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“Die Route war echt hart”

Zwei intensive Tage, drei Bewerbe! Mit dem Boulder & Lead-Bewerb wurden am Samstagabend nach den Entscheidungen im Vorstieg und im Speed die Österreichischen Staatsmeisterschaften für 2023 mit einem würdigen Finale beendet.

Nach ihren beiden nationalen Titeln im Bouldern und im Lead sorgte Jessica Pilz im olympischen Format für ihren persönlichen ÖSTM-Hattrick in diesem Jahr. Bei den Herren triumphierte einmal mehr Jakob Schubert, der sich nach dem Titel im Vorstieg nun über seinen zweiten Staatsmeistertitel 2023 freuen konnte. Im Speed konnte Kevin Amon seinen Titel verteidigen, bei den Damen jubelte die 16-jährige Johanna Nagl über ihren Premierentitel.

Nach ihrem beeindruckenden neunten Lead-Staatsmeistertitel in Serie machte Jessica Pilz am Samstagmorgen im Boulder & Lead-Bewerb dort weiter, wo sie am Freitagabend aufgehört hatte. Die 26-jährige Niederösterreicherin unterstrich im Boulder-Teilbereich bereits ihre Favoritenrolle und brachte sich mit 84,5 Punkten in eine komfortable Ausgangsposition für den entscheidenden Vorstiegs-Bewerb. Sandra Lettner, die mit einer Wildcard für den Bewerb ausgestattet worden war, kämpfte sich durch die vier Boulder-Runden und ging mit 49,2 Punkten als Zweite, knapp vor Mattea Pötzi (44,8 Punkte), in die Entscheidung. Dort zeigte Jessica Pilz einmal mehr ihre Klasse, setzte noch einmal einen drauf und sicherte sich mit insgesamt 180,6 Punkten in souveräner Manier ihren nächsten Staatsmeistertitel. Rang zwei und somit der Vize-Staatsmeistertitel ging mit 117,3 Punkten an Sandra Lettner. Mattea Pötzi komplettierte mit 112,9 Punkten als Dritte das Siegespodest.

„Die Route war heute schwerer als gestern, vor allem die letzten drei Schlingen hatten es in sich. Ein bisschen ärgere ich mich, dass ich das Top nicht ganz geschafft habe. Aber es war richtig cool zum Klettern. Auch in der Boulder-Runde haben die Routenbauer einen super Job gemacht. Ich mag die Kombination, auch wenn ich ein großer Fan der Einzeldisziplinen bin. Gerade wie es bei der WM war, rechnet man immer herum, welche Möglichkeiten es noch gibt, das ist dann oft anstrengend. Es war zum Abschluss aber noch einmal ein gelungener Wettkampf und gibt noch einmal ein gutes Gefühl. Jetzt haben wir uns eine Pause verdient und dann starten wir eh schon die Vorbereitungen Richtung Paris“, erklärte die Vize-Weltmeisterin im olympischen Format. Teamkollegin Lettner ergänzte: „Ich denke, ich habe die Wildcard voll ausgenutzt. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß beim Klettern wie heute. Umso schöner, dass es mit Platz zwei so super aufgegangen ist. Ich war so froh über die Startmöglichkeit. Ich wollte heuer unbedingt noch einmal eine Boulder-Runde haben, nachdem die Saison nicht nach Plan gelaufen ist. Wunderschön, dass es heute so gut geklappt hat.“

Schuberts Liebe zur Kombination

Wie schon bei der Weltmeisterschaft in Bern (SUI) legte Jakob Schubert nach einer fulminanten Boulder-Runde im olympischen Format mit drei Tops aus vier Bouldern (74,4 Punkte) – Boulder Nummer vier konnte von keinem Athleten gelöst werden – den Grundstein für seinen nächsten Erfolg auf nationaler Ebene. Lediglich Nicolai Uznik konnte mit 59,6 Punkten nach dem Boulder-Bewerb mithalten. Im abschließenden Lead-Bewerb untermauerte der mehrfache Weltmeister seine Vormachtstellung und ließ nichts mehr anbrennen. Mit 174,4 Punkten sorgte Schubert nicht nur für seinen nächsten Titel, sondern auch für einen beeindruckenden Schlusspunkt eines spannenden Wettkampftages. Platz zwei ging am Ende an Nicolai Uznik (116,6 Punkte), der nach dem heutigen Tag noch viele wertvolle Erkenntnisse auf seinem Vorbereitungsweg zum European Qualifier in Laval (FRA) Ende Oktober mitnehmen kann. Stefan Scherz arbeitete sich im Lead noch einmal nach vorne und holte am Ende mit 104,5 Punkten Bronze.

„Auf der Wand ist es im Bouldern wirklich gut gegangen, beim Aufwärmen war das eher zäh. Die Runde ist mir gut gelegen. Es ist viel um Fitness gegangen. Ich bin ein guter Boulderer und ich bin froh, dass ich das heute zeigen konnte. Man muss aber sagen, dass heuer gerade in der Kombination in den wichtigen Boulder-Routen viel für mich gelaufen ist. Ich kann viele Dinge sehr gut, aber wenn die Elemente kommen, wo ich mir schwerer tu, wird es zäh. Die Lead-Route hat mir viel Spaß gemacht, aber sie war echt hart – speziell im oberen Teil. Sie war oben schwer zu lösen und hat viel Kraft gekostet. Jetzt heißt es, einmal vom Wettkampfklettern durchschnaufen und dann laufen eh schon die Planungen wieder an“, sagte der amtierende Weltmeister im olympischen Format.

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