Nicht alles lief nach Plan, aber der Blick geht nach vorne: Leni Bohle und Gino Vetter mussten bei der Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam Rückschläge hinnehmen, bewiesen nach ihren Fehlern aber mentale Stärke und Kampfgeist. Dazu kamen persönliche Fortschritte und wichtige Erkenntnisse für die kommende Saison.
Was wäre ohne die Fehler möglich gewesen? Diese Frage beschäftigte Gino Vetter unmittelbar nach seinem WM-Mehrkampf. Zwei Stürze am Reck und Sprung kosteten den 20-Jährigen eine bessere Platzierung. Dennoch standen am Ende 74.764 Punkte und damit eine Steigerung um mehr als zwei Zähler gegenüber seinem WM-Debüt 2025 in Jakarta.
„Ich bin froh, dass ich den frühen Schock halbwegs gut wegstecken konnte. Abgesehen von den zwei Stürzen bin ich mit meiner Leistung an den übrigen vier Geräten durchaus zufrieden“, bilanzierte der Lustenauer. Besonders wichtig: Nach dem missglückten Start fand Vetter zurück in seinen Rhythmus und konnte an den weiteren Geräten sein Können unter Beweis stellen.
Luft nach oben
Dass noch deutlich mehr möglich ist, weiß der Vorarlberger selbst am besten. „Im Vergleich zu meiner ersten Weltmeisterschaft war das auf alle Fälle eine Steigerung. Trotzdem habe ich noch sehr viel Luft nach oben, da ist noch viel Potenzial vorhanden.“
Die Richtung stimmt, der Weg ist aber noch lange nicht zu Ende. „Jetzt heißt es, weiter hart zu arbeiten, Tag für Tag. Insgesamt war es für mich eine sehr erfolgreiche Saison. Wir werden alles in Ruhe analysieren und schauen, wo wir noch etwas herausholen können. Ich bin überzeugt, dass noch einiges möglich ist.“
50er-Marke muss warten
Auch Leni Bohle hatte sich für ihren dritten WM-Auftritt mehr vorgenommen. Erstmals wollte die 19-Jährige im Mehrkampf die 50-Punkte-Marke knacken. Doch ein Sturz beim Abgang vom Stufenbarren machte ihr früh einen Strich durch die Rechnung. Mit 47.965 Punkten blieb die Vorarlbergerin auf Rang 76.
Ganz ohne Lichtblicke verlief der Wettkampf aber keinesfalls. Am Schwebebalken zeigte Bohle eine solide Leistung, am Sprung gelang ihr mit 13.166 Punkten ein versöhnlicher Abschluss. „Insgesamt war der Wettkampf okay, natürlich hätte es besser laufen können“, lautete ihr Fazit. Besonders stolz sei sie darauf, dass „ich trotz des Sturzes am Anfang immer positiv geblieben bin und weitergefightet habe.“
Die verpasste Bestmarke soll nun zusätzliche Motivation für die kommende Saison liefern. „Mitnehmen kann man aus so einem Großereignis immer etwas. Ich möchte schauen, dass meine Übungen nächstes Jahr noch ein bisschen stabiler werden und ich die Schwierigkeit an dem einen oder anderen Gerät nach oben schrauben kann“, erklärte Bohle.
Blick in Richtung 2027
Zwei WM-Auftritte, die nicht nach Wunsch verliefen, aber auch wichtige Fortschritte sichtbar machten. Vetter steigerte seine Mehrkampfleistung gegenüber dem Vorjahr deutlich, Bohle kämpfte sich nach ihrem frühen Rückschlag zurück. Was beiden noch fehlt, ist vor allem die Konstanz, um ihr Potenzial über alle Geräte hinweg abzurufen.
Genau daran soll in den kommenden Monaten bis zur Europameisterschaft in Jerewan (27. April – 2. Mai) gearbeitet werden.
Text- und Bildquelle: Turnsport Austria






