Kokas sorgt am ersten Tag der Bahn-EM für Top-Fünf-Ergebnis

Der Wiener Raphael Kokas beendete den ersten Tag der U19- und U23-Bahn-Europameisterschaften in Anadia mit dem fünften Rang im Ausscheidungsrennen. Nur durch eine taktische Fehleinschätzung konnte er nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Leila Gschwentner erreichte in der Einerverfolgung der U23-Frauen den zehnten Platz.

Mit insgesamt vier Rennen starteten für das Bahn-Team von Cycling Austria die Europameisterschaften im Velódromo Internacional de Portugal in Anadia. Den Abschluss machte dabei Kokas, der im Ausscheidungsrennen der U23-Männer die wohlmöglich besten Chancen auf eine Medaille hatte. Ein wilder Beginn sorgte für reichlich Spannung. Der 21-Jährige behielt aber lange gute Übersicht und fand sich am Ende mit nur noch vier Gegner auf der Bahn wieder.

„Der Beginn war richtig hektisch. Es gab keine Runde, an der ich nicht mit fünf Fahrern Schulter an Schulter gefahren bin. Ich habe schon lange nicht mehr so ein hektisches Rennen erlebt. Ich habe mich zur Mitte hin sehr gut erholt, bin relativ viel mit Auge und sehr kontrolliert gefahren, um nicht zu viel Energie zu verschwenden“, fasste Kokas die Anfangsphase zusammen.

Dann schätzte er die folgende Rennsituation falsch ein und wurde vor den verbliebenen vier Kontrahenten eliminiert. Die Kraft hätten laut eigenen Aussagen für Größeres gereicht.

„Zum Schluss habe ich mich dann einsperren lassen. Ich hatte gehofft, dass der Niederländer etwas zurücknimmt. Dann wäre der Däne mit Sicherheit draußen gewesen. So war es ich. Ich hatte heute gute Beine, habe aber einfach einen großen taktischen Fehler gemacht“, gab er sich selbstkritisch.

Sophie Walcher war als zweite heimische Athletin in der Finalsession am Abend am Start. Im Scratch-Rennen der Juniorinnen fuhr sie lange stark mit und hatte drei Runden vor Schluss eine ideale Feldposition herausgefahren. Am Hinterrad ihrer Luxemburger Kontrahentin attackierte sie allerdings bereits zwei Runde vor dem Ende. Ein Antritt, der zu früh kam, denn in der letzten Runde büßte die Steirerin noch einige Positionen ein und landete am Ende auf Platz 13.

„Das Ziel war, dass ich in den letzten vier Runden weit vorne bin. Drei Runden vor Schluss war ich an zweiter Position, dann wurde vor mir attackiert und ich bin nachgefahren. Leider hat sie zwei Runden vor Schluss hochgeschwenkt. Ich wusste, dass ich All-In gehen muss. Es sah lange gut aus, als aber dann die Glocke kam, sind meine Beine explodiert“, fasste die 17-Jährige ihr Rennen zusammen.

Bereits am Vormittag war für Leila Gschwentner und Valentin Zobl Endstation. Die 21-jährige Tirolerin bestritt die Vorrunde in der Einerverfolgung der U23-Frauen über 4.000 Meter. Nach der Vereinheitlichung der Distanzen bei beiden Geschlechtern wurde dieses Rennen zum ersten Mal bei U23-Europameisterschaften über die Länge von vier Kilometern ausgetragen. Nach einer kämpferischen Leistung belegte sie Rang zehn und sorgte mit einer Zeit von 4:50.678 einen neuen Österreichischen Rekord.

„Ich hatte nicht die beste Vorbereitung, weil ich letzte Woche krank war. Deshalb musste ich etwas im Training herausnehmen. Gestern in der Vorbelastung habe ich mich gut gefühlt, heute waren die Beine aber einfach nicht so gut. Das ist auch ein Event, in dem die Tagesverfassung eine sehr große Rolle spielt“, beschrieb Gschwentner ihr Rennen.

Der Oberösterreicher Zobl blieb in seinem Qualifikationslauf im Scratch der Junioren hinter seinen Erwartungen und verpasste den Sprung ins Finale hauchdünn. Er belegte in seinem Qualifikationslauf den 13. Platz. Nur die besten zwölf beider Läufe waren am Abend noch startberechtigt.

Am Mittwoch geht es in Anadia für die österreichischen Athletinnen und Athleten mit dem Ausscheidungsrennen von Heimo Fugger, dem Scratch von Raphael Kokas und dem Scratch von Leila Gschwentner weiter.

 

Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband

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