Off-Road EM 2026: Manuel Innerhofer 8. im Up & Down Mountain Race, Platz fünf in der Nationenwertung für das ÖLV-Team

Um dem Traum einer Top-Platzierung in der Nationenwertung in Kombination mit einem guten Abschneiden in der Einzelwertung zu jagen, startete das österreichische Team wie angekündigt offensiv in den 13,5 Kilometer langen Up & Down Mountain Bewerb mit Start und Ziel in Kamnik, bei dem in drei Anstiegen 970 Höhenmeter erklommen werden mussten. Bei der ersten Zwischenzeit nach 2,5 Kilometern lagen Manuel und Hans-Peter Innerhofer auf den Positionen vier und acht mitten im Spitzenfeld.

Im ersten technisch anspruchsvollen Downhill und dem darauffolgenden zweiten Anstieg zog sich das Feld weit auseinander. Manuel Innerhofer lief weiterhin konstant meist auf Rang acht liegend und erreichte das Ziel auf dem Hauptplatz in Kamnik nach 1:02:28 Stunden Laufzeit auf genau dieser Position. Es ist sein zweitbestes Abschneiden bei Europameisterschaften hinter dem vierten Platz im Up & Down Mountain Race vor vier Jahren. Beim Uphill-Bewerb 2019 in Zermatt wurde der Pinzgauer ebenfalls Achter.

Alle vier in den Top-30

Sein Zwillingsbruder Hans-Peter verlor in der mittleren Wettkampfphase einige Positionen, hielt sich aber bis zur Schlussphase in den Top-20 und beendete den Wettkampf nach 1:04:29 Stunden. Konträr zur Renntaktik der Innerhofer-Brüder gestaltete Maximilian Meusburger, als einziger ÖLV-Teilnehmer bereits mit seinem zweiten Einsatz an diesem Wochenende, seinen Wettkampf. Er ging konservativ ins Rennen und holte in der zweiten Rennhälfte deutlich auf. Nach 1:04:32 Stunden überquerte er die Ziellinie auf Platz 21.

Lange Zeit war Johannes Nussbaumer (EXCITINGFIT RUNNINGTEAM) der drittbeste Österreicher im Wettkampf und hielt sich konstant in den Rängen 25 bis 30. Die Ziellinie erreichte er als 30. in einer Zeit von 1:06:08 Stunden, nur wenige Sekunden hinter dem Franzosen Theodore Klein und dem Deutschen Lukas Ehrle, die vor zwei Jahren noch auf dem Stockerl gestanden haben.

Eine Gratwanderung für Spitzenplätze

Manuel Innerhofer war mit seiner Platzierung „im Großen und Ganzen megahappy“. „Ich war bergauf sicherlich der Stärkste in der Verfolgergruppe und konnte ziemlich puschen!“ Auch mit seiner Renneinteilung war der Pinzgauer recht zufrieden: „Am Start gilt nur eine Devise: alles oder nichts! Man muss ein gewisses Risiko eingehen, denn die Spitze läuft schnell weg und man muss in einer guten Position in den ersten Anstieg hineinlaufen, sonst steckt man hinten fest und verliert zu viel Zeit.“

Ein Up & Down Mountain Race sei immer eine Gratwanderung: „Es geht darum, immer so viel zu investieren, dass man schnellstmöglich ist, ohne zu früh zu überpacen. Letztendlich war ich etwas erstaunt, wie gut meine Konkurrenten heute im Downhill waren und wie viele Reserven sie auf den letzten flachen Passagen im Ort noch hatten“, gab der 30-Jährige zu.

Meusburger mit zweiten guten EM-Rennen

Sein Bruder hielt bis zur ersten Zwischenzeit nach 2,5 Kilometern am Ende des ersten steilen Stücks gut mit und war Teil der Spitzengruppe. Diese verkleinerte sich im darauffolgenden Bergabstück rasant und Hans-Peter Innerhofer fiel deutlich aus den Top-Ten. „Ich war schon verwundert, wie wild manche, vor allen Dingen die Jungen, heute die Downhills hinuntergerast sind“, schilderte er. Mit Platz 20 war der Pinzgauer zufrieden, besonders in den ansteigenden Teilstücken fühlte er sich wohl. „Ich war im Ziel komplett am Ende und auch muskulär am Limit. Deshalb: Ich habe alles aus mir herausgeholt!“

Nur drei Sekunden später überquerte Maximilian Meusberger die Ziellinie. Nachdem er selbst bereits einige negative Erfahrungen mit zu schnellen Anfangsphasen gemacht hat, hielt er sich auf dem ersten Kilometer etwas zurück und fand auf diese Weise gut ins Rennen. „Ich habe sukzessive Leute überholt, sowohl bergauf als auch bergab. Die Renneinteilung ist mir sehr gut gelungen, ich war bis auf dem letzten Meter konkurrenzfähig“, sagte der 21-Jährige, der erstmals bei Europameisterschaften in der Allgemeinen Klasse teilnahm. „Das Level in Europa ist schon sehr hoch“, ordnete der Vorarlberger ein. „Aber ich kann von solchen EM-Rennen sehr viel lernen und will mich weiter steigern!“

Rang fünf in der Nationenwertung

Als vierter der rot-weiß-roten Athleten im Feld erreichte Johannes Nussbaumer das Ziel auf Platz 30 – und damit auch deutlich in der ersten Hälfte bei 76 Athleten, die in die Wertung kamen. Nur die Teams aus Italien und Deutschland hatten ihren viertbesten Athleten früher im Ziel als das rot-weiß-rote Nationalteam.

Für die Nationenwertung wurden die Top-Drei-Resultate herbeigezogen. Die Summe der österreichischen Platzierungen ergab 49 Punkte und Platz fünf hinter dem sehr kompakt agierenden italienischen Team (20), den Schweizern (26), dem Team des neuen Europameisters Jan Torrella aus Spanien (38), sowie dem belgischen Team (47). „Ich freue mich sehr über das gute Abschneiden in der Nationenwertung, das bringt eine hervorragende Stimmung ins ganze Team“, schilderte Manuel Innerhofer. Auch wenn der Traum von der Medaille nicht in Erfüllung ging: Seit die beiden Innerhofer-Zwillinge die Zugpferde des heimischen Berglauf-Nationalteams bei den Männern sind, gelang bei Europameisterschaften nie ein besseres Abschneiden.

Nach einer beachtlichen Dominanz in der zweiten Rennhälfte holte sich Jan Torrella in einer Zeit von 1:00:09 Stunden die Goldmedaille mit fast einer Minute Vorsprung auf den in der ersten Rennhälfte führenden Schweizer Dominik Rolli (1:01:03). Petter Engdahl aus Schweden fügte der Silbermedaille vom Freitag in einer Laufzeit von 1:01:48 Stunden eine Bronzemedaille hinzu.

Rang 20 für Speer im Frauenrennen

Ein gutes Rennen gelang Isabell Speer im Up & Down Mountain Race der Frauen, das zur Mittagszeit bei immer sommerlicheren Temperaturen auf derselben Strecke ausgetragen wurde wie das Männerrennen. Die Salzburgerin erreichte das Ziel nach 1:17:26 Stunden und blieb im vorderen Drittel des Feldes. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, schließlich ist meine Paradedisziplin eher die längere Strecke“, sagte die 33-Jährige. „Ich bin vom Start weg in meinem Rhythmus geblieben und hab darauf geachtet, nicht zu überziehen. In den schlammigen Downhill-Passagen konnte ich meine Stärken ausspielen. Zum Schluss war ich sehr motiviert, noch in die Top-20 zu kommen.“

Den EM-Titel sicherte sich die Deutsche Hanna Gröber, die in großer Überlegenheit zum Sieg in einer Zeit von 1:09:41 Stunden lief. Nancy Scott aus Großbritannien (1:11:07) und Nélie Clément (1:11:14), bereits am Freitag Bronzemedaillengewinnerin, hatten im Ziel rund eineinhalb Minuten Verspätung. Das Schweizer Team freute sich mit 27 Platzierungspunkten über die Goldmedaille in der Nationenwertung hauchdünn vor Spanien (27) und Großbritannien (29).

Balik 24. im Juniorenbewerb

Im U20-Rennen mit 65 Teilnehmern überzeugte Ben Balik (ProTeam Vienna) als bester Österreicher mit Rang 24. Er absolvierte die 5,8 Kilometer lange Strecke mit Start und Ziel in Kamnik, auf der 375 Höhenmeter im Anstieg und Gefälle zu bewältigen waren, in einer Zeit von 27:03 Minuten und konnte in den finalen Downhill-Passagen noch einige Positionen wettmachen. Die Brüder Emilio und Fernando Freitag (beide LG Decker Itter) beendeten den Wettkampf auf den Positionen 45 (28:37) und 50 (29:26).

Die drei österreichischen Platzierungen summierten sich zu Rang acht in der Nationenwertung unter 14 platzierten Teams. Für alle drei heimischen Youngsters war es die Premiere bei Off-Road Europameisterschaften, Balik war bereits am Freitag im Einsatz und auch dort als 35. bester Österreicher im U20-Uphill-Rennen.

Junioren-EM-Gold im ging an Basile Astier aus Frankreich, der sich in einer Zeit von 23:58 Minuten klar vor seinem Landsmann Yannick Memheld (24:37), Sieger am Freitag, und Ewan Busfield aus Großbritannien (24:55) durchsetzte. Frankreich sicherte sich mit 9 Platzierungspunkten die Goldmedaille in der Nationenwertung vor Italien (25) und Großbritannien (28).

Im U20-Rennen der Mädchen, das ohne österreichische Beteiligung über die Bühne ging, dominierte die am Freitag im Uphill drittplatzierte Julia Ehrle aus Deutschland in einer Zeit von 28:21 Minuten. Die weiteren Medaillen gingen an Agota Szabo aus Ungarn (29:09) und Sofia Rubio aus Spanien (29:16). In der Nationenwertung sicherte sich Frankreich mit 23 Punkten die Goldmedaille vor Spanien (34) und der Schweiz (38).

Die Platzierungen des ÖLV-Teams

Up & Down Mountain Race der Männer


Platz 8 – Manuel Innerhofer – 1:02:28 Stunden
Platz 20 – Hans-Peter Innerhofer – 1:04:29 Stunden
Platz 21 – Maximilian Meusburger – 1:04:32 Stunden
Platz 30 – Johannes Nussbaumer – 1:06:08 Stunden

Up& Down Race der Männer, Team
Platz 5 – Österreich – 49 Punkte

Up & Down Race der Frauen
Platz 20 – Isabell Speer – 1:17:26 Stunden


Up & Down Mountain Race der Junioren (U20)
Platz 24 – Ben Balik – 27:03 Minuten
Platz 45 – Emilio Freitag – 28:37 Minuten
Platz 50 – Fernando Freitag – 29:26 Minuten

Up & Down Mountain Race der Junioren (U20), Team
Platz 8 – Österreich – 119 Punkte

Die Ergebnisse der European Off-Road Running Championships 2026

Veranstaltungswebsite

Website von European Athletics


 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband | Michael Geisler

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