Mit einem Top-Ten-Platz durch Franz-Josef Lässer schließt das heimische Bahnteam die Europameisterschaften in Konya in der Türkei ab. Der Para-Athlet, der als Ersatzfahrer nach mehreren verletzungsbedingten Ausfällen ins rot-weiß-rote Team rutschte, nützte seine Chance und überraschte auch die kontinentale Konkurrenz mit seinem achten Rang im Scratch.
“Die Top Ten waren für mich ein realistisches Szenario, aber so wie das Rennen lief, wäre sogar noch mehr gegangen“, meinte der 25-Jährige aus der Steiermark, der im Paracycling aktuell Weltmeister im Zeitfahren auf der Straße, aber auch im Ausscheidungsrennen auf der Bahn ist. Seit Geburt an fehlen ihm vier Finger auf der linken Hand, was ihn aber nie davon abhielt den Radsport zu betreiben, auch auf jeden Terrain.
Bei den Titelkämpfen in Konya stand er erstmals im Vergleich mit der europäischen Bahnelite. “Die Grundstruktur bei den Rennen sind ähnlich, aber im Paracycling haben wir nicht so eine enorme Dichte. Der Rennverlauf zwingt dich zwar ähnlich zu fahren, aber die Rennen sind hier deutlich schneller“, so der Athlet aus Stattegg bei Graz.
60,4 Kilometer pro Stunde betrug die durchschnittliche Geschwindigkeit im Scratch-Rennen in Konya, welches der Schweizer Alex Vogel für sich entschied. Lässer ließ dabei Kontrahenten aus starken Bahnnationen wie Großbritannien, Portugal, Belgien oder Spanien hinter sich und schaffte sowohl im Scratch als auch im Ausscheidungsrennen, welches er auf Rang 16 beendete, jeweils souverän die Finalqualifikation.
“Vor allem der achte Platz ist richtig geil und es war ein tolles Rennen. Die Beine waren viel besser als noch im Ausscheidungsrennen. Dort war es noch, als würde ich mit Vollgas gegen eine Betonwand krachen“, meinte er und bilanzierte abschließend: “Ich weiß nun, dass ich mir mehr zutrauen kann. Meine Grenzen habe ich wieder ein Stück weiterverschoben. Man kann nicht auf einmal zum Mond fliegen, muss sich Stück für Stück hocharbeiten. Ich danke Andreas Graf, der mir die Chance gegeben hat, hier teilzunehmen und Chancen sind dafür da sie zu nützen.“
Nicht nach Wunsch verliefen die Europameisterschaften für Maximilian Schmidbauer. Der 24-jährige Wiener landete auf Rang 18 im Punkterennen und wurde 15ter im Omnium. “Irgendwie habe ich mich in den letzten Tagen so gar nicht wohlgefühlt und der Speed geht völlig ab“, meinte er nach seinen Rennen.
Text- und Bildquelle: ÖRV – Österreichischer Radsportverband





