterennen absolvieren, dürfen sich Gschwentner und Kokas im Omnium der U23 versuchen. Die Devise ist weiter klar. Es soll eine zweite Medaille geben.
Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband





