Fugger wird Junioreneuropameister im Ausscheidungsrennen

Am zweiten Renntag bei den U19- und U23-Europameisterschaften in Anadia schrieb Österreich zum ersten Mal am Medaillenspiegel an. Heimo Fugger sorgte am Mittwoch im Ausscheidungsrennen für einen Abschluss nach Maß. Er gewann in beeindruckender Manier die Goldmedaille. Zuvor hatten Raphael Kokas und Leila Gschwentner für zwei weitere Top-Ten-Platzierungen gesorgt.

Der Kärntner Fugger darf sich zum bereits zweiten Mal in seiner Karriere Junioreneuropameister auf der Bahn nennen. Nach seinem Triumph in Cottbus im letzten Jahr, schlug er im portugiesischen Anadia zum zweiten Mal zu. Nach einer souveränen Qualifikation zu Mittag, drehte er im Finale so richtig auf. Obwohl er zu Beginn das eine oder andere Mal etwas nach hinten durchgereicht wurde, schaffte er es immer wieder seine Kontrahenten zu übersprinten.

„Am Anfang wurde ich zweimal so wie in einer Waschmaschine nach hinten durchgespült. Dann hat es sich aber stabilisiert und ich bin viel von vorne gefahren. Am Ende war es aber richtig hart. In der letzten Runde habe ich nicht gewusst, ob ich den letzten Gegner knacken werde“, erklärte er unmittelbar nach dem Rennen.

Als es am Ende zum Duell der letzte beiden noch verbliebenen Fahrer ging, zeigte sich der 17-jährige Klagenfurter eiskalt. Gleich mit dem ersten Antritt ließ er seine Kontrahenten stehen und hatte vor dem Überqueren der Ziellinie schon die Zeit für einen ersten Jubel anzusetzen.

„Nachdem ich in Cottbus im letzten Jahr die Silberne im Ausscheidungsrennen holen konnte, ist es supercool jetzt mit der Goldmedaille noch einen draufzusetzen. Es zeigt auch, dass sich die ganze Arbeit ausgezahlt hat. Ich bin superhappy“, meinte er, nachdem er bereits seine Medaille um den Hals hängen hatte.

Auch Chefcoach Andreas Graf zeigte sich überglücklich, über die Leistung seines Schützlings und freute sich über die erste rot-weiß-rote Medaille bei diesen Europameisterschaften.

„Ab den letzten zehn Runden hatte er das Rennen unter Kontrolle und ist es souverän zu Ende gefahren. Zum Schluss war er einfach der Stärkste und hat verdient gewonnen“, meinte Graf.

Kokas und Gschwentner liefern starke Leistungen im Scratch

Bei den U23-Athletinnen und Athleten standen am zweiten Wettkampftag die Scratch-Rennen auf dem Programm. Der Wiener Kokas belegte wie bereits in seinem ersten Auftritt am Dienstag den fünften Platz. Nach einer frühen Attacke von einigen Fahrern, war er im Finale nicht perfekt positioniert, holte aber noch viele Fahrer ein. Mit dem Ergebnis war er allerdings nicht gänzlich zufrieden.

„Es war schnell, vielleicht ein bisschen zu kurz, weil es seit dem letzten Jahr, um zehn Runden verkürzt wurde. Ich wollte eigentlich sechs Runden vor Schluss losfahren. Das hat sich aber nicht angeboten. Ich habe viel zu spät und zu weit hinten meinen Sprint gestartet. Das hat dann leider nur für Platz fünf gereicht“, zeigt sich der 21-Jährige selbstkritisch.

Anders sah es bei Leila Gschwentner aus. Sie fuhr laut Chefcoach Graf ihr bestes Scratch ihrer Karriere. Sie zeigte viel Initiative und versuchte eine frühe Attacke zu setzen. Auf den letzten Runden wurde sie von einigen Gegnerinnen etwas eingeklemmt, womit ein noch besseres Ergebnis zunichte gemacht wurde. Am Ende steht allerdings ein starker achter Rang.

„Im Frauen-Scratch ist es oft weniger erfolgreich, wenn man attackiert. Bis drei Runden vor Schluss war ich top positioniert, dann habe ich mich abdrängen lassen. Mit einer besseren Position wäre mehr drinnen gewesen“, fasst Gschwentner ihr Rennen zusammen.

Am Donnerstag steht vom österreichischen Quintett nur die 17-Jährige Sophie Walcher am Start. Sie absolviert bereits am Vormittag ihren Qualifikationslauf in der Einerverfolgung der Juniorinnen. Das Finale würde dann am Abend über die Bühne gehen. Nur die besten vier Athletinnen qualifizieren sich für die beiden Finalläufe, wobei die schnellsten beiden im direkten Duell um die Goldmedaille fahren. Die Dritt- und Viertplatzierte der Qualifikation stehen im Kleinen Finale um Bronze.

 

Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband

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