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Mayr gewinnt Weltklasse-Fünfkampf in Linz vor Dadic und Lagger

Mayr holt sich Titel in hochklassigem Fünfkampf

Sechs Athletinnen, die in den letzten Jahren international Medaillen holten, waren im Fünfkampf der Frauen am Start, eine Qualität, die es in Österreich in einer Disziplin noch nie gegeben hatte. Leider reduzierte sich das Spitzenfeld schon vor dem ersten Bewerb auf fünf Favoritinnen. Sophie Kreiner (ATSV Linz LA), die amtierende Freiluft-Staatsmeisterin, stütze beim Einlaufen zu den 60m Hürden und verletzte sich an Sprunggelenk und Schulter, ein Start was daher nicht mehr möglich. Der Lauf über die Hürden verlief dann äußerst spannend, Isabel Posch (TS Lustenau) hatte im Ziel nur 1/1000s Vorsprung auf Ivona Dadic (Union St.Pölten), beide brachten 8,44s und damit 1030 Punkte in die Wertung.

Im Hochsprung zeigten dann Verena Mayr (Union Ebensee) und Sarah Lagger (TGW Zehnkampf Union) auf, beide schafften starke 1,75m. Somit schob sich das Spitzenfeld wieder zusammen, nach zwei Disziplinen lagen die Top-4 innerhalb von 112 Zählern, Mayr hatte die Führung übernommen. Im Kugelstoßen eröffnete diese dann mit sehr guten 14,09m (SB), Dadic konnte aber mit 14,42m im letzten Versuch nachlegen und ebenfalls neue Saisonbestleistung aufstellen, Posch schaffte mit 13,29m sogar neue PB.

Weiter ging der hochklassige Fünfkampf mit dem Weitsprung, wo sich zuerst Dadic mit 6,12m bis auf einen Zähler an Mayr heranschob, diese dann aber mit 6,08m bzw. 6,09m konterte und wieder 80 Punkte Vorsprung herausarbeitete. Lagger fiel mit 5,82m auf Zwischenrang 3 zurück und hatte bereits 138 Zähler Rückstand. Blieb der abschließende 800m-Lauf, in dem die Entscheidung fallen musste. Für die Führende ging es nicht nur um den Titel, sie hatte auch noch die Chance auf einen Startplatz bei der WM, eine Zeit von 2:11,00min wären dafür notwendig gewesen. Viola Simmer (LCA Umdasch Amstetten) sorgte auf den ersten Runden für das Tempo, nach 64 Sekunden waren die ersten 400m absolviert. Dann übernahm Mayr die Führung, kämpfte um jede Sekunde und siegte in 2:12,05min. Nur knapp dahinter folgte Ivona Dadic, die einen starken Lauf und Fünfkampf nach 2:14,63min beendete.

Die WM-Dritte von 2019 holte damit ihren vierten Hallen-Fünfkampf-Titel, den ersten seit 2019, als sie mit 4.482 Punkten triumphiert hatte. Damit schloss sie auch zu den bisherigen Rekordhalterinnen Ivona Dadic und Elisabeth Plazotta auf. Mit 4.525 Punkten schob sich Mayr auch auf Rang 6 der Jahresweltbestenliste im Fünfkampf nach vorne, die besten fünf können bei der Hallen-WM in Glasgow starten, Mayr fehlen aktuell also nur 3 Zähler. Jetzt kommt es darauf an, ob noch eine vor ihr platzierte Athletin absagt. Zweite in der Endabrechnung wurde Ivona Dadic, die Hallen-Vizeweltmeisterin von 2018 kam auf 4.408 Punkte. Den dritten Rang sicherte sich Sarah Lagger (TGW Zehnkampf Union), die ehemalige Junioren-Weltmeisterin sammelte heute insgesamt 4.319 Punkte. Auf dem undankbaren 4. Platz landete Isabel Posch, die sich mit 4.174 Punkten aber über einen neuen VLV-Rekord freuen darf.

Verena Mayr  8,59s / 1,75m / 14,09m / 6,09m / 2:12,05min / 4.525 Punkte
Ivona Dadic  8,44s / 1,63m / 14,42m / 6,12m / 2:14,63min / 4 408 Punkte
Sarah Lagger  8,78s / 1,75m / 13,87m / 5,82m / 2:16,81min / 4 319 Punkte

Verena Mayr: „Ich freue mich richtig, dass es so gut geklappt hat und ich gewinnen konnte. Bei den Hürden war ich ziemlich aufgeregt und habe den Start etwas verschlafen, dafür war die Zeit dann ganz in Ordnung. Mit dem Hochsprung bin ich dann wieder richtig in Schwung gekommen und habe gemerkt, es ist alles möglich. Die 1,75 waren toll, weil vor zwei Wochen hat das noch nicht so gut geklappt. Der Kugelstoß ist jetzt sehr stabil über 14 Meter, hier kommt sicher bald ein Ausreißer nach oben. Und dass ich im Wettkampf über 6m weitspringe ist auch schon lange her, und dann gleich zwei Mal, das fühlt sich einfach großartig an. Viola hat dann über die 800 super Tempo gemacht, einen großen Dank an sie, das hilft vor allem mental enorm. Es fehlt noch das letzte Stück Stehvermögen, schade um die 3 Punkte, aber vielleicht geht es sich ja noch für die WM aus, wenn möglich möchte ich auf jeden Fall in Glasgow starten.“

Ivona Dadic: „Bis auf Hochsprung bin ich mit jeder Disziplin sehr zufrieden, da bin ich dort wo ich hinwill. Der Weitsprung und die Kugel waren super, auch mit Hürden und 800 bin ich happy. Bei Hochsprung fehlt mir noch das letzte Vertrauen, dass ich den Fuß wieder so bedingungslos hinstellen kann wie früher. Aber in Richtung Freiluftsaison bin ich jetzt sehr zuversichtlich, dass diese richtig gut wird.“

Sarah Lagger: „Die Hürden gehen jetzt schon um einiges besser als früher, auch im Hoch hatte ich sehr gute Versuche. Mit Kugel bin ich heute nicht zufrieden, auch der Weitsprung war nicht optimal. Beim 800er habe ich nur mehr Platz 3 abgesichert, mehr war heute nicht drinnen. Das war für mich der einzige Hallen-Mehrkampf, nach den Einzel-Staatsmeisterschaften nächste Woche liegt der Fokus schon auf der Freiluft-Saison.“

Leo Lasch erstmals Siebenkampf-Staatsmeister

Die Top-3 des Siebenkampfes der Männer begannen ihren zweiten Wettkampftag allesamt mit neuen persönlichen Bestleistungen über die 60m Hürden. Stephan Pacher (VST Laas) war mit 8,70s der Tagesschnellste, Niklas Voss (Sparkasse SG Götzis) kam auf 8,72s und Leo Lasch (TGW Zehnkampf Union) erzielte 8,92s, das Spitzenfeld schob sich dadurch wieder etwas näher zusammen. Die Vorentscheidung fiel dann im Stabhochsprung, wo sich der Oberösterreicher mit 4,60m deutlich absetzen konnte, der Vorarlberger kam auf 4,10m und der Kärntner nur auf 3,60m. Somit war für Leo Lasch alles angerichtet für seinen ersten Staatsmeistertitel im Mehrkampf, und diesen brachte er mit 2:56,25 min über 1000m locker nach Hause, 5.439 Punkte standen am Ende für ihn zu Buche. Titelverteidiger Niklas Voss durchbrach erstmals die 5.000-Punkte-Schallmauer und durfte sich diesmal Silber mit 5.045 Pkt. umhängen lassen, mit Bronze wurde Stephan Pacher dekoriert, der auf 4.637 Pkt. kam, die Top-5 stellten allesamt neue PB auf.

Leo Lasch: „Die Hürden sind sicher meine schwächste Disziplin, beim Einlaufen ging es aber heute sehr gut. Im Wettkampf habe ich dann aber schon bei der ersten Hürde aufgemacht und so war der Lauf dann nicht mehr ganz rund. Aber ich wollte unter 9 Sekunden bleiben, das ist mir gelungen. Im Stabhoch bin ich nur aus 12 Schritten Anlauf gesprungen, weil wir auch im Training noch nicht weiter sind, dafür sind die 4,60 ganz ok. Die 1000m waren dann sehr schwer, meine Waden haben schon arg zugemacht. Insgesamt war es ein sehr guter Mehrkampf, vor allem mit dem ersten Tag bin ich richtig zufrieden. Mein erster Mehrkampftitel freut mich natürlich sehr, jetzt beginnt mein Mehrkampf-Leben erst richtig und ich freue mich schon auf weitere Steigerungen in der Freiluftsaison.“

In der U20-Klasse konnte Julian Elender (Raiffeisen TS Gisingen) mit starken 8,36s über die 60m Hürden viel Boden gutmachen, der Vorsprung von Titelverteidiger Simon Hummer (TGW Zehnkampf Union) betrug aber nach dem folgenden Weitsprung, bei dem Hummer 6,35m und Elender 6,31m sprangen, knapp über 200 Punkte, der Sieg war dem Titelverteidiger also praktisch nicht mehr zu nehmen. 4.800 Punkte waren das Ziel des Oberösterreichers, trotz eines beherzten 1000m-Laufes in 3:01,42min verfehlte er diese Marke aber gerade einmal um einen Punkt, holte aber mit 4.799 Zählern Gold. Silber ging mit 4.591 Pkt. an Julian Elender, Bronze konnte sich Moritz Töpfel (TGW Zehnkampf Union) mit 4.171 Pkt. sichern, die Top-6 erzielten allesamt neue persönliche Bestleistungen.

Simon Hummer: „Die Hürden haben diesmal halbwegs gut funktioniert, sie sind ja ein wenig eine Angstdisziplin, darüber bin ich sehr froh. Weitsprung war dann sehr gut, leider gingen sich die 4800 Punkte knapp nicht aus, aber der Titel und die PB entschädigen dafür.“

Im Siebenkampf der U18-Klasse setzte Julius Rudorfer (TGW Zehnkampf Union) auch am zweiten Tag seinen starken Wettkampf fort und lag nach 7,30m über die Hürden und 6,30m im Weitsprung mehr als 100 Punkte vor der Konkurrenz. Im abschließenden 1000m-Lauf setzte sich der junge Oberösterreicher vom Start weg an die Spitze und kam nach einem Solo-Lauf in 2:51,39min ins Ziel, was dem alten und neuen Meister in der Endabrechnung insgesamt 4.880 Punkte (PB) einbrachte. Auch die Reihung dahinter blieb unverändert, Jakob Kollegger (SU Leibnitz) stellte mit 4.565 Pkt. einen neuen StLV-U18-Rekord auf, Lorenz Wirth (TS Lauterach) wurde mit neuer PB von 4.120 Pkt. Dritter.

Julius Rudorfer: „Bei den Hürden habe ich den ersten Tag noch in den Beinen gespürt, dafür war die Zeit ganz in Ordnung. Beim Weitsprung habe ich nach dem guten ersten Versuch riskiert, leider waren dann beide Versuche ungültig. Den 1000er bin ich dann so gelaufen, dass sich eine neue PB ausgeht, das habe ich geschafft und bin zufrieden mit den beiden Tagen und dem Sieg.“

TV-Beiträge vom Meeting werden am Samstag, 17.2. um 19:10 auf ORF Sport+ und am Sonntag, 18.2. um 13:40 auf ORF 1 in der Sendung Sportbild gesendet.

Ergebnisse

Wichtige LA-Events 2024

  • 17./18.2. – Staatsmeisterschaften (Linz)
  • 1.-3.3. – Hallen-WM (Glasgow/GBR)

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Leichtathletik-Verband / amriphoto

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