Internationale Ergebnisse
Raphael Pallitsch (Union St.Pölten) musste seinen für letzte Woche geplanten Saisonauftakt wegen einer Erkrankung verschieben, wurde aber rechtzeitig für das heutige Meeting in Metz (FRA) wieder fit. In einem kontrollierten Lauf hielt er sich zuerst am Ende des Feldes, nach fünf Runden schob sich der 36-Jährige aber immer weiter nach vor und beendet das Rennen schließlich auf Rang 5. Mit 3:36.55min schrammte der Burgenländer nur knapp am Limit für die Hallen-WM Torun (POL) vorbei, das bei 3:36,00min liegt, machte aber im Rennen um einen Quotenplatz aber viel Boden gut.
Philipp Pichler (SU Leibnitz) erzielte in Maribor (SLO) mit 7,94s neue Bestleitung über die 60m Hürden und blieb damit als 15. Österreicher unter der 8-Sekunden-Schallmauer.
Hochspannung im Fünfkampf der Frauen
Chiara-Belinda Schuler (TS Hörbranz) hatte den Titel im Hallen-Fünfkampf bereits 2020 und 2021 geholt, auch heuer ging sie als große Favoritin ins Rennen. Einziges Fragezeichen waren leichte Rückenprobleme im Vorfeld, die aber zu Beginn aber einmal keinen großen Einfluss auf ihre Leistung hatte. Bereits über die 60m Hürden war die Vorarlbergerin die klar Schnellste im Feld, mit 8,48s erzielte sie ebenso wie gleich acht der dreizehn Konkurrentinnen neue persönliche Bestleistung in dieser Disziplin. Nicht unerwartet übernahm dann Christiane Krifka (SVS LA) mit neuer Hochsprung PB von 1,81m zwischenzeitlich die Führung, mit 13,06m im Kugelstoßen schob sich Schuler aber wieder bis auf 28 Zähler auf die Niederösterreicherin heran. Im Weitsprung schaffte Krifka mit 5,90m die nächste PB, Schuler kämpfte bedingt durch die gesundheitlichen Probleme mit dem Anlauf und brachte erst im dritten Versuch noch 5,61m in die Wertung.
Umgerechnet rund 9 Sekunden betrug der Vorsprung von Krifka vor dem abschließenden 800m-Lauf auf Schuler, die aber als bessere Läuferin galt, Spannung war also garantiert. Und die Vorarlbergerin machte gleich Ernst, hatte bei Halbzeit des Rennens mit einer Durchgangszeit von 1:08 den Rückstand schon wettgemacht und baute den Vorsprung bis ins Ziel aus. Mit 2:19,29min kamen insgesamt 4.053 Punkte in die Wertung, was sogar neue PB und Titel Nummer 3 bedeutete. Auch Krikfa schaffte mit 3.936 Punkten eine starke neue PB und freute sich sehr über ihren ausgezeichneten Mehrkampf. Spannend war auch der Kampf um Bronze, vor der letzten Disziplin lagen gleich drei Athletinnen nur innerhalb von nur 26 Punkten. Selina Müller (ULC Riverside Mödling) hatte dann das bessere Ende für sich, sie stand mit 3.777 Punkten noch am Treppchen.
Chiara-Belinda Schuler: „Vor dem Wettkampf hätte ich die Chancen, dass ich durchmachen kann, auf höchstens 10% geschätzt, so schlecht hat sich mein Rücken angefühlt. Umso größer ist die Freude über den Titel und besonders die Hürdenzeit. Auch der 800er war sehr gut, ich konnte das Tempo gut durchziehen und habe gar nicht auf die anderen geschaut.“
Beide Nachwuchstitel nach Oberösterreich
Bei den Juniorinnen konnte sich Olivia Benesch (PSV Wels Leichtathletik) nach Gold in der U18-Klasse (2024) und in der U20-Klasse (2025) nun den Titel-Hattrick sichern. Die junge Oberösterreicherin war den ganzen Tag über ungefährdet und hatte mit insgesamt 3.548 Punkten (PB) am Ende mehr als 500 Zähler Vorsprung auf die Konkurrentinnen. Silber und Bronze holten sich Sonja Schustereder (LC Villach) und Nicole Ijieh (SKV Feuerwehr Wien) mit 2.977 bzw. 2.230 Punkten (beide PB).
Olivia Benesch: „Mich freut jeder Titel, am schönsten ist es, wenn man sich weiter steigern kann. Die Umstellung mit dem Studium in Wien war gar kein Problem, die neue Trainingsgruppe ist eine gute Motivation für mich und das Training macht viel Spaß. Am meisten freuen mich heute die Leistungen im Kugelstoß und Weitsprung, da konnte ich mich am meisten steigern.“
In der U18-Klasse war Deborah Achleitner (IAC) nach Silber im Vorjahr heuer voll auf Gold fokussiert und lag auch von Beginn an in Führung. Sie hatte aber mit einer Erkältung zu kämpfen und verlor nach vier Disziplinen die Führung an Clara Ladstätter (TGW Zehnkampf-Union), die den Sieg dann auch ins Ziel brachte und mit 3.537 Punkten neue PB aufstellte. Marie Schrittwieser (Union St.Pölten) holte mit 3.398 Punkten (PB) noch Silber, mit Bronze durfte sich Lea Grubmüller (ATSV Linz LA) mit 3.367 Punkten (PB) belohnen.
Dramatik auch im Siebenkampf der Männer
Wie erwartet schob sich das Spitzenfeld nach den 60m Hürden näher zusammen, denn der Führende Niklas Voss (Sparkasse SG Götzis) hatte mit Knieproblemen zu kämpfen und verlor mit 8,92s von seinen 120 Punkten Vorsprung nicht weniger als 61 Zähler auf seinen jüngeren Bruder Mika Voss (Sparkasse SG Götzis), der mit 8,65s neue PB lief. Auf nur mehr 30 Punkte schmolz der Abstand nach dem Stabhochsprung, 4,40m zu 4,50m lautete das Disziplinenergebnis. Da auch der letztjährige U20-Meister Alexander Heinz (TGW Zehnkampf Union) 4,50m schaffte, hatte auch er als bester Läufer des Trios vor den abschließenden 1000m noch Chancen auf den Titel.
Alles war also noch möglich, als sich die drei Protagonisten für die fünf Runden an die Startlinie stellten. Der Oberösterreicher und der jüngere Vorarlberger riskierten und begannen das Rennen mit enorm hohem Tempo, 60 Sekunden lautete die Durchgangszeit nach 400m. Heinz konnte das Tempo gut halten, Mika Voss fiel doch deutlich zurück und wurde in Runde 4 dann von seinem älteren Bruder überholt. Im Ziel stoppte die Zeit nach großartigen 2:37,94 min für Alexander Heinz, der damit die große Überraschung geschafft hatte und mit 5.187 Punkten (PB) seinen ersten Titel in der allgemeinen Klasse holte. Denn Niklas Voss hatte nach 1000m und 2:47,88 min um knapp zwei Sekunden bzw. 25 Zähler zu viel Rückstand, stellte mit 5.162 Punkten aber trotzdem neue PB auf und war mit Silber zufrieden. Erstmals die 5.000-Punkte-Schallmauer durchbrach Mika Voss schließlich mit 5.016 Punkten und durfte sich die Bronzemedaille umhängen lassen.
Außer Wertung war auch der Zehnkampf-Dritte der EM 2024 in Rom am Start, Makenson Gletty (FRA) kam auf insgesamt 6.091 Punkte und begeisterte das Publikum.
Alexander Heinz : „Es läuft derzeit alles nach Plan. Ich habe nicht wirklich erwartet zu gewinnen, aber ich wusste es wird ein sehr spanender Wettkampf. Es war einfach ein cooles Match mit den Voss-Brüdern, einfach ein Hammer-Wettkampf. Mein 1.000er war richtig gut, 2:37 ist schon was sehr Feines. Mein nächstes großes Ziel ist die U23-EM im nächsten Jahr, darauf trainiere ich hin.“
Nachwuchs: Favoritensiege und ein nationaler Rekord
In der männlichen U20-Klasse ließ Lorenz Wirth (TS Lauterach) nach einem starken ersten Tag auch am Sonntag nichts mehr anbrennen. Sowohl über die 60m Hürden (8,98s) als auch im Stabhochsprung (4,10m) war er der Konkurrenz überlegen. So konnte sich der letztjährige U18-Vizemeister nun in seinem ersten Jahr bei den Junioren gleich den Titel sichern, er kam auf eine Gesamtpunktezahl von 4.798. Julius Rudorfer (TGW Zehnkampf Union) mit 4.359 Punkten und sein Vereinskollege Simon Gusenbauer mit 4.059 Punkten mussten sich heute mit den Rängen 2 und 3 begnügen, alle drei stellten aber neue PB auf.
Lorenz Wirth: „Mit dem Titel habe ich nicht wirklich gerechnet, darum freut es mich jetzt umso mehr. Der erste Tag war einfach perfekt. Bei den Hürden heute bin ich nach dem Ziel gestürzt und habe mich etwas an der Hand verletzt, daher lief es heute nicht optimal. Aber in Summe bin ich sehr zufrieden den Titel jetzt auch im Mehrkampf geholt zu haben. Jetzt wird auch im Freien im Zehnkampf voll attackiert.“
Die Klasse U18 wurde eine Beute von Favorit Lucas Gschier (ULC Riverside Mödling), der nach Rang 3 im Vorjahr jetzt seinen ersten Titel in dieser Disziplin feiern durfte. 8,06s über 60m Hürden, 6,57m im Weitsprung und 2:54,05min über die 1000m lauteten seine Leistungen am zweiten Wettkampftag, was mit insgesamt 5.162 Punkten sogar neuen österreichischen U18-Rekord bedeutete. Die bisherige nationale Bestleistung von Matthias Lasch hatte der junge Niederösterreicher damit um genau 50 Zähler überboten. Mit ihm aufs Podest schafften es Philipp Schwarhofer (ATSE Graz) mit 4.519 Punkten (PB) und Nico Hollaus (TGW Zehnkampf-Union), der 4.200 Punkte (PB) in die Wertung brachte.
Links
Wichtige LA-Hallen-Events 2026
15.2. ÖMS U20 (Wien)
21.2. Balkan-Hallenmeisterschaften (Belgrad/SRB)
28.2/1.3. Staatsmeisterschaften (Wien)
20.-22.3. Hallen-WM (Torun/POL)
Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | Alfred Nevsimal





