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Durchwachsenes Jahr mit „Happy End“

Es gibt Jahre im Sport, da laufen einfach alle Dinge wie am Schnürchen und man eilt von Erfolg zu Erfolg, man ist im Flow und kann eigentlich gar nicht so richtig erklären, warum es gerade so läuft, wie es eben läuft.

Dann gibt es aber Jahre, da hat man mit Verletzungen zu kämpfen und muss mit Widerständen in verschiedenen Bereichen umgehen. Und genau so eine Saison hat Raffael Gruber hinter sich. „Am Anfang der Saison bei den nationalen Wettkämpfen war noch alles prima, dann ist der Faden etwas gerissen. Es war für mich eine komplett neue Situation. Ich stand vor mentalen Herausforderungen und musste mich dann noch mit einer Fingerverletzung herumschlagen. Ich habe zwar am Anfang noch trainiert, allerdings verbunden mit vielen Schmerzen. Dadurch musste ich dann viele Wettkämpfe und Trainings auslassen. Es war sehr bitter. Das war für mich oftmals richtig deprimierend und ich war irgendwie in einer Spirale drinnen“, erinnert sich Gruber an eine schwierige Zeit zurück und ergänzt: „Der letzte Wettkampf im Zuge der Alpinmesse in Innsbruck hat mir zum Abschluss der Saison richtig gutgetan. Ich habe gesehen, dass ich vorne mitklettern kann, wenn es mir reinläuft. Das nehme ich als ‚Takeaway‘ mit. Ich wollte immer alles auf ‚Teufel komm raus‘ kontrollieren. In dieser Saison habe ich gesehen, dass man manchen Situationen einfach ausgeliefert und nur Passagier ist. Das will ich mitnehmen und die Sache zukünftig lockerer angehen.“

Besonders das Verpassen der Jugend-Weltmeisterschaft 2023 in Seoul (KOR) war für das Kletter-Talent ein großer Dämpfer und hat Spuren hinterlassen. Wenig verwunderlich, dass die kommende Jugend-Weltmeisterschaft als großes Ziel des 17-jährigen Tirolers, der in Innsbruck das Bundesoberstufenrealgymnasium mit dem Schwerpunkt Sport besucht, auserkoren wurde: „Dadurch, dass ich heuer zuschauen musste, will ich mich für das nächste Event qualifizieren. Das ist mein Hauptziel, dass mich jeden Tag antreibt. Ich habe noch viel vor in den nächsten Jahren und werde versuchen einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Ich will die Zeit über den Winter dazu nutzen, eine wichtige Grundlage zu schaffen.“

Apropos Schritt für Schritt. Mit vier Jahren ist Gruber zufällig zum Klettersport gekommen und war trotz seines jungen Alters schnell Feuer und Flamme. Der Weg war das Ziel und so entwickelte sich der kletterbegeisterte Sportler immer weiter, bis er es in das KVÖ-Jugendnationalteam schaffte. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Julian Wimmer, Timo Uznik und Ilja Auersperg zählt er zur ‚nächsten‘ Klettergeneration, die tagtäglich hart arbeitet und ihre Träume hartnäckig verfolgt. „Ich liebe meine Sportart. Man kann sich ständig ans Limit pushen und lernt im Bouldern immer neue Bewegungen. Es wird einem nie langweilig und ist weit weg von einer Monotonie. Das Klettern ist für mich wie das Leben, ein stetiger Lernprozess“, erklärt der Tiroler, der über den Winter seine Augen und Ohren für neue Unterstützer offenhält. Seine Freizeit – egal ob im Sommer oder im Winter – verbringt der 17-Jährige gerne in der Axamer Lizum. Ein Ort, wo er sich viel Kraft holt und neben dem stressigen Alltag einfach das Hier und Jetzt genießt. „Es ist wunderschön dort und man kann jeden Moment genießen und einfach ‚leben‘!“

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