Jakob Schubert hat mit dem Durchstieg von DNA (9c) in der französischen Verdonschlucht am Samstagnachmittag Klettergeschichte geschrieben. Der 35-jährige Innsbrucker ist der erste Kletterer weltweit, der zwei Routen im Schwierigkeitsgrad 9c erfolgreich durchklettern konnte – und damit zugleich der erste, der eine 9c-Route wiederholt hat.
Insgesamt steigt der zweifache Olympiamedaillengewinner 9-mal in die Route ein, bis er die gut 120 Züge der 50m Wand erfolgreich aneinanderreiht und sich am Umlenker einhängt, bevor er sich mit einem Freudenschrei ins Seil fallen lässt.
Für den sechsfachen Weltmeister ist DNA dabei nicht einfach eine weitere 9c: Er bezeichnet die Route als die schwierigste der Welt – für ihn persönlich.
„Der Durchstieg von der DNA bedeutet mir natürlich unglaublich viel. Es ist schwer, so eine Leistung im Vergleich zu den Olympiamedaillen oder WM-Titel einzuordnen, aber ist auf jeden Fall ganz oben bei meinen Erfolgen anzuordnen und etwas, auf das ich unglaublich stolz bin. Sicher einer der größten Erfolge meiner Karriere jetzt eine zweite 9c zu haben und ja, ich bin schon sehr stolz, dass ich der erste Kletterer überhaupt bin, der zwei Routen in diesem Schwierigkeitsgrad klettern hat können und auch zum ersten Mal so einen Schwierigkeitsgrad wiederholen hat können“, so Schubert.
„Auch auf mich selber bin ich sehr stolz, weil die Route ein ganz spezieller Prozess war. Zu Beginn habe ich überhaupt kein Licht gesehen, habe extrem viel an meinem Kletterkönnen dazu lernen müssen. Die Route hat viele Details, wie zum Beispiel Knieklemmer, da musste ich mich brutal steigern und Schritt für Schritt verbessern. Für mich ist DNA die schwerste Route, weil sie mir um einiges weniger entgegenkommt als die B.I.G. Somit ist der Durchstieg einer der größten Erfolge meiner Karriere. Enorm stolz bin auch, dass wir die Versuche live gestreamt haben, ist immer irgendwie noch ein mentaler Bonus-Stress, aber macht es gleichzeitig nochmal zu einem spezielleren Erfolg und Erlebnis, weil es einfach so geil war, dass so viel Leute live dabei waren. Es taugt mir schon mega zu sehen, welchen Boom in der Kletter-Community das auslöst, es ist super in den Kommentaren zu lesen, wie unglaublich es den Leuten taugt. Das erfüllt mich schon mit sehr viel Glück.“
Im September 2023 hatte Schubert in Flatanger, Norwegen, mit B.I.G. (9c) seine erste Route in diesem Schwierigkeitsgrad eröffnet, also erstbegangen. Mit dem Durchstieg von DNA folgt nun die erste Wiederholung einer der fünf bestehenden 9c-Route überhaupt.
DNA wurde 2022 vom Franzosen Sébastien Bouin erstbegangen. Er benötigte 150 Tage und 250 Versuche, um die Route in der Verdonschlucht erstmals durchzusteigen. Mit Schuberts Durchstieg ist DNA nun die erste 9c-Route, die erfolgreich wiederholt wurde.
Während Schubert in Frankreich an DNA arbeitete, wird im norwegischen Flatanger ebenfalls an der Wiederholung einer weiteren 9c gearbeitet: Will Bosi (GBR) und Stefano Ghisolfi (ITA) versuchen sich dort an Silence, der von Adam Ondra erstbegangenen Route.
Weltweit gibt es aktuell fünf Routen von fünf verschiedenen Kletterern im Schwierigkeitsgrad 9c. DNA ist die erste und bislang einzige davon, die wiederholt wurde.
Text- und Bildquelle: Kletterverband Österreich






