Innsbruck-Generalprobe gelungen: Schubert klettert auf Rang drei
Eine Woche vor dem Heimweltcup in Innsbruck haben Österreichs Kletter-Asse bei der World Climbing Series in Prag (CZE) ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Jakob Schubert feierte bei seinem ersten Lead-Wettkampf seit der Kletter-WM 2025 in Seoul (KOR) mit Rang drei ein gelungenes Comeback, Jessica Pilz erreichte ebenfalls das Finale und verpasste als Vierte das Podest nur hauchdünn.
„Es war ein richtig cooler Tag für uns. Allen voran für Jakob, der nach seiner Wettkampfpause gleich wieder gezeigt hat, dass mit ihm zu rechnen ist. Die Medaille gibt ihm viel Selbstvertrauen für Innsbruck“, bilanzierte KVÖ-Nationalcoach Fabian Leu. „Auch Jessy hat im Finale ihre große Stärke ausgespielt. Sie hat die Route hervorragend gelesen und ist nahezu fehlerfrei geklettert. Das Podium war absolut in Reichweite. Es war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“
Eindrucksvoll zurückgemeldet
Für Jakob Schubert verlief der Wettkampf in Prag von Runde zu Runde besser. Nach einer Qualifikation, mit der der Tiroler noch nicht ganz zufrieden war, steigerte er sich im Halbfinale deutlich und mischte von Beginn an im Spitzenfeld mit. Im Finale zeigte der sechsfache Weltmeister dann eine starke Leistung und erreichte 37 Griffe. Damit sicherte sich der 35-Jährige Rang drei. Der Sieg ging an den Indonesier Putra Tri Ramadani (43 Griffe) vor Neo Suzuki (JPN).
„Natürlich bin ich mega happy mit dem Resultat. Schon im Halbfinale habe ich mich ganz anders an der Wand gefühlt als noch in der Qualifikation. Die Bedingungen haben mir besser getaugt und auch die Finalroute ist mir deutlich mehr gelegen“, analysierte Schubert. Besonders erfreulich sei für ihn die Rückkehr aufs Podest gewesen: „Nach der Verletzungspause im vergangenen Jahr und dem schwierigen Wettkampf in Korea wieder ganz vorne dabei zu sein, bedeutet mir viel. Ein Podestplatz ist im Weltcup längst keine Selbstverständlichkeit mehr.“
Gleichzeitig sieht der Tiroler noch weiteres Potenzial: „Ich habe das Gefühl, dass ich noch besser sein kann. Der Wettkampf hat mir gezeigt, woran ich arbeiten muss, um den nächsten Schritt zu machen. Es taugt mir einfach, mit den vielen jungen Athleten zu kämpfen. Ich hoffe, dass ich noch öfter am Treppchen stehen und vielleicht irgendwann auch wieder ganz oben stehen kann.“
Pilz verpasst Podest knapp
Bei den Damen schaffte Jessica Pilz als Achte des Halbfinales den Sprung in die Runde der besten acht Athletinnen. Dort zeigte die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin ihre Klasse und erreichte bei der anspruchsvollen Route 30 Griffe. Am Ende fehlte lediglich ein Zug auf das Podium, Rang vier war der verdiente Lohn für eine großartige Leistung. Den Sieg sicherte sich Annie Sanders (USA) mit 37 Griffen vor Chaehyun Seo (KOR) und Zélia Avezou (FRA).
„Ich bin eigentlich ganz zufrieden. Ich war schon mega happy, dass ich es ins Finale geschafft habe – das letzte Finale war jetzt doch schon über ein Jahr her. Im Finale habe ich eigentlich alles rausholen können. Ich wäre nur gern noch etwas fitter gewesen und ein bisschen weitergeklettert, weil die Route richtig cool gebaut war und das Klettern extrem Spaß gemacht hat. Für Innsbruck gibt mir das auf alle Fälle ein gutes Gefühl“, sagte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Paris.
Für Mattea Pötzi verlief der Wettkampftag hingegen unglücklich. Die Kärntnerin schied als erste Starterin des Halbfinales nach einem Fehler in der Routenmitte aus und belegte Rang 22. „Ich habe mich eigentlich richtig gut gefühlt und war sehr motiviert. Leider habe ich in der Mitte die schwierigere Beta gewählt und den Griff nicht ganz getroffen. Dann war ich plötzlich weg und überhaupt nicht ins Fighten gekommen. Ich habe mich leider wieder etwas unter meinem Wert verkauft. Jetzt bin ich umso motivierter und hungriger für Innsbruck und hoffe, dort meine Leistung besser auf die Wand bringen zu können“, erklärte Pötzi.
Text- und Bildquelle: Kletterverband Österreich






