3×3-Damennationalteam: Mit diesem Kader geht es in die Olympia-Quali

3×3-Damen-Nationaltrainer Edin Bavcic hat mit seinem Kader für die Olympia-Qualifikation durchaus überrascht. Denn wie der Teamchef am Freitag bekanntgegeben hat, werden nach einem zehntägigen Trainingscamp kommenden Montag folgende vier Spielerinnen nach Japan fliegen, um dort von 3. bis 5. Mai am Quali-Turnier teilzunehmen: Inga Orekhova, Alexia Allesch, Rebekka Kalaydjiev und Anja Fuchs-Robetin.

Zuvor waren im erweiterten Kader noch die vier win2day-BDSL-Profis Lisa Zderadicka, Simone Sill, Camilla Neumann und Nina Krisper. „Es war nicht einfach, da es alle verdient hätten. Rebekka und Anja sind schon jahrelang dabei, mit dieser Erfahrung werden sie uns weiterhelfen. Inga hat in der Superliga gezeigt, wie sie spielen kann und hat das auch in ihrer langen internationalen Karriere wiederholt bewiesen. Und Alexia ist eine große Spielerin, die sich sehr gut präsentiert hat in den letzten Tagen“, macht Bavcic kein Geheimnis daraus, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen ist.

Star-Power, Kraft und Schnelligkeit: Das sind die Gruppengegner

In die Entscheidung hineingespielt haben dürfte die schwere Gruppe der Österreicherinnen in Japan. Acht Teams kämpfen in Utsunomiya um den Sieg, denn nur der Gewinner des Turniers darf zu Olympia. Für die rotweißroten Frauen gibt es nur diese eine Chance.

In einem ersten Schritt müssen sie somit am Freitag und Samstag die Gruppenphase (Pool A) überstehen. Mit Brasilien wartet dort eine extrem physische Truppe, mit Deutschland ein sehr ausgeglichenes Team, das von allen Positionen gefährlich ist und mit Heimmannschaft Japan eine Mannschaft, die das Spiel traditionell sehr schnell macht und zudem das Publikum auf ihrer Seite hat.

„Von den Videos, die ich mir angeschaut habe, wird es gegen Brasilien besonders schwer, sie sind sehr groß und stark“, gibt Orekhova einen Ausblick. „Wir haben nur starke Gegner, aber es ist machbar“, so die frisch gekürte MVP der BDSL-Finalserie.

Um mit den Südamerikanerinnen sowie den Deutschen, die mit der 1,90 Meter großen Sonja Greinacher über eine der besten „3x3lerinnen“ der Welt verfügen, in der Zone mitzuhalten, setzt Bavcic diesmal auf gleich drei große Spielerinnen. Neben den „Langen“, Orekhova, Allesch und Fuchs-Robetin soll Kalaydjiev für das nötige Tempo im Spiel der Österreicherinnen sorgen. Für die Guard-Spielerin, die in der abgelaufenen Saison in den USA am College brillierte, ist Japan der gefährlichste Vorrundengegner.

Orekhova „will die Welt schocken“

Apropos brillieren: Allesch, die gerade ihre erste Saison in der Luxemburger Profi-Liga LBBL absolviert hat, zeichnete dort für durchschnittlich 21 Punkte und 12,5 Rebounds verantwortlich. Gut möglich, dass sie auch für Team Austria im Halbfeld zu Punktegarantin wird.

Die Truppe zusammenhalten, das wird wohl die Aufgabe von Alleskönnerin Anja Fuchs-Robetin. Die Forward-Spielerin vertritt Österreich mittlerweile seit Jahren erfolgreich bei 3×3-Großevents. Höhepunkt war sicher der 7. Platz bei der Heim-WM im Vorjahr in Wien.

Eine Olympia-Teilnahme diesen Sommer wäre natürlich noch einmal eine Nummer größer, da ist sich die gesamte Mannschaft einig: „Das wird eine große Herausforderung, aber wir sind sehr motiviert. Wir sind alle aufgeregt, dass wir die Chance haben, uns für Paris zu qualifizieren. Wenn wir das schaffen, würden wir die Welt schocken“, glaubt Orekhova. „Davon träumt man als Sportlerin das ganze Leben“, betont auch Kalaydjiev.

Die Spieltermine und der weitere Fahrplan

Die Österreicherinnen heben nach zwei intensiven Trainingswochen am Montag Richtung Japan ab. Dort wird es dann erstmals am Freitag, 3.5, um 10.05 Uhr (MESZ) gegen Japan ernst. Es folgt bereits um 13.10 Uhr (MESZ) der Schlager gegen Brasilien, ehe am Samstag, 4.5., Deutschland um 12.45 Uhr (MESZ) wartet. Die rotweißroten Damen müssen die Gruppenphase zumindest auf Platz zwei beenden, um am Sonntag ins Halbfinale aufzusteigen. Dort dürften Kanada, die Niederlande oder Australien warten (Kenia gilt in Gruppe B als Außenseiter). Alle Spiele werden live am 3×3-Youtube-Kanal der FIBA übertragen.

Unabhängig davon, ob die historische Olympia-Qualifikation übernächstes Wochenende gelingt oder nicht, wartet auf unsere 3×3-Stars in den kommenden Monaten ein dichtes Programm. Abgesehen von der potenziellen Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Paris ist die Heim-EM im Sommer in Wien der absolute Saisonhöhepunkt. Head Coach Bavcic zufolge werden dafür – nach momentanem Stand – erneut vier Spielerinnen aus dem aktuellen Großkader (Orkehova, Allesch, Kalaydjiev, Fuchs-Robetin, Zderadicka, Sill, Neumann und Krisper) nominiert.

Das gilt auch für die 3×3 Women’s Series, im Rahmen derer die Österreicherinnen in den kommenden Monaten wieder einige hochkarätige Turniere bestreiten werden.

Linortner und Co. ebenfalls in Japan

An hochkarätigen Turnieren nehmen ab sofort auch die männlichen 3×3-Aushängeschilder Österreichs wieder teil. Ab morgen, Samstag, sind die Stars von Team Vienna ebenfalls in Utsunomiya auf der World Tour im Einsatz. Beim Saisonauftakt sind quasi alle großen Namen der 3×3-Welt dabei – Strahinja Stojacic, Jimmer Fredette, Arvin Slagter oder Thibaut Vervoort, um nur einige zu nennen.

Ein Starspieler, der diesmal jedoch fehlt, ist Nico Kaltenbrunner. Der Energizer von Team Vienna ist unlängst Vater geworden und setzt nun aus, um bei seiner Frau und seinem neugeborenen Kind zu sein. Umso erfreulicher, dass Quincy Diggs auf der World Tour wieder dabei sein – für das Nationalteam hat ihm die FIBA bekanntlich keine Freigabe erteilt. Ergänzt wird er wie immer perfekt von Matthias Linortner und Enis Murati. Außerdem wird Neuzugang Fabio Söhnel in der Zone wieder die Muskeln spielen lassen.

Gespielt wird in vier Dreiergruppen. Da die Wiener neben der mit Starspielern besetzten Bahrainer Mannschaft Riffa mit einem noch nicht feststehenden Qualifikanten in der Gruppe (Pool D) sind und zwei Teams weiterkommen, scheint zumindest der Aufstieg ins Halbfinale sehr wahrscheinlich. Die Gruppenspiele finden am Samstag, 27.4., um 8.20 Uhr (MESZ) und um 10.30 Uhr (MESZ) statt.

Für ein potenzielles Viertelfinale müssten die heimischen Fans dann noch früher aufstehen: Dieses würde im Fall eines Gruppensieges um 6.35 Uhr (MESZ) und im Fall eines zweiten Platzes um 7.00 Uhr (MESZ) stattfinden. Die restlichen „Knock-out“-Spiele folgen dann im Anschluss. Auch in diesem Fall werden alle Partien live auf Youtube übertragen.

Text- und Bildquelle: Österreichischer Basketballverband

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