MENU

Alissa Mörz jetzt offizielle Turnelement-Erfinderin

Wer im Kunstturnen ein Element zum ersten Mal bei einem Großereignis gut ausgeführt zeigt, wird damit namentlich in die int. Wertungsvorschriften aufgenommen. Davor steht ein Prüfverfahren durch den Weltverband. Alissa Mörz hat dieses Kunststück geschafft: Ihr „Bücksprung mit ganzer Drehung zur Liegestütz-Beugelandung“ am Boden heißt nun offiziell „The Moerz“.

Alissa Mörz gelang die Uraufführung „ihres“ Elements bei den heurigen Europameisterschaften in Antalya. Die 21-jährige Mattersburgerin, Tochter des Ex-Nationalteam-Fußballers Michael Mörz: „Ich freue mich riesig, dass mein Element anerkannt wurde und nun im neuen Code Of Points mein Name steht.“

Mörz weiter: „Es ist eine große Ehre. In unserem Sport geht es meistens nur um Medaillen und Platzierungen, aber ein eigenes Element erfunden zu haben, ist eine wirklich coole Errungenschaft mit Langzeiteffekt.“

Der Welt-Turnsportverband FIG veröffentlichte dieser Tage insgesamt neun neu anerkannte Elemente, vier bei den Frauen und fünf bei den Männern. Alissa Mörz ist in bester Gesellschaft u.a. von Superstar Simone Biles, deren weltweit bewundertes Rondat mit Doppelbücksalto im Sprungbewerb ab jetzt „Biles II“ heißt.

Österreichs Kunstturnerinnen-Sportdirektorin Eva Pöttschacher: „Die neuen Elemente machen jetzt international die Runde – und Alissa Mörz wird überall in einem Atemzug mit Simone Biles genannt.“

Vor Alissa Mörz hatten es vier weitere österreichische Turner*innen namentlich in die internationalen Kunstturn-Wertungsvorschriften geschafft. Den Auftakt machte Birgit Schier mit einer speziellen Stemme am Stufenbarren 1993, ihr folgte Thomas Zimmermann mit einem höchstschwierigen Sprung 2001 (im ersten jahr, nachdem man vom Sprungpferd zum Sprungtisch gewechselt hatte).

Zimmermanns Überschlag mit Doppelbücksalto und halber Schraube zwischen den Salti hat bis heute kaum Nachahmer gefunden. Marco Baldauf kreierte 2015 seine „Adlerstemme mit ganzer Drehung“ am Reck und Tanja Gratts zwischen 2002 und 2005 geturnte Stufenbarren-Abgang-Variationen wurden 2017 nachträglich ihrem Namen zugeordnet wurden.

Anm.: Die beiden oben verlinkten Komplettlisten wurden von Österreichs Chef-Wertungsrichter DI Josef Toth in mühevoller Detailarbeit für die FIG erstellt.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner