Gerade einmal 13 Sekunden trennten das Sextett von Cycling Austria von einer Medaille im Team Relay bei den Mountainbike Europameisterschaften in Melgaco. Julius Scherrer, Maks Barett Maunz, Tamara Wiedmann, Antonia Grangl, Katrin Embacher und Max Foidl belegten nach sechs Runden einen starken vierten Platz. Noch nie hatte eine Staffel bei einer Elite-EM besser abgeschnitten.
Am dritten Wettkampftag der Mountainbike Europameisterschaften im portugiesischen Melgaco wurde die Teamstaffel ausgetragen. In einem Rennen, wo jedes Teammitglied eine Runde am XCO-Kurs absolvieren musste, fuhr das österreichische Team stets auf den vordersten Positionen. Am Ende sollte es bei großer Hitze und staubiger Strecke nur knapp nicht für eine Medaille reichen. Den Sieg holte in souveräner Manier das italienische Team. Im Zielsprint um Platz zwei behielt Deutschland über die Schweizer Auswahl die Oberhand.
Den Startfahrer der österreichischen Truppe machte U23-Athlet Scherrer, der mit einigen Elite-Männern keine leichte Aufgabe zu meistern hatte. „Es war richtig hart und so staubig. Man hat fast gar nichts gesehen und die ganze Zeit den Staub ins Gesicht bekommen. Ich habe alles gegeben und Platz sieben in die Übergabe gebracht“, erklärte der Vorarlberger unmittelbar nach seinem Einsatz. Er hielt sich in seiner Runde gut und übergab nur mit 30 Sekunden Rückstand auf die Spitze an den Junior Barret Maunz.
Der 18-Jährige hielt sich ebenso gut im Rennen, zeigte eine zufriedenstellende Leistung und übergab auf Platz sechs an Wiedmann. Der Abstand zum späteren Sieger Italien betrug bereits eine Minute. Alles andere war noch in absoluter Reichweite. „Ich bin etwas zu schnell weggefahren, weil ich unbedingt mit den Fahrern vor mir mitkommen wollte, aber ich denke ich bin trotzdem eine ganz gute Runde gefahren. Es war unfassbar staubig, aber die Fans an der Strecke waren richtig cool“, fasste der Steirer seinen Auftritt zusammen.
Wiedmann und Grangl bringen Österreich auf die Medaillenränge
Wiedmann zeigte daraufhin eine starke Leistung, holte einiges an Zeit auf und übergab nur noch mit einer Sekunde Rückstand auf die Schweiz. Nach Halbzeit des Rennens lag das Team zwar weiterhin auf Rang sechs. Durch die unterschiedlichen Aufstellungen der Nationen wusste man allerdings, dass eine Medaille noch in Reichweite war. „Ich habe mich richtig gut gefühlt. Ich konnte eine Art Tami-Schlussrunde zeigen. Ich bin zwar ganz alleine gefahren, habe aber ein gutes Tempo anschlagen“, sagte Wiedmann über ihre Runde.
Die Juniorin Grangl übernahm als vierte Fahrerin und zauberte in ihrem Umlauf eine fantastische Fahrt in den portugiesischen Wald. Gegnerin um Gegnerin konnte sie überholen, auch eine Elitefahrerin aus der Ukraine. So lag Österreich bei der nächsten Übergabe auf Embacher auf dem dritten Rang, knapp vor der Schweiz und Deutschland. „Es war richtig toll, aber auch sehr anstrengend und staubig. Ich habe mich sehr gut gefühlt und es war ein richtig schönes Gefühl drei Fahrerinnen zu überholen“, meinte Grangl nach ihrer Fahrt.
Die U23-Atheltin Embacher lieferte sich in ihrer Runde einen Schlagabtausch mit der Schweiz und Deutschland. Lange fuhr sie auf Augenhöhe. Im letzten Teil der Strecke musste sie allerdings etwas abreißen lassen und übergab so mit einer Lücke von 16 Sekunden auf die Medaillenränge.
„Es war ein gutes Rennen. Ich habe versucht ein gleichmäßiges Tempo zu fahren. Ich habe dann gemerkt, dass von hinten zwei Elitefahrerinnen kommen. Ich habe dann alles versucht, um so lange wie möglich dort mitzufahren“, gab die 19-jährige Tirolerin Einblick in ihr Rennen.
Platz vier sorgt für zufriedene Gesichter
Foidl der die Rolle des Schlussfahrer übernahm, bekam keine leichte Aufgabe auf seine Runde mit. Die Chance auf ein Stockerl blieb aber noch aufrecht. Er kämpfte um jede Sekunde und holte etwas Zeit auf. Viele lange Anstiege, in denen reichlich Boden gutgemacht werden könnte, bietet diese Strecke nicht. Dies war auch ein Grund, warum es am Ende nicht mit einer Medaille klappte.
„Die Ausgangsituation war ziemlich schwierig, weil ich dachte, dass ich auf Position drei mit der Schweiz gemeinsam rausfahren würde. Die Deutschen haben davor aber richtig gepusht und so bin ich mit dem Loch weggefahren, dass ich gerne vor Deutschland gehabt hätte. Die Strecke war nicht ideal, um so eine Lücke zuzufahren. Es waren davor zwei starke Fahrer. 15 Sekunden aufholen ist nicht einfach.“ erklärte der 29-jährige Tiroler seine Eindrücke.
Dennoch zeigte sich das Team mit dieser Leistung zufrieden, denn so gut hatte Cycling Austria bei einer Staffel im Rahmen von Elite-Europameisterschaften noch nie abgeschnitten. „Ich habe mit Max bis zum Schluss mitgefiebert und habe ihm ganz viel Energie gewünscht. Es hat leider nicht sein sollen, aber jeder von uns hat das Beste gegeben und wir können mega zufrieden sein. Wir waren ein echt starkes Team dieses Jahr“, sprach Wiedmann ein Lob für das ganze Team aus.
Auch Foidl schloss sich an: „Wir können auf jeden Fall zufrieden sein, denn wir waren noch nie in der Position, dass wir mit dem letzten Fahrer noch eine Chance auf eine Medaille hatten.“
Weiter geht es am Samstag. Dort stehen für Rot-weiß-rot insgesamt drei Rennen an. Die Juniorinnen, Junioren sowie U23-Männer bestreiten ihre Rennen im Cross Country Olympic. Mit dabei sind Antonia Grangl, Leyla Höfer, Anatol Friedl, Michael Ortner, Maks Barret Maunz und Julius Scherrer.
Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband





