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Favoritensiege für Pilz und Schubert im Vorstieg

An diesem Wochenende werden im Kletterzentrum Innsbruck die Österreichischen Kletter-Staatsmeistertitel im Vorstieg, im Speed sowie im Boulder & Lead-Bewerb (olympisches Format) vergeben.

Zum Auftakt setzten sich am Freitagabend im Lead die Favorit:innen durch. Jessica Pilz und Jakob Schubert zeigten in ihrer Paradedisziplin einmal mehr ihre Klasse und fügten ihrer langen Erfolgsliste jeweils einen weiteren Staatsmeistertitel hinzu.

Bereits in der Qualifikation setzte Jessica Pilz ein kräftiges Zeichen. Als einzige Athletin toppte sie beide Routen und unterstrich ihre nationale Vormachtstellung im Lead eindrucksvoll. Die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin zeigte sich auch im Finale von ihrer besten Seite, holte sich erneut das Top und sicherte sich den Staatsmeistertitel in souveräner Manier. Für die 26-Jährige war es bereits der neunte Vorstiegs-Staatsmeistertitel in Serie.

„Einen guten Abschluss zu haben ist immer lässig. Die Stimmung war im Finale wirklich gut. Die Finalroute bin ich nicht am Limit geklettert, aber sie war lässig und es hat richtig Spaß gemacht. Druck ist natürlich immer da, gerade bei nationalen Bewerben. Da will man ganz vorne sein. Neun Titel in Serie zeigt, wie konstant und auf welchem Niveau ich in den letzten Jahren im Vorstieg war. Das ist natürlich schon cool“, bilanziert Pilz.

Platz zwei ging an Mattea Pötzi. Die 23-jährige Kärntnerin schaffte nach einer starken Qualifikation als Zweite ebenfalls souverän den Aufstieg in das Finale der besten acht Athletinnen. Dort holte Pötzi 36 Griffe und sicherte sich nach einer starken Saison den Vize-Staatsmeistertitel. Sandra Lettner komplettierte mit 35+ Griffen als Dritte das Siegespodest.

„Mit der Qualifikation bin ich heute sehr zufrieden gewesen, es hat sich super angefühlt. Im Finale habe ich von der Beta nicht alles richtig gemacht und, bevor ich aus der Route gefallen bin, habe ich die falsche Grifffolge gewählt. Ich war echt erleichtert, als ich gesehen habe, dass ich Zweite bin. Diesen Vize-Staatsmeistertitel wollte ich unbedingt“, so Pötzi. Teamkollegin Lettner ergänzt: „Die ganze Saison ist heuer nicht wie gewünscht verlaufen. Umso schöner, dass es jetzt mit Platz drei noch so aufgegangen ist. Einen besseren Abschluss hätte es für mich nicht geben können – ich habe ehrlicherweise nicht mehr daran geglaubt. Ich habe aber gesehen, dass ich mithalten kann, wenn ich keine Fehler mache und es mir voll aufgeht.“

Schubert: „Das wird die größere Challenge“

Bei den Herren war es einmal mehr Jakob Schubert, der in Innsbruck das Maß der Dinge war. Der sechsfache Weltmeister holte am Freitagabend seinen elften nationalen Lead-Titel in den letzten 13 Jahren. In den Jahren 2015 und 2022 war der 32-jährige Olympia-Bronzemedaillengewinner nicht am Start, sodass sich jeweils Georg Parma über den Titel im Vorstieg freuen konnte. Bereits in der Qualifikation ließ Schubert, der sich in den letzten Wochen nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft inkl. Olympia-Ticket in Bern (SUI) einem Felsprojekt in Norwegen gewidmet hatte, nach zwei Tops keinen Zweifel aufkommen, über wen der Weg zum Sieg führen würde. Auch im Finale ließ der Ausnahmesportler nichts anbrennen und sicherte sich nach einer überzeugenden Vorstellung (Top) erneut Platz eins.

„Es geht mir bei Staatsmeisterschaften oft gar nicht um den Titel, sondern um das Erlebnis in Innsbruck. Ich kann einen Bewerb nur mit meinen Freuden klettern, das ist natürlich mega und eine geile Zeit. Ich bin aber schon stolz darauf, schon so oft gewonnen zu haben. Die Konstanz in den letzten Jahren zeigt auch eine gewisse Dominanz in der Disziplin und ich kann mich da immer auf meine Souveränität verlassen. In Norwegen bin ich viel geklettert, daher war ich schon sehr fit. Aber ich brauche dann immer ein bisschen, dass das Wettkampffeeling aufkommt und ich mich wieder an die Griffe gewöhne. Es hat sich super angefühlt. Der Boulder-Teilbewerb wird dann morgen wohl die größere Challenge werden. Ich bin gespannt, wie das laufen wird“, jubelt der Innsbrucker.

Erster Verfolger war beim Lead-Saisonkehraus Stefan Scherz. Der 22-Jährige lieferte nach einer intensiven Saison mit vielen Highlights auch zum Abschluss im Kletterzentrum Innsbruck noch einmal seine Leistung auf einem konstant hohen Niveau ab und holte sich mit 47+ Griffen den Vizemeistertitel. Rang drei ging mit 46+ Griffen an Boulder-Spezialist Nicolai Uznik, der in knapp einem Monat (26.–29. Oktober 2023) gemeinsam mit Franziska Sterrer beim European Qualifier in Laval (FRA) im olympischen Format (Boulder & Lead-Bewerb) noch um ein Ticket für die Olympischen Spiele in Paris 2024 kämpfen wird.

„Die Qualifikation war heute etwas durchwachsen, aber im Finale habe ich schnell einen Flow gefunden und bin schnell geklettert. Nach einer guten Rastposition habe ich noch einmal einen richtigen Fight herausgelassen. Die Route ist mir nicht so gelegen im oberen Teil, aber ich habe das smart gelöst und auch die Schlingen heute gut einhängen können. Hinter Joggl Zweiter zu werden ist wie ein Sieg. Aber ich muss sagen, jetzt ist schön langsam ein wenig die Luft draußen“, resümiert Scherz. Uznik ergänzt: „Als ich das Ergebnis gesehen habe, war ich erleichtert. Mein Ziel war es, dass ich aufs Podest klettere. Ich hatte in der Mitte der Route einen richtig großen Fehler, das war wirklich eine Schrecksekunde. Danach habe ich noch mal richtig gefightet. Mit der Performance bin ich heute ansonsten sehr zufrieden. Ich habe im letzten Monat viel Zeit fürs Lead-Training investiert, das sieht man und stimmt mich für das nächste Monat positiv.“

ERGEBNISSE
Damen, Top-8:
1. Jessica Pilz (ÖAV Haag)
2. Mattea Pötzi (ÖAV Villach)
3. Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck)
4. Emilia Warenski (ÖAV Innsbruck)
5. Julia Fiser (ÖAV Innsbruck)
6. Lea Kempf (ÖAV Egg)
7. Eva Maria Hammelmüller (ÖAV Haag)
8. Sina Willy (ÖAV Imst-Oberland)

Herren, Top-8:
1. Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck)
2. Stefan Scherz (NFÖ Neunkirchen)
3. Nicolai Uznik (SV St. Johann i. R.)
4. Felix Mader (NFÖ Villach)
5. Julian Wimmer (ÖAV Wilder Kaiser)
6. Raffael Gruber (ÖAV Innsbruck)
6. Timo Uznik (SV St. Johann i. R.)
8. Louis Gundolf (ÖAV Imst-Oberland)

ZEITPLAN
Samstag, 30. September 2023
10:00–11:25 Uhr: Boulder & Lead-Bewerb Damen – Disziplin Bouldern
11:30–13:00 Uhr: Boulder & Lead-Bewerb Herren – Disziplin Bouldern
15:10 Uhr: Speed – Qualifikation
15:30 Uhr: Speed – Finale
18:00–19:00 Uhr: Boulder & Lead-Bewerb Damen – Disziplin Lead
19:00–20:00 Uhr: Boulder & Lead-Bewerb Herren – Disziplin Lead

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