Österreichs Mountainbiketeam ist bereit für EM in Melgaco

Von Mittwoch bis Sonntag stehen die nächsten Europameisterschaften in Portugal auf dem Programm. Im Ort Melgaco, der im Norden des Landes unmittelbar an der Grenze zu Spanien liegt, gehen ab Donnerstag die ersten Medaillenentscheidungen der Mountainbiker in Szene. Cycling Austria schickt insgesamt fünf Athletinnen und fünf Athleten an den Start.

Die Kontinentalmeisterschaften sind das erste große Saisonhighlight für die Mountainbiker, die in drei Alterskategorien ihre Titelträger ausfahren. Neben den Disziplinen Short Track und dem Olympischen Cross-Country wartet auch die Staffel, wo jeweils drei Athletinnen und drei Athleten, die aus allen Altersklassen besetzt sein müssen, als Team zusammengespannt werden. Je eine Rennrunde wird dann abwechselnd im Vollgasmodus gefahren, wobei es keine Vorgabe gibt, in welcher Reihenfolg die Tewammitglieder eingesetzt werden. Die Staffel wird am Freitag gefahren.

Die ersten Medaillen werden am Donnerstag im Short Track vergeben. Dort ruhen die größten Hoffnungen auf U23-Athletin Katharina Sadnik aus Kärnten. Sie feierte vor zwei Wochen ihren ersten Weltcupsieg und ist die aktuelle Weltcupführende im Short Track. „Meine Erwartungen sind relativ hoch, vor allem im Short Track. Wenn ich ehrlich bin, rechne ich mir schon eine Medaille aus. Da muss aber auch alles zusammenpassen, wie bei den letzten Weltcups“, blickte die 21-Jährige auf die Europameisterschaften voraus. Im Gegensatz zu den Weltcups muss sie sich am Freitag aber auch gegen die Elite-Frauen erwehren, denn im Short Track werden beide Kategorien bei Frauen und Männer zusammengelegt.

Friedl und Grangl haben sich Topplatzierungen vorgenommen

Nach der Staffelentscheidung am Freitag steht der Samstag im Zeichen der Juniorinnen und Junioren, die dort ihre Cross-Country-Rennen austragen. Vor allem bei den Männern hegt das rot-weiß-rote Team große Hoffnungen, präsentierte sich die junge Generation der Mountainbiker heuer schon bärenstark. So gewann der frischgebackene Österreichische Meister Anatol Friedl heuer die topbesetzte UCI Junior Series im Rahmen des Weltcups in Nove Mesto. „Ich möchte auf jeden Fall mein Bestes geben. Eine Medaille oder ein Top-Fünf-Ergebnis wären sehr schön. Um zu sagen in welchem Rennen ich die besseren Chancen habe, muss ich mir erstmal die Strecken genauer ansehen“, erklärte der Steirer vor den Wettkämpfen, die er gemeinsam in seiner Altersklasse mit Maks Barret Maunz und Michael Ortner bestreiten wird.

Bei den Juniorinnen gewann Antonia Grangl zuletzt die nationalen Titelkämpfe in Oberösterreich. Der Steirerin ist sowohl im Short Track als auch im Cross-Country einiges zuzutrauen: „Die Vorfreude ist groß und ich freue mich darauf zum ersten Mal auf diese Strecke zu gehen. Nach den Österreichischen Meisterschaften fühle ich mich gut. Man hat immer gewisse Ergebnisse im Auge. Für mich zählt, aber ein gutes Rennen zu fahren und meine gute Form zu beweisen. Der Hauptfokus liegt bei mir auf XCO, aber ich werde mir die Strecke vom Short-Track mal ansehen und dann entscheiden, ob ich an den Start gehen werde.“ Neben Grangl steht bei den Juniorinnen die Niederösterreicherin Leyla Höfer am Start.

Ein heißer Außenseiter ist auch der Vorarlberger Julius Scherrer, der beim Heimweltcup in Leogang im Short Track sensationell Vierter wurde und zwei Tage später auch im Cross-Country erstmals in die Top Ten vorstieß. Während die U23-Männer schon am Samstag ihr Rennen haben, eröffnen die U23-Frauen mit Sadnik und der Tirolerin Katrin Embacher, die in dieser Saison auch ihre bislang besten Ergebnisse im Weltcup einfahren konnte, den Rennsonntag.

Wiedmann mit guten Weltcupergebnissen, Foidl frisch und wiedererstarkt nach Verletzungspause

Am Wochenende sind dann auch die beiden Elite-Kategorien im Cross-Country als abschließendes Highlight geplant. Dort ist ein Tiroler Duo, mit der Haimingerin Tamara Wiedmann und dem zweifachen Olympiastarter Maximilian Foidl im Einsatz. Die Vorzeichen für die beiden könnten fast nicht unterschiedlicher sein.

Denn Wiedmann kann nach ihren Weltcupergebnissen durchaus viel zugetraut werden. Sie fuhr zweimal in die Top fünf und findet sich inmitten der Weltspitze wieder. Eine Medaille ist für die 24-Jährige in Reichweite. „Für mich zählt, wie bei jedem Rennen, dass ich meine beste Leistung abrufen möchte. Durch die letzten Rennen sind meine Ambitionen auch etwas gestiegen. Meine Form ist aktuell sehr gut. Es ist kein Weltcup, aber viele der Besten kommen aus Europa. Die Schweizerinnen, Italienerinnen und auch Deutschen sind mit einem starken Team hier. Man darf keinen unterschätzen. Solche Großereignisse sind immer für Überraschungen gut. Vielleicht kann auch ich eine sein“, zeigte sie sich zuversichtlich.

Foidl konnte am Wochenende eindrucksvoll die Österreichischen Meisterschaften gewinnen. Damit meldete er sich nach seiner Verletzungspause wieder topfit zurück, nachdem er durch den Schlüsselbeinbruch etliche Rennen, wie auch seinen Heimweltcup in Saalfelden-Leogang verpasste. Einen Platz unter den Top zehn ist sein Ziel. 2020 wurde er schon einmal EM-Zehnter.

„Es ist für mich hier ein Comeback. So wie ich mich jetzt fühle, auch im Vergleich zum Frühling vor der Verletzung, nehme ich mir einiges vor. Ich bin richtig heiß darauf wieder Rennen zu fahren. Ich möchte vor dem Rennen noch viel Zeit auf der Strecke verbringen, weil ich gemerkt habe, dass mir die Zeit am Rad noch fehlt. Wenn ich mit einem Top-Ten-Platz zurückkomme, dann bin ich sehr glücklich“, verriet der 29-Jährige.

 

Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband

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