Pötzi und Mader überzeugen zum Saisonabschluss

Mit zwei erfreulichen Ergebnissen ist für Österreichs Kletterteam am Sonntag die Weltcup-Saison 2026 zu Ende gegangen. Beim letzten Vorstieg-Weltcup des Jahres im Rahmen der World Climbing Series in Santiago (CHI) durften sich Felix Mader und Mattea Pötzi über persönliche Erfolgserlebnisse freuen. Während Mader bei seiner ersten Halbfinal-Teilnahme das beste Weltcupresultat seiner Karriere erreichte, gelang Pötzi zum Abschluss einer langen Saison ihr bestes Ergebnis des Jahres.

Für Felix Mader hat sich die Reise nach Südamerika gleich doppelt ausgezahlt. Bereits in der Qualifikation präsentierte sich der 21-jährige Kärntner in starker Form und zog als 20. erstmals in seiner Karriere in ein Weltcup-Halbfinale ein. Dort wartete eine anspruchsvolle Route, an der zahlreiche Athleten früh scheiterten. Mader erreichte 24+ Griffe und belegte damit den 18. Platz – so gut war er im Weltcup noch nie klassiert.

„Ich habe mich unglaublich über mein erstes Weltcup-Halbfinale gefreut und war richtig motiviert. Natürlich war ich auch aufgeregt, schließlich ist es etwas Besonderes, vor so einem großen Publikum zu klettern. Die Route war richtig hart. Direkt nach dem Klettern konnte ich meine Leistung überhaupt nicht einschätzen. Es hat sich zunächst eher schlecht angefühlt, aber im Nachhinein bin ich wirklich zufrieden. Für mein erstes Halbfinale habe ich das trotz der Aufregung gut hinbekommen und konnte meine Leistung abrufen“, freute sich Mader über seinen gelungenen Saisonabschluss.<

Auch KVÖ-Nationalcoach Fabian Leu zeigte sich angetan: „Die Herrenroute war von Anfang an ein ziemliches Brett und hatte einige unangenehme, unsichere Stellen, an denen es mehrere Athleten schon früh erwischt hat. Felix hat es geschafft, seine Fähigkeiten abzurufen und richtig gut zu klettern. Für sein erstes Weltcup-Halbfinale war das eine starke Leistung, bei der er wertvolle Erfahrungen sammeln konnte.“

Besonders erfreulich ist das Ergebnis auch mit Blick auf die kommende Saison. Mader dürfte mit seinem 18. Platz den Sprung unter die Top 40 der Weltrangliste geschafft haben. Damit würde Österreich 2027 ein zusätzlicher Startplatz bei den Herren zustehen. Eine endgültige Bestätigung steht noch aus.

Pötzi mit bestem Saisonergebnis
Auch Mattea Pötzi durfte Santiago mit einem Erfolgserlebnis verlassen. Die 26-jährige Kärntnerin hatte sich als 15. der Qualifikation souverän für das Halbfinale der besten 24 qualifiziert und holze dort mit 34 Griffen den 13. Platz. Damit gelang ihr beim letzten Bewerb des Jahres das beste Resultat ihrer Weltcup-Saison.

Ganz zufrieden war Pötzi dennoch nicht. „Ich war noch einmal richtig motiviert, hier in Santiago ein gutes Ergebnis zu holen. Die letzten Trainingswochen sind gut gelaufen und ich habe mich wirklich fit gefühlt. Im Halbfinale ist es letztlich doch an der Fitness gescheitert. Die war am Ende der langen Saison vielleicht nicht mehr ganz so gut, wie ich es mir erhofft hatte.“

Während der ganz große Ausreißer nach oben in dieser Saison ausblieb, überzeugte Pötzi über das gesamte Jahr mit konstanten Leistungen. Genau darin sieht auch Nationalcoach Leu eine ihrer großen Stärken: „Mattea hat sich im Halbfinale richtig gut präsentiert. Sie ist sehr locker und selbstsicher geklettert, man hat ihr angesehen, dass sie Spaß hatte. In der Route hat sie ein, zwei Entscheidungen getroffen, die nicht ganz optimal waren. Da wäre vielleicht sogar noch etwas mehr drinnen gewesen. Aber sie kann auf dieses Ergebnis und vor allem auf ihre Konstanz über die gesamte Saison stolz sein.“

Pötzi selbst richtet den Blick bereits nach vorne. „Einerseits ist es positiv, dass ich mein Niveau über die ganze Saison halten konnte. Andererseits hätte ich mir schon den einen oder anderen Ausreißer nach oben gewünscht. Ich bin auf jeden Fall motiviert, über den Winter gezielt zu trainieren und dieses konstante Niveau noch einmal nach oben zu verschieben. Nächstes Jahr möchte ich hoffentlich den Sprung ins Finale oder zumindest in die Top-10 schaffen.“

Für das KVÖ-Team ist die Weltcup-Saison 2026 damit zu Ende.

 

Text- und Bildquelle: Kletterverband Österreich

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