Neuer Sprung, große Ziele: Charlize Mörz nimmt die Weltspitze ins Visier

Ein persönlicher Rekordsprung, erstmals mehr als 50 Punkte im Mehrkampf und ein klares Ziel für 2027! Charlize Mörz hat bei der Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam trotz verpasstem Finale ihr Potenzial erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der kommenden Saison will sich Österreichs Turn-Aushängeschild der absoluten Weltspitze weiter annähern. Im Fokus steht ein neuer, schwierigerer Sprung sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung im Mehrkampf und der mentalen Stärke.

13.800 Punkte für einen nahe an der Perfektion ausgeführten Sprung – so hoch war Mörz noch nie bewertet worden. „Auf den ersten Sprung bin ich richtig stolz. Der war echt Bombe“, erklärte die EM-Sechste. So schien es für kurze Zeit sogar realistisch, trotz vergleichsweise niedrigem Schwierigkeitsgrad und der Anwesenheit nahezu aller Topstars, den Finalcoup von 2025 zu wiederholen. Ein Fehler im zweiten Versuch ließ den Traum platzen. Zurück blieb neben kurzer Enttäuschung die Gewissheit, mit den Besten mithalten zu können. Und die Erkenntnis, dass der nächste Schritt über eine höhere Schwierigkeit führen soll.

„Chusovitina“ soll’s richten

Bereits vor der WM hatte die Burgenländerin angekündigt, an einem Sprung mit Überschlag, gestrecktem Vorwärtssalto und eineinhalb Schrauben (Chusovitina) zu arbeiten. „Meine aktuellen Sprünge haben nicht den höchsten Schwierigkeitswert, dafür kann ich sie sehr sauber ausführen. Um auf Dauer ganz, ganz oben mitzumischen, braucht es aber einen schwierigeren Sprung“, erklärte Mörz. „Das steigert die Chancen, um die Medaillen mitzuspringen, natürlich enorm.“ Bei der WM zeigte Mörz Sprünge mit den D-Noten 4.6 und 4.4. Der sogenannte „Chusovitina“ – benannt nach der usbekischen Kunstturn-Legende Oksana Chusovitina – wird hingegen mit 5.4 Punkten bewertet.

Im Training funktioniere der neue Sprung bereits „ganz gut“, für einen Einsatz auf der WM-Bühne war das Restrisiko noch zu groß. Doch nicht nur am Sprung, sondern auch am Boden zählt Mörz zur erweiterten Spitze. An jenem Gerät, an dem sie 2024 die Weltcup-Gesamtwertung gewinnen konnte, zeigte die Burgenländerin auch in Rotterdam ansatzweise ihre Klasse. Eine ansonst tadellose Übung wurde von einem Sturz auf der dritten Bahn getrübt. „Grundsätzlich ist mir die Übung richtig gut gelungen, da wäre viel mehr möglich gewesen“, resümierte Mörz, auch mit Blick auf die engen Punkteabstände im Klassement.

Entwicklung zur Mehrkampf-Spezialistin

Auch an den übrigen zwei Geräten, die einstigen „Sorgenkinder“ von Mörz, zeigt sich eine positive Tendenz. Bei der WM durchbrach die 21-Jährige erstmals bei einem internationalen Wettkampf die 50-Punkte-Marke. „Im letzten Jahr habe ich speziell am Stufenbarren und Schwebebalken große Fortschritte gemacht“, so Mörz, die sich langsam aber sicher von der reinen Gerätspezialistin zur vielseitigen Mehrkämpferin entwickelt.

Neben den rein technischen Adaptionen nimmt sich die Burgenländerin für 2027 auch auf mentaler Ebene einiges vor. „Ich muss sicherlich noch lernen, ruhiger zu bleiben und auch unter Stress meine Übungen perfekt abrufen zu können. Auch darauf will ich den kommenden Wochen und Monaten verstärkt meinen Fokus legen.“

Das globale Kräftemessen in Rotterdam diente für Mörz als „ideale Standortbestimmung“ für die Saison 2027. In dieser greift Mörz nach ihrem Ticket für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028. Die Konstanz auf allen Geräten könnte dabei zum X-Faktor werden. „Wenn du an allen Geräten gut bist, hilft dir das auch bei deinem Spezialgerät. Außerdem hast du mit einem starken Mehrkampf eine gute Chance, dich für Olympia zu qualifizieren.“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

Secret Link
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner