Misolic hält Österreichs Fahne hoch

Sebastian Ofner und Lukas Neumayer scheiden beim ATP-Heimturnier in Tirol im Einzel hingegen aus.

Filip Misolic erinnerte bei seinem Erstrundenmatch auf dem Kitzbüheler Center Court an seinen sensationellen Erfolgslauf, der ihn 2022 bis ins Finale des Generali Open Kitzbühel geführt hatte. Selbstbewusst, gut gelaunt und mit dem Publikum vor ausverkauften Rängen stets an seiner Seite. Doch der Druck war groß: Denn es lag an Österreichs Nummer eins, dafür zu sorgen, dass das Achtelfinale mit einheimischer Beteiligung über die Bühne geht.

Der Steirer (ATP 97) gewann gegen den fünftgesetzten Argentinier Tomás Martín Etcheverry (ATP 58) den ersten Satz mit 7:5. Im zweiten Akt drehte Sandplatzspezialist Etcheverry den Spieß um, gewann den Durchgang seinerseits mit 7:5. In der Entscheidung gab dann beim 6:3 das Break zum 4:2 den Ausschlag für den 23-jährigen Grazer – der von den Fans auf den voll besetzten Tribünen frenetisch gefeiert wurde: „Ich bin unheimlich glücklich, dieses Match gewonnen zu haben und habe die zweieinhalb Stunden mit den Fans einfach nur genossen. Ich konnte mich in den letzten zwei Tagen gut erholen. Ich fühle mich sehr gut auf dem Platz und freue mich, dass ich das in der zweiten Runde wieder erleben darf“, so Misolic.

Hanfmann und Struff gegen Neumayer und Ofner weiter

Zwei deutsche Routiniers, die sich über die Qualifikation in das Hauptfeld des Generali Open Kitzbühel spielen hatten müssen, setzten hingegen auch am Dienstag ihre Siegesserien im Mini-Davis-Cup gegen zwei Österreicher fort. Zunächst besiegte Yannick Hanfmann (ATP 141) den Salzburger Lukas Neumayer (ATP 162) mit 7:5, 6:2. Hanfmann erwischte den besseren Start, ab Mitte des ersten Satzes drehte sich das Momentum aber in Richtung des Lokalmatadors. Allerdings konnte der dreifache Staatsmeister beim Stand von 5:4 zwei Satzbälle nicht nutzen, danach gewann Hanfmann die Oberhand. Der Karlsruher trifft im Achtelfinale auf den zweitgesetzten Argentinier Sebastián Báez (ATP 43), der in Kitzbühel vor zwei Jahren mit einem Finalsieg über Dominic Thiem den Titel geholt hatte.

Im zweiten deutsch-österreichischen Duell des Tages setzte sich Jan-Lennard Struff (ATP 152) gegen Sebastian Ofner (ATP 138) sicher mit 6:4, 6:2 durch. Damit glückte ihm die Revanche für die Niederlage, die er gegen Ofner vor einigen Wochen bei den French Open in Paris erlitten hatte. Struff bekommt es in der nächsten Runde mit Pedro Martínez Portero zu tun. Der Spanier (ATP 62) ist an Position drei gesetzt und war schon einmal im Endspiel des Generali Open Kitzbühel gestanden, als er Casper Ruud 2021 unterlegen gewesen war.

Misolic trifft auf van de Zandschulp

Auf dem Court Küchenmeister setzte sich zunächst Botic van de Zandschulp (ATP 103) gegen Wimbledon-Achtelfinalist Nicolás Jarry aus Chile (ATP 98) mit 6:4, 4:6, 6:3 durch. Der Niederländer wird auch der nächste Gegner von Misolic sein: „Es wird eine schwierige Partie. Wir werden uns so gut wie möglich vorbereiten und mit meinem Team eine gute Taktik finden“, versicherte Misolic. Dann gingen auch Arthur Cazaux (ATP 100) und der Peruaner Ignacio Buse (ATP 133), die für ihre letztwöchigen Halbfinaleinzüge in Gstaad beide ein Special Exempt erhalten hatten, über die volle Distanz – mit dem besseren Ende für den Franzosen: Cazaux siegte mit 6:3, 3:6, 7:5.

Justin Engel wollte am frühen Abend dann das deutsche Achtelfinaltrio komplettieren. Der 17-Jährige (ATP 208) scheiterte auf dem Center Court aber trotz 2:0- und 3:1-Breakführung im zweiten Satz mit 5:7, 3:6 am Brasilianer Thiago Seyboth Wild (ATP 132).

Oberleitner/Schwärzler im Doppel weiter

Eine positive Überraschung aus einheimischer Sicht gab es im Doppelbewerb: Denn da besiegten Neil Oberleitner und Joel Schwärzler die höher eingeschätzten, erfahrenen Niederländer Jean-Julien Rojer und van de Zandschulp nach anfänglichem 0:2-Rückstand mit 6:3, 6:3. Im Viertelfinale spielen der Wiener und der Vorarlberger gegen die Inder Narayanaswamy Sriram Balaji und Rithvik Choudary Bollipalli, die nach der kurzfristigen Absage der topgesetzten Deutschen Kevin Krawietz (verletzte sich in der Deutschen Bundesliga) und Tim Pütz von einem Freilos profitierten, weil keine Alternates-Paarung antrat.

Am Mittwoch greifen in Kitzbühel die Topgesetzten in das Turniergeschehen ein, darunter auch der frischgebackene Gstaad-Champion Alexander Bublik. „Ich bin mit der Familie hier, und wir machen auch immer am Ende der Saison einen gemeinsamen Urlaub in den Bergen. Es fühlt sich also alles sehr heimisch an. Zu Österreich habe ich generell eine starke Beziehung. Ich habe viele österreichische Freunde, mein Manager ist Österreicher. Ich liebe es, hier zu sein und kann es kaum erwarten, dass das Turnier startet“, erklärte die Nummer eins des Turniers nach der Ankunft aus Gstaad.

Krone Ladies Day war wieder großer Erfolg

Gerade einmal 57 Minuten hat es am Dienstag übrigens gedauert, bis alle 1000 Freitickets für den Krone Ladies Day vergriffen waren – so schnell wie noch nie! Natürlich waren auch prominente Besucherinnen vor Ort, allen voran drei ehemalige Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen im Ski Alpin: Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser und die Deutsche Viktoria Rebensburg. Und natürlich durfte auch die Botschafterin des KRONE Ladies Day, Österreichs erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten, Barbara Schett-Eagle, nicht fehlen.

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Tennisverband

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