Trotz zweier Stürze: Gino Vetter steigert sich bei seiner zweiten WM

Ein WM-Auftritt mit Licht und Schatten: Gino Vetter musste bei der Kunstturn-Weltmeisterschaft in Rotterdam am Samstag zwei Stürze hinnehmen, überzeugte an den übrigen vier Geräten aber mit soliden Leistungen. Der 20-jährige Vorarlberger beendete seinen zweiten WM-Mehrkampf mit 74.764 Punkten und steigerte sich damit gegenüber seinem Debüt im Vorjahr.

Welche Platzierung das im Endklassement bedeutet, steht erst Sonntagmittag nach Abschluss aller sechs Qualifikationsgruppen fest.
Der Auftakt verlief in stimmungsvollen Rotterdam Ahoy Arena denkbar ungünstig. Gleich am Reck musste Vetter einen Sturz hinnehmen und sich mit 11.500 Punkten begnügen. Der Athlet der Turnerschaft Lustenau ließ sich davon allerdings nicht nachhaltig aus dem Konzept bringen. „Ich bin froh, dass ich den frühen Schock halbwegs gut wegstecken konnte. Abgesehen von den zwei Stürzen bin ich mit meiner Leistung an den übrigen vier Geräten durchaus zufrieden“, resümierte Österreichs WM-Solist.

Früher Schock – gelungener Abschluss

Am Boden (12.933), Pauschenpferd (12.833) und an den Ringen (12.266) zeigte Vetter anschließend stabile Übungen. Ein weiterer Rückschlag folgte am Sprung, wo ihn ein Sturz bei der Landung wertvolle Punkte kostete (12.366). Am Barren (12.866) fand der Vorarlberger schließlich zu einem gelungenen Abschluss und brachte seinen Mehrkampf mit insgesamt 74.764 Punkten – um über zwei Zähler mehr als bei seiner WM-Premiere 2025 – ins Ziel.
„Im Vergleich zu meiner ersten Weltmeisterschaft war das auf alle Fälle eine Steigerung. Trotzdem habe ich noch sehr viel Luft nach oben, da ist noch viel Potenzial vorhanden“, so Vetter. Vor den Titelkämpfen in den Niederlanden erhöhte der 20-Jährige an drei Geräten den Schwierigkeitsgrad – belohnt wurde das Risiko zumindest mit Teilerfolgen. „Vor allem mit den Ringen und dem Pauschenpferd bin ich sehr zufrieden. Die Übungen waren besser als bei der EM. Ich bin froh, dass ich sie gut durchgebracht habe.“

Viel Arbeit – große Ziele

Auch Nationaltrainer Michael Fussenegger zog eine gemischte Bilanz. „Teile des Wettkampfes waren gut, andere nicht so ideal“, erklärte er. Vor allem der frühe Sturz am Reck sei ärgerlich gewesen. Umso wichtiger war für den Trainer, dass Vetter danach wieder in seinen Rhythmus fand. „Alles in allem war es eine solide Vorstellung. Aber es gibt noch viel Arbeit für nächstes Jahr.“
Für Vetter geht mit der WM eine erfolgreiche Saison zu Ende. Der Vorarlberger gewann drei Staatsmeistertitel, sicherte sich sein Ticket für die zweite Weltmeisterschaft und schrammte beim Weltcup in Szombathely als Reck-Vierter nur hauchdünn an seiner ersten Weltcup-Medaille vorbei. Ein Jahr mit vielen positiven Momenten, aus dem er zusätzliche Motivation für die kommenden Aufgaben schöpft.
„Es war erfolgreich, es war aufregend und es hat riesigen Spaß gemacht“, so Vetter. Das kommende Jahr, wo es auch hinsichtlich der Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 ernst wird, solle „noch erfolgreicher werden und noch mehr Spaß machen!“

 

Text- und Bildquelle: Turnsport Austria

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