Jelle Kaindl bei Heim-Europacup starker Fünfter

Ein Jahr vor der Heim-Europameisterschaft 2027 präsentierte sich Kitzbühel beim Europacup einmal mehr als hervorragender Gastgeber für internationalen Spitzensport. Auf dem Gelände rund um den Schwarzsee wurde erneut eine beeindruckende Infrastruktur geschaffen, die organisatorisch Weltklasseniveau erreichte. Nach dem starken Auftakt am Vortag, bei dem neun der 16 österreichischen Starter:innen den Einzug ins Finale schafften, konnten die rot-weiß-roten Athlet:innen auch am Finaltag mit groß aufzeigen.

Jelle Kaindl glänzt als Fünfter

Für das herausragende österreichische Ergebnis bei den Herren sorgte der erst 17-jährige Tiroler Jelle Kaindl. Der Nachwuchshoffnung gelang bei erst seinem dritten Europacup-Start ein sensationeller fünfter Platz. Nach seinem Europacup-Sieg Mitte Mai in Polen bestätigte Kaindl damit eindrucksvoll sein großes Potenzial. Auf einen Podestplatz fehlten letztlich nur wenige Sekunden.

„Fünfter ist für meinen dritten Elite-Europacup richtig stark. Etwas nervt es aber, ich war schon ganz knapp dabei“, zeigte sich der mit Abstand jüngste Athlet im Feld dennoch zufrieden. Bereits in einem Monat wartet auf Kaindl das nächste Highlight: Gemeinsam mit seinem Bruder Tjebbe, der am heute mit Rang neun in der WM-Serie erneut aufhorchen ließ, wird er in Edmonton (CAN) erstmals bei einem Weltcup an den Start gehen.

Generell entwickelte sich das Rennen der Herren von Beginn an äußerst dynamisch. Julian Piller kam als starker Vierter aus dem Wasser, dicht gefolgt von Thomas Windischbauer und Jan Bader. Auf dem Rad konnten sich zwischenzeitlich vier Österreicher in der siebenköpfigen Spitzengruppe etablieren. Samuel Künz führte die Verfolger an, die nach der Hälfte der Radstrecke lediglich 16 Sekunden Rückstand aufwiesen. Kurz darauf erfolgte dann der Zusammenschluss zu einer großen Gruppe.

Nach dem zweiten Wechsel ging Kaindl als Fünfter auf die Laufstrecke und arbeitete sich nach der ersten Runde sogar auf Rang drei vor. Windischbauer kämpfte dahinter nachdem er in der zweiten Wechselzone wertvolle Zeit liegen ließ. „Objektiv war das heute super, subjektiv wäre aber noch mehr drinnen gewesen“, resümierte Windischbauer nach seinem achten Platz. Auch Julian Piller zeigte sich mit Rang 15 zufrieden: „Ich dachte am letzten Kilometer geht noch etwas, aber das war dann nicht so. Den 15. Platz nehme ich gerne mit.“

Ergebnis Europacup Kitzbühel 2026, Herren


Supersprintdistanz (500 m Schwimmen, 11,2 km Radfahren, 3 km Laufen)

1. Eric Diener (GER), 32:18 min
2. Fynn Batkin (GBR), 32:19 min
3. Carter Stuhlmacher (USA), 32:19 min
5. Jelle Kaindl (TRI TEAM TS Wörgl, Tirol), 32:24 min
8. Thomas Windischbauer (starlim racing Team Wels, Oberösterreich), 32:32 min
14. Jan Bader (LTC Seewinkel, Burgenland), 32:53 min
15. Julian Piller (RATS Amstetten SU, Niederösterreich), 32:57 min
19. Samuel Künz (RV DJ’s Bikeshop Simplon Hard, Vorarlberg), 33:08 min
28. Brody Kapeller (Tri Team Bludenz, Vorarlberg), 34:30 min

Röser überzeugt erneut bei den Damen

Auch die österreichischen Damen lieferten beim Heim-Europacup starke Leistungen ab. Nach dem Schwimmen setzte sich zunächst eine fünfköpfige Spitzengruppe ab. Kathrin Ritter befand sich in einer Verfolgergruppe, die jedoch noch auf die Führenden aufschließen konnte. In der Folge etablierten sich Ritter und auch Hanna Röser in einer 13-köpfigen Spitzengruppe.

Die Entscheidung fiel schließlich auf der Laufstrecke. Dort konnte insbesondere Hanna Röser mit einer starken Vorstellung überzeugen und sich Rang 13 sichern. Die Vorarlbergerin hat erst vor kurzer Zeit mit dem Triathlonsport begonnen und bereits Mitte Mai in Stubenberg den österreichischen Staatsmeistertitel über die Olympische Distanz gewonnen. „Es war voll gut! Ich bin mega happy!“, freute sich Röser über ihr bislang bestes internationales Ergebnis.

Kathrin Ritter belegte bei ihrem ersten internationalen Elite-Rennen den 18. Platz. Die Kärntnerin zeigte sich insgesamt zufrieden, haderte aber etwas mit ihrer heutigen Laufleistung. Leonie Hauser wurde bereits im Schwimmen ausgebremst und musste dadurch einem Rückstand hinterherlaufen. Am Ende belegte sie Rang 25.

Ergebnis Europacup Kitzbühel 2026, Damen

Supersprintdistanz (500 m Schwimmen, 11,2 km Radfahren, 3 km Laufen)

1. Julia Bröcker (GER), 36:31 min
2. Matylda Wojakiewicz (POL), 36:54 min
3. Anabel Knoll (GER), 37:00 min
13. Hanna Röser (Triathlonclub Dornbirn, Vorarlberg), 38:03 min
18. Kathrin Ritter (HSV Triathlon Kärnten, Kärnten), 38:44 min
25. Leonie Hauser (HSV Triathlon Kärnten, Kärnten), 39:48 min

ÖTRV-Präsident Walter Zettinig zeigte sich mit den Leistungen der österreichischen Athleten sehr zufrieden: „Ich glaube wir sind auf dem richtigen Weg. Die Veranstaltung war wieder top und wir freuen uns alle auf die Europameisterschaft im kommenden Jahr!“ Stolz zeigt sich auch Tirols Landesverbandspräsident Julius Skamen: „Kitzbühel ist ein fixer Bestandteil des internationalen Rennkalenders und hat sich auch heuer organisatorisch wieder von seiner besten Seite gezeigt. Die Veranstaltung wurde erneut auf höchstem Niveau umgesetzt und bot den Athletinnen und Athleten perfekte Bedingungen. Mit dem starken fünften Platz unserer jüngsten Triathlonhoffnung Jelle Kaindl konnten wir zudem auch sportlich ein echtes Ausrufezeichen setzen!“

Bevor morgen die Österreichischen Nachwuchsmeisterschaften im Rahmen der Kitz Tri Games ausgetragen werden, zieht Veranstaltungsleiter Wolfgang Fuchs ein positives Zwischenresümee: „Es waren tolle Wettkämpfe. Organisatorisch ist bereits in der Vorbereitung und auch jetzt alles hervorragend gelaufen. Wir hatten heute ein bisschen Wetterglück und wir sind froh, keine Unfälle gehabt zu haben.“

 

Text- und Bildquelle: Österreichischer Triathlonverband

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