"Das Knie war stabil!" Aushängeschild Benny Wizani

Auch wenn bei der Trampolin-EM in Portimao (POR) die Top-Resultate in der Eliteklasse diesmal ausblieben. kann Trainer Wilfried Wöber den Tagen an der Algarve durchaus positive Aspekte abgewinnen. Was die Auftritte von Aushängeschild Benny Wizani – im erst zweiten internationalen Wettkampf nach seiner Knie-OP – betrifft, sind Geduld und Vorsicht geboten.

Auf den ersten Blick fällt es schwer, die EM in Portimao als Erfolg zu bezeichnen: Keine Semifinal- oder Final-Qualifikation in der Eliteklasse, weder im Individual- noch im Synchron-Bewerb, mit dem Team um 0,59 Punkte am Finale vorbeigeschrammt. Wie fällt deine EM-Bilanz aus Trainersicht aus?

Wilfried Wöber: „Natürlich hätten wir uns insgeheim mehr erwartet. Aber das Herrenteam hat definitiv aufgezeigt. Mit ein bisschen Glück wären wir – auch ohne eine Top-Leistung von Benny Wizani – im Finale gelandet. Das beweist, dass wir uns als Mannschaft weiterentwickelt haben.“

Wie lassen sich die individuellen Leistungen einstufen?

Wöber: „Sehr positiv: Ilya Michaud wäre mit seiner Leistung in der Unter-21-Konkurrenz im Finale gestanden, er hat sich bewusst dafür entschieden, in der Eliteklasse anzutreten. Er hat im letzten Jahr von unserem Quartett sicher den größten Sprung gemacht. Niki Fröschl hat dieses Mal mit stabilen Übungen überzeugen können. Wenn er bei einem Großereignis seine Trainingsleistungen voll abrufen kann, ist noch einmal ein großer Qualitätssprung möglich. Georg Hopfgartner ist nach einer langen Durststrecke endgültig zurück – er hat in Portimao sehr stabile Übungen gezeigt. Benny Wizani hat ein bisschen das Glück gefehlt. Aber wir wussten, dass der Weg zurück nicht leicht wird. Hauptsache: Das Knie hat die ganze Woche über keine Probleme bereitet. Die EM war für Benny eine Durchgangsstation zur WM – an diesem Plan halten wir fest, müssen Geduld haben.“

Was heißt das konkret für den Rest des Jahres?

Wöber: „Für die WM-Qualifikation und die verbleibenden Wettkämpfe werden wir mit geringerer Schwierigkeit antreten. Für Benny geht’s vor allem wieder darum, den vollen Trainingsumfang über Monate am Top-Level zu halten. Das muss aber unter Beobachtung und in ständiger Kommunikation mit Physio Jakob Wallentin passieren. Damit wir ja kein unnötiges Verletzungsrisiko eingehen.“

Im Synchronbewerb hatten wir uns insgeheim eine Finalplatzierung erhofft. Auch da war’s am Ende ganz knapp, fehlten 1,590 Punkte. Wie zufrieden bist du letztlich mit den Rängen 14 und 20?

Wöber: „Benny und Niki mussten in dem Teilnehmerfeld und angesichts der aktuell laufenden WM Qualifikation volles Risiko nehmen. Die Übung war leider nicht ganz stabil, aber es fehlte trotzdem nicht viel auf die WM Qualifikation. Bei Ilya und Georg lief ebenfalls nicht alles reibungslos – aber das ist insofern auch schwer, weil die beiden nur selten gemeinsam trainieren. Ilya studiert in Frankreich, Georg lebt in Prag.“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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