Drei Großereignisse, ein großes Ziel: Österreichs Kunstturner vor dem Schlüsseljahr 2027

Vor einer Woche ist die 54. Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam zu Ende gegangen. Für Turnsport Austria diente der Saisonhöhepunkt über die unmittelbaren Wettkampfergebnisse hinaus vor allem ein wichtiger Gradmesser auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028. Sportdirektor Fabian Leimlehner zieht nach zwei Wochen in den Niederlanden Bilanz, spricht über die Entwicklung der österreichischen Turner*innen und blickt auf das richtungsweisende Jahr 2027 voraus.

Wie fällt das sportliche Resümee des Sportdirektors nach der WM aus?

Auch wenn wir uns natürlich bessere Resultate erhofft hätten, haben unsere Athlet*innen gezeigt, was in ihnen steckt. Bei Charlize wäre am Boden ohne den Fehler sogar das Finale möglich gewesen. Am Sprung hat sie mit ihrem ersten Versuch eindrucksvoll gezeigt, wozu sie fähig ist. Dass sie im Mehrkampf trotz zweier Fehler erstmals über 50 Punkte geturnt hat, bestätigt zusätzlich, dass die Entwicklung stimmt. Bei Leni und Gino haben wir ebenfalls vielversprechende Ansätze gesehen, aber auch erkannt, woran wir noch arbeiten müssen.

Wo stehen unsere Turner*innen im Hinblick auf die kommende, richtungsweisende Saison?

Was die Schwierigkeiten betrifft, sind wir absolut im Fahrplan. Die Weltmeisterschaft hat uns aber auch gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen. Im nächsten Schritt muss es uns gelingen, die Übungen so weit zu stabilisieren, dass sie am Tag X zuverlässig abgerufen werden können. Darin liegt die große Herausforderung in den kommenden Wochen und Monaten.

Das große Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Welche Erkenntnisse hat die WM hinsichtlich der Qualifikation gebracht?

Wir wissen nun, welche Punktzahlen im nächsten Jahr in etwa erforderlich sein werden, um eines der begehrten Olympia-Tickets zu lösen. Unser Ziel ist es, bei der WM 2027 sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern einen Olympia-Startplatz zu sichern. Dafür müssen wir jede Qualifikationsmöglichkeit nutzen.

2027 stehen gleich drei Großereignisse auf dem Programm. Was bedeutet das für die Saisonplanung?

Wir haben mit der Europameisterschaft, den European Games und der Weltmeisterschaft eine sogenannte Dreifachspitze. Die Vorbereitung muss entsprechend gut abgestimmt sein. Unser großes Ziel ist es, bei der EM sowohl mit den Frauen als auch mit den Männern die Teamqualifikation für die WM zu schaffen. Im Team lässt es sich natürlich immer leichter turnen. Dafür hoffen wir auch auf die Rückkehr unserer verletzten Turner*innen, sprich Alfi Schwaiger, Paul Schmölzer oder Selina Kickinger. Auch Mateo Fraisl sollte bis zum Jahresbeginn wieder voll fit sein.

Abseits der sportlichen Leistungen: Wie hast du die Weltmeisterschaft in Rotterdam erlebt?

Organisatorisch war das ein Hammer. Die Niederländer haben wirklich erstklassige Arbeit geleistet. Vor allem an den Finaltagen war die Halle bis auf den letzten Platz ausverkauft. Die Stimmung war absolut top. Das war eine großartige Werbung für unseren Sport und hat gezeigt, welches Potenzial in solchen Veranstaltungen steckt.

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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