Tjebbe Kaindl ist heute bei der Europameisterschaft in Istanbul auf den großartigen 6. Platz gelaufen. Dem Tiroler fehlten nur 12 Sekunden auf die Medaillenränge und damit auf die große Sensation. Der Wellengang im Bosporus, die für ihn ungünstig große Führungsgruppe am Rad in der er sich befand und die Hitze konnten dem Olympiastarter heute nicht aufhalten eines der besten Ergebnisse für Österreich bei internationalen Meisterschaften zu holen.
Dass er mittlerweile zu den besten Athleten Europas gehört, hat der Tiroler Tjebbe Kaindl international schon das ein oder andere mal bewiesen. Mit einer beeindruckenden Konstanz von vier Top 20-Plätzen (18., 17., 17., 17.) in der WM-Serie reiste der Tiroler diese Woche zur Europameisterschaft auf der Olympischen Distanz nach Istanbul (TUR) an.
Bei sommerlich heißen Bedingungen wurden zwei Runden zu 750m im Bosporus absolviert. Der Wellengang verlangte den Athleten dabei alles ab, ehe es auf die flache Radstrecke ging. Während sich Kaindl in der 26-köpfigen Führungsgruppe nach dem Schwimmen am Rad vorne positionieren konnte, kämpften die weiteren Österreicher (teilweise alleine) im 64-köpfigen Starterfeld um in eine Gruppe zu gelangen. Philip Pertl konnte in die Gruppe zu seinem Bruder Lukas aufschließen – kurze Zeit später musste er das Rennen nach einem Reifendefekt aber leider frühzeitig beenden. Für den vierten Österreicher Niklas Keller war die Ausgangslage bereits nach dem Schwimmen schwierig.
Die Fluchtgruppe absolvierte sieben der acht Radrunden mit komfortablen Vorsprung, ehe auf der letzten Runde die Verfolger mit dem ein oder anderen starken Läufer auf gefährliche 16 Sekunden rankam. In einer Laufentscheidung holte Kaindl dann auf der letzten der drei Runden alles aus sich raus und lief als Sechster über die Ziellinie.
„Es war ein sehr heißes Rennen, die Hitze hat es nicht leicht gemacht. Aber ich bin super happy mit der Platzierung. Es ist dies mein bestes Ergebnis bis jetzt. Ich habe heuer sehr konstante Ergebnisse gehabt und ein 6. Platz bei der Europameisterschaft ist im Hinblick auf die nächsten Rennen einfach für den Kopf sehr gut, weil ich weiß, dass ich zu den besten in Europa gehöre“, freut sich Kaindl auf den jetzt in den nächsten Wochen die heiße Phase der WM-Serie erwartet. In zwei Wochen geht es im tschechischen Karlsbad zur Sache, ehe in vier Wochen der Bewerb in Weihai (CHN) und dann das Grand Final in Australien auf den Tiroler warten.
Zum Europameister kürte sich heute der Schweizer Max Studer, der 2021 in Kitzbühel bei den Supersprint-Europameisterschaften schon einmal über Gold jubeln durfte.
Building Bridges
Mit der gemeinsamen Austragung der Meisterschaften Europas und Asien an einem Ort schreibt der Triathlon Geschichte. Während die Altersklassenathlet:innen ihre kontinentalen Meisterschaften auf einer Strecke, die vom asiatischen Teil der Millionenmetropole am Bosporus, sogar auch nach Europa führte, wurden die Meisterschaften der Elite nur auf dem asiatischen Teil ausgetragen. Kleines Detail am Rande: Nach den Europameisterschaften auf der Sprintdistanz in der spanischen Exklave Melilla auf dem afrikanischen Kontinent wurden die zweiten wichtigen Europameisterschaften heuer nun in Asien ausgetragen.
Ergebnis Europe Triathlon Europameisterschaft 2025, Istanbul (TUR)
Olympische Distanz (1500m Schwimmen, 38,5km Radfahren, 10km Laufen)
1. Max Studer (SUI), 1:44:18 h
2. Bence Biscak (HUN), 1:44:39 h
3. Panagiotis Bitados (GRE), 1:44:52 h
6. Tjebbe Kaindl (TRI TEAM TS Wörgl, T), 1:45:04 h
31. Lukas Pertl (TRI TEAM Hallein, S), 1:49:22 h
47. Niklas Keller (RATS Amstetten SU, NÖ), 1:55:27 h
DNF Philip Pertl (TRI TEAM Hallein, S)
Text- und Bildquelle: Österreichischer Triathlonverband





