KURIER Austria Davis Cup Team baut auf Erfolgsformation

Auch gegen Spanien: „Wenn man auf den Platz geht, hat man immer eine Chance“

„Im Endeffekt haben sich die Spieler selbst aufgestellt“, erklärte ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer seine Entscheidung. In Davis-Cup-Held Rodionov, der heuer alle seine vier Einzel gewonnen hat, sieht der Niederösterreicher eine Personalie, „über die wir nicht diskutieren müssen“. Neumayer und Schwärzler hätten „auf der ATP-Challenger-Tour solide gespielt“. Miedler/Oberleitner sind nach ihrem Top-Auftritt gegen Belgien und dem historischen ATP-Masters-1000-Doppeltitelgewinn in Shanghai ohnehin „über jeden Zweifel erhaben, und dann muss man halt auch fairerweise sagen, dass sich außer diesen fünf Mann keine anderen aufgedrängt haben. Jenes Team, das sich gegen Belgien bewiesen hat, verdient genauso eine Chance, gegen Spanien zu zeigen, dass sie gut genug für eine Überraschung sind.“ Melzer könnte zwar die Aufstellung bis einen Tag vor dem Länderkampf noch an bis zu drei Positionen verändern, „aber da müsste in dem Fall schon was Außergewöhnliches passieren. Wenn alle gesund bleiben und die Saison weiter ganz normal verläuft, ist das das Team, das in Bologna danach spielen wird.“

Große Freude bereitete Melzer der kürzliche Shanghai-Coup von Miedler/Oberleitner, der ihn im Fall eines Entscheidungsdoppels beim Davis-Cup-Finalturnier „relativ entspannt“ auf der Bank sitzen lassen würde. Die große Krux ist es jedoch, beim Viertelfinale gegen Spanien überhaupt zu einem 1:1-Zwischenstand zu kommen. „Die haben im Moment mit Carlos Alcaraz, Rafael Jodár und Alejandro Davidovich Fokina drei Topspieler, alle unter den Top 15 der Welt.“ Die zwei Letztgenannten standen sich zuletzt sogar im Shanghai-Einzelendspiel gegenüber. Zur vorläufigen Nominierungsfrist am Montag fanden sich alle drei spanischen Topspieler im Kader: Alcaraz (ATP 3), Jodár (ATP 11), Davidovich Fokina (ATP 15), dazu Pedro Martinez (ATP 126) und Weltklassedoppelspieler Marcel Granollers (ATP-Doppel 6). „Man muss erst einmal abwarten, wen Spanien letztlich nominiert. Wenn zwei von den drei spielen, ist es natürlich schwierig – wobei es sowieso schwierig wird. Aber ich zitiere gerne Didi Kühbauer: ‚Wenn man auf den Platz geht, hat man immer eine Chance’, und an dem müssen wir uns einfach festklammern. Wir brauchen da natürlich einen unglaublichen Tag. Wir können davor nur unsere Hausaufgaben erledigen, und das werden wir machen. Wir werden gut vorbereitet in die Partie gehen und dann auf einen perfekten Nachmittag oder Abend hoffen.“ Die Anreise erfolgt am 21. November. Bis zur ersten Begegnung sind zahlreiche intensive Trainingseinheiten geplant, aber auch eine Teambuilding-Aktivität: Am Nachmittag des 22. November möchte man gemeinsam die Serie-A-Fußballpartie FC Bologna – Udinese Calcio live im Stadion verfolgen.

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Tennisverband

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